Predigten

Hier finden Sie die Predigten aus unseren Gottesdiensten.

Letzter Sonntag nach Epiphanias 2021 – Jesu Verklärung ist die Brücke zwischen Epiphanias- und Passionszeit

Heute feiern wir das Fest der Verklärung des Herrn. Es erinnert an den Tag, an dem unser Herr Jesus Christus auf einem Berg verherrlicht wurde, das heißt, sein Aussehen wurde verändert. Die Verklärung markierte einen Wendepunkt, in seinem Leben und vor allem in seinem öffentlichen Dienst. So markiert auch dieses Fest einen Wendepunkt, einen Drehpunkt im Kirchenjahr. Wir feiern die Verklärung immer am letzten Sonntag nach Epiphanias statt, kurz vor dem Beginn der Fastenzeit. Das Kirchenjahr spiegelt die Berichte des Evangeliums wider und auch unser Leben.

Und so wollen wir heute über die Verklärung als Brücke zwischen Epiphanias und der Passionszeit nachdenken und sehen, wie dieser Bericht von jenem wunderbaren Ereignis, aber auch sein Standort im Kirchenjahr dazu gedacht ist, unseren Glauben an den verklärten Christus zu stärken.

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2. Sonntag nach Epiphanias – Ich mache euch zu Menschenfischern.

Wo sind die Fische? Das ist eine Frage, die sich heute viele stellen. Und, nein, es geht nicht um Karpfen oder Forellen. Es geht um Menschen. Wo sind die Fische? Warum sehen wir sie nicht in der Kirche, so wie früher? Wessen Schuld ist es? Wir schrumpfen, seit Jahren, seit Jahrzehnten. Vielleicht brauchen wir ja ein anderes Netz, wenn wir kein Wachstum sehen?

Das sind Fragen, die sich uns stellen können, wenn wir über unseren heutigen Predigttext nachdenken. Dort nutzt Jesus selbst den Menschen-als-Fisch-Vergleich, als er Fischer zu seinen Jüngern beruft:

Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sprach zu ihnen: „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“ Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.

Hier sind einige der Fragen, die wir heute versuchen wollen zu beantworten: Wer sind die Fischer? Wie passen wir in diesen Text, du und ich? Was ist mit den ganzen Fischen passiert? Brauchen wir ein anderes Netz? Was ist unser Netz? Gibt es in der Kirche Wachstum?

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1. Sonntag nach Epiphanias – Jesus lässt sich für dich taufen

Ein Christ erzählt davon, wie er vor einigen Jahren einen Freund mit zu einem Gottesdienst in seiner Gemeinde nahm. Es war ein Gottesdienst, dazu gedacht, Freunde einzuladen, die keine Christen waren. So sollte man Gelegenheit bekommen, mit seinen Freunden über den eigenen Glauben ins Gespräch zu kommen.

Dieser Christ brachte seinen Freund mit zum Gottesdienst. Aber die Sache ging nicht so aus, wie erhofft. Anstelle eines freundschaftlichen Gesprächs über den christlichen Glauben endete dieser Tag mit einem heftigen Streit. Was war geschehen?

Er berichtet: „Während des Gottesdienstes bekannten wir unsere Sünden. Als wir das taten, hörte ich, wie mein Freund nach Luft schnappte. Es geschah unmittelbar nachdem ich sagte:

‚Ich armer, elender, sündiger Mensch, bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, womit ich deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe.‘

Obwohl meine Augen geschlossen waren, wusste ich, dass seine Augen weit aufgerissen waren. Schockiert nahm er war, was er um sich herum sah und hörte. Nach dem Gottesdienst schaute er mich an und fragte mich, warum ich hierher komme … in diese Gemeinde. Warum sollte ich mich zu einer Gemeinde halten, die mich dazu verpflichtete, solche schrecklichen Dinge zu sagen … über Gott und über mich selbst?“ Soweit dieser Christ.

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2. Sonntag nach Weihnachten 2021 – „Wisst ihr nicht …?“

„Wisst ihr nicht …?“ – gibt es einen schärferen Tadel aus dem Mund Jesu als diese Worte? „Wisst ihr nicht, Maria und Josef?“ Haben wir nicht erst vor ein paar Tagen davon gehört, wie sie voller Staunen und Begeisterung auf das Kind in der Krippe geschaut haben? Hat der Engel Gabriel ihnen nicht ganz genau gesagt, wer dieses Kind sein würde? Maria und Josef wussten mehr über diesen Jesus als irgendjemand sonst. Doch Jesus sagt zu ihnen:

„Wisst ihr nicht …?“

Ja, es ist eine vertraute Geschichte. Jedes Jahr fand in Jerusalem das Passahfest statt. Jedes Jahr folgte Jesus seinen Eltern Maria und Josef von Jerusalem wieder nach Hause, nach Nazareth. Doch dieses Jahr ist alles anders. Jesus bleibt in Jerusalem zurück, im Tempel. Dort hört er auf die Lehrer und versetzt jedermann mit seinen Fragen in Erstaunen – drei Tage lang!

Seine Eltern merken schließlich, dass er nicht dort ist, wo sie es annahmen und so machten sie sich auf die Suche nach ihm. Und nachdem sie ihn gefunden hatten, tun sie das, was Eltern in solchen Fällen tun. Sie schreien ihn an. Wenn dies eine dieser Comicbibeln wäre, dann würde es jetzt Hausarrest setzen. „Drei Wochen lang keine Playstation, Jesus!“ Zweifellos habt ihr ein Bild in eurem Kopf, wie Jesu Mutter ihn von oben her anschaut, ihn anschreit und er antwortet voller Unverständnis:

„Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“

Lukas berichtet uns nicht ausdrücklich, was Maria und Josef dachten. Aber er macht deutlich, dass sie erwarteten, dass Jesus ihnen folgte. Und Maria fühlte sich ganz gewiss im Recht, als sie Jesus tadelte. Sie hatten bestimmte Erwartungen, die Jesus erfüllen sollte. Und ihnen beiden kam es überhaupt nicht den Sinn, dass er etwas anderes tun würde. Klingt vertraut? Maria und Josef waren vielleicht die ersten, aber bestimmt nicht die letzten, die sich eigene Gedanken darüber machten, was Jesus tun sollte.

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Fest der Beschneidung des Herrn 2021 – Neujahr und der Name Jesus

Es gibt Zeiten, in denen unser weltlicher Kalender und unser Kirchenjahr miteinander in Konflikt geraten. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der 31. Oktober. Sollten wir diesen Tag als den Vorabend von Allerheiligen feiern (ein wichtiger Feiertag in einigen Teilen der Welt) und als den Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen hat?

Das eine denkt an die Menschen zurück, die Gott im Glauben erhalten hat, bis sie die Seligkeit erreicht haben. Der Thesenanschlag ist ebenfalls Anlass zu danken, Dank dafür, dass Gott uns immer wieder das reine Evangelium schenkt, die frohe Botschaft von unserer Rettung. Oder sollten wir diesen Tag doch lieber als Halloween feiern, mit all den Kostümen und Süßigkeiten, die dieser Tag mit sich bringt? Natürlich sind die beiden miteinander verbunden.

Es gibt auch andere Daten im Kalender, wo der weltliche und der geistliche Bereich miteinander kollidieren, und, wenn wir etwas genauer hinschauen, werden wir erkennen, dass auch sie miteinander verbunden sind. Zu diesen Daten gehört auf jeden Fall der 1. Januar. Hier lässt sich sowohl der Beginn eines neuen Kalenderjahres als auch ein kleines, wenig bekanntes Fest feiern, dass den etwas sperrigen Namen „Fest der Beschneidung und Namensgebung Jesu“ trägt.

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Altjahresabend 2020 – Jesus ist unser unveränderlicher Heiland

Wir leben in unruhigen, unsicheren Zeiten. Die wenigsten von uns haben schon einmal so ein Jahr erlebt wie das, das in wenigen Stunden zu Ende geht. Es gab zwar viele Probleme der Welt, die auch im vergangenen Jahr nicht besser geworden sind, aber im Mittelpunkt stand ein kleiner Virus, der die ganze weite Welt in Atem hielt und sich anschickt auch im nächsten Jahr das beherrschende Thema zu sein.

Trotz der Möglichkeit einer Impfung sieht das neue Jahr noch viel ungewisser aus als sonst. Dinge, die man sonst selbstverständlich auf dem Plan hatte: runde Geburtstage, Besuche von Kindern, Enkeln oder Urenkeln, Urlaub – ja sogar Arzttermine, sind für nächste Jahr ungewiss. Und bis heute kann keiner abschätzen, welche Auswirkungen, unsere Versuche mit dieser neuen Lage zurechtzukommen, haben werden. Dabei ist für viele von uns am schlimmsten die Angst, fast schon Panik, die man an allen Ecken zu hören und spüren bekommt. Und, dass es schwierig ist, mit anderen Menschen zu reden, besonders, wenn sie eine andere Meinung haben.

Es wächst die allgemeine Verunsicherung, denn alles ist veränderlich, ist im Fluss. Warum sind wir heute hier in der Kirche? Hier finden wir einen Ruhepol, etwas, das uns Sicherheit geben kann. Der Schreiber des Hebräerbriefs schreibt in Gottes Auftrag eine Erinnerung, die wir immer brauchen, gerade aber am Ende eines alten und am Anfang eines neuen Jahres. Er ruft uns zu: Jesus ist unser unveränderlicher Heiland.

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