Sermons on “Der Prophet Jesaja”

Ostersonntag – „Der Tag der Auferstehung des Herrn“ – 2020: Wir feiern das Fest des Lebens

„Was für ein Fest!“ mögen wir unwillkürlich gedacht haben, als wir die ersten Worte unseres Predigttextes gehört haben. Das sind alles Dinge, die wir heute eher für ungesund halten. Nur in seltenen Ausnahmen würden wir sie auch in größeren Mengen zu uns nehmen. Damals war es das Beste vom Besten. Die fetten Teile der Tiere waren Gott vorbehalten. Sie sollten ihm geopfert werden. Dazu lädt Gott uns nun ein: zum Besten vom Besten. Er hält nichts zurück.

„Was für ein Fest!“ denkt vielleicht auch mancher unserer Zeitgenossen, wenn wir versuchen ihm zu erklären, warum wir dieser Tage eigentlich Ostern feiern. Ostern ist nicht das christliche Frühlingsfest, bei dem lustige Hasen bunte Eier bringen. Nein, so wie das Ei für ein neues Leben steht, so feiern wir zu Ostern das Fest des Lebens. Christus lebt! Der Herr ist auferstanden, er ist wirklich und wahrhaftig auferstanden!

Wir feiern das Siegesfest über den Tod. Wir feiern das vollendete Erlösungswerk, auf dessen Vollendung für uns persönlich wir noch warten, darauf, dass unser auferstandener Herr wiederkommt, um auch uns die Auferstehung zu geben. Dieses Fest wurde schon im Alten Testament vorausgesagt. Unser Text ruft uns zur Freude auf, trotz aller schlechten, fruchtbaren und Angst machenden Dinge, unter denen wir in dieser Welt leiden müssen. Heute gilt: Wir feiern das Fest des Lebens.

1. Der Tod kann das Leben nicht mehr beenden.

2. Gott verwandelt das Leben für immer.

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Pfingstsonntag: Die Ausgießung des Heiligen Geistes 2019

„Wem gehörst du?“ „Ich gehöre niemand!“ wäre wohl die mehr oder weniger empörte Antwort, die wir erzielen würden, wenn wir eine Umfrage mit diesem Wortlaut starten würden. Wir leben in einer Zeit, die die Freiheit des Einzelnen auf ihre Fahnen geschrieben hat. Menschen dürfen kein Eigentum sein. Sklaverei ist geächtet. Was ich tue oder lasse, darf mir niemand vorschreiben. Grenzen, die noch vor kurzem unüberwindbar schienen, werden eingerissen. – Soweit die Theorie.

Wie kann man sich dem gewaltigen Druck, aber auch der sanften Verlockung widersetzen, der von unserer Umwelt ausgeht? Wie können wir sagen: „Wir gehören Gott, dem HERRN.“ Drei Schlagworte aus unserem Text, wollen uns zeigen, wie es möglich ist.

1. „Ich habe dich erwählt!“

2. „Fürchte dich nicht!“

3. „Dass sie wachsen sollen!“

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Tag der Himmelfahrt des Herrn 2019

Der heutige Feiertag zählt zu den „vergessenen“ Feiertagen. Ähnlich wie Pfingsten oder das Trinitatisfest, wissen die meisten Menschen mit dem heutigen Feiertag nichts mehr anzufangen. Um uns herum feiert man Männer- oder Vatertag. Die meisten freuen sich einfach nur darüber, dass sich die Gelegenheit bietet, mit nur einem Urlaubstag für morgen, vier Tag frei zu haben, nicht arbeiten zu müssen. An dieser Stelle sollten wir uns die Frage stellen: Wissen wir eigentlich noch, was „Christi Himmelfahrt“ für jeden von uns bedeutet?

Natürlich ist uns die Geschichte bekannt, wir haben sie gerade im heutigen Evangelium gehört: 40 Tage nach Ostern geht Jesus mit seinen Jüngern auf den Ölberg, wo er ihnen den Auftrag zur weltweiten Mission erteilt, um dann sichtbar zum Himmel aufzufahren. Zwei Engel erscheinen und erklären den Jüngern, was geschehen ist. Unser Text aus dem Propheten Jesaja kann uns dabei helfen die Frage zu beantworten: Was bedeutet Himmelfahrt des Herrn für uns heute? Zwei Dinge können wir unserem Text entnehmen:

1. Jesus ist der Hohe und Erhabene, der in der Ewigkeit wohnt.

2. Jesus ist der Gnädige und Barmherzige, der bei uns wohnt.

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12. Sonntag nach Trinitatis 2018

Kennen sie Aussagen wie: „Die Gesundheit ist ein hohes Gut.“ oder: „Am wichtigsten ist doch die Ge-sundheit.“? Die eine würde man vielleicht eher von einem Mitarbeiter der eigenen Krankenkasse erwar-ten, die andere kann man immer wieder bei Ge-burtstagen hören. Beide Aussagen sind nicht von der Hand zu weißen. Auch wenn man – wie so oft – erst weiß, was man an einem gesunden Körper und Geist hat, wenn man krank geworden ist, ist unsere Ge-sundheit ein hohes Gut, und sicherlich der größte irdische Segen, den Gott jedem von uns geschenkt hat.

Das wird uns noch deutlicher, wenn wir uns in unse-rer Umwelt genauer umschauen. Wie viele Men-schen leiden unter z.T. schrecklichen Krankheiten: von chronischen Schmerz-, über Krebs- bis hin zu Alzheimer- oder Demenzpatienten. Oft quälen sich Menschen jahre- oder gar jahrzehntelang mit ihren Krankheiten und am Schluss scheint sogar der Tod eine Erlösung zu sein. Wünschen wir uns da nicht manchmal ein Wunder, wie wir es im heutigen Evangelium gehört haben? Wäre es nicht wunder-bar, wenn Jesus heute noch Heilungswunder voll-bringen würde oder uns die Kraft dazu schenken würde?
Auf der anderen Seite stehen die Fortschritte der modernen Medizin. Taube können hören, mittels ei-ne CI-Implantats. Krebskranke können nach Chemo- oder Strahlentherapie wieder gesund nach Hause gehen. Man kann Gelenke, ja ganze Körperteile ersetzten. Bluttransfusionen und Transplantati-onen retten heute Menschenleben, die noch vor 60 Jahre unweigerlich zu Ende gewesen wären.

Und trotzdem wünschen wir uns manchmal, es gäbe heute noch solche Wunderheilungen, wie damals bei Jesus. Denn wir sehen auch die Unterschiede zwi-schen damals und heute. Ein paar Worte, eine Geste – keine aufwändigen Prozeduren und Dutzende von Medikamenten – und am Ende steht ein Mensch, der körperlich wieder vollkommen in Ordnung ist. Von diesem Wunder redet auch unser Text. Der Prophet Jesaja hat es vor mehr als 2.700 Jahren vorausgesagt: Er redet von den tauben Ohren, die hören und von blinden Augen, die sehen. Durch die frohe Botschaft macht Gott dich gesund.

1. Er rettet dich von deiner Blindheit.

2. Er erfüllt dich mit Freude in dem Herrn.

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6. Sonntag nach Ostern – Exaudi 2018: Herr, höre meine Stimme

Jeder von uns braucht einen Ort, ein Fleckchen, dass er Heimat nennen kann. Ohne einen Ort, an dem wir uns wohlfühlen und entspannen können, sind wir wie entwurzelt. Haben wir dann so ein Fleckchen gefunden, dann setzen wir alles daran, es wirklich gemütlich einzurichten. Wer je seine Heimat verlassen musste, gezwungenermaßen, aus Altersgründen oder aus beruflichen Gründen, der weiß, wie schwer und schmerzhaft das sein kann.

Das Wort Gottes nutzt dieses Bild auch für geistliche Dinge. Es sagt, dass wir als Christen Flüchtlingen und Obdachlosen gleichen. Wir leben noch in dieser Welt, aber wir sind hier nicht mehr zu Hause. Diese Welt, dieses Land, der Ort und das Haus oder die Wohnung, in der wir jetzt leben, sind nicht mehr unser eigentliches Zuhause. Diese Welt ist durch die Sünde verdorben. Bosheit, Neid, Streitsucht, Not und Elend machen sie zu keinem sehr schönen Platz. Wie viel Leid haben wir vielleicht selber schon erlebt und erleben wir noch.

Da kommt die Sehnsucht nach einem Plätzchen auf, wo wir uns geborgen und sicher fühlen können. Durch unsere Taufe hat sich das geändert, weil wir verändert wurden. Die alte, sündige Natur in uns hat einen Gegner bekommen, den neuen Menschen. Der ist heilig und gerecht. Er fühlt sich hier überhaupt nicht wohl. Zugleich sichert uns Gott durch sein Wort zu, dass er eine Heimat für uns vorbereitet hat.
Der Prophet Jesaja weissagt in unserem heutigen Predigttext von dieser Heimat. Seine Worte wecken in uns: Die Sehnsucht nach der ewigen Heimat.

1. Jetzt haben wir sie nur unvollkommen.

2. Dann haben wir sie vollkommen.

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Karfreitag 2018: Kreuzigung des Herrn

Die Frage nach dem „Warum?“ quält Menschen immer wieder. Warum musste er schon so jung sterben, fragen wir, wenn ein Kind oder ein Teenager stirbt, wenn Eltern ihre Kinder begraben müssen. „Warum?“ fragen wir bei großen Unglücken und Katastrophen. „Warum?“ fragen wir, wenn wir persönlich leiden müssen, wenn unsere Pläne misslingen.

Auch heute, am Karfreitag, wollen und müssen wir diese Frage stellen. Vielleicht haben sie den Film „Die Passion Christi“ gesehen. Der Film ist nichts für schwache Nerven. Wenn man sieht, wie Christus mit Geißeln geschlagen wird, wie man ihm eine Krone aus Dornen auf den Kopf drückt und wie er schließlich qualvoll am Kreuz stirbt, dann fragt man sich, ob so ein Film nötig war. Doch das Ganze wird sehr viel deutlicher, wenn man den Vorspann beachtet. Bevor der Film beginnt wird der zweite Vers unseres heutigen Predigttextes eingeblendet:

„Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.“

Nichtchristen, leider aber auch sehr viele Christen haben vergessen, dass sich unser Glaube auf die Ereignisse am Karfreitag und zu Ostern gründet. Christi Tod war grausam, aber er war auch notwendig. Warum? Unser Text lehrt uns bedenken: Christus litt und starb für uns. Zwei Dinge können wir dabei lernen:

1. Unsere Sünde ist die Ursache seines Todes.

2. Unsere Erlösung ist das Ergebnis seines Todes.

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Heiligabend 2017

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran, mancher von den Jüngeren hat es vielleicht gerade hinter sich, so wie wir, und die Jüngsten werden es, so Gott will, eines Tages erleben. Wenn ein Kind geboren wird, besteht eine der schönsten, aber nicht unbedingt leichtesten, Aufgaben darin, einen Namen für den neuen Erdenbürger auszusu-chen. Dabei gibt es viele Dinge zu bedenken, auf die wir heute nicht eingehen wollen. Doch der Grund dafür ist bei den meisten Eltern derselbe. Die Namenswahl für ein neugeborenes Baby ist deshalb so wichtig, weil diesen Namen schließlich ein Leben lang tragen wird.

Nun kann es immer wieder vorkommen, dass Eltern mit ihrer Namenswahl die Persönlichkeit ihres Kindes nicht gut getroffen haben: Johann Sebastian ist nicht musikalisch oder Friedrich ist ein arger Wüterich. Doch morgen wird in Kirchen auf der ganzen Welt an eine weit wichtigere Namenswahl gedacht werden, die Gott schon 700 Jahre vor der eigentlichen Geburt durch seinen Propheten ange-kündigt hat:

„Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“

Wenn es einen Namen gibt, der voller Bedeutung steckt, wenn es einen Namen gibt, dessen Bedeutung ins Schwarze trifft, dann ist dieser. „Immanuel“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Gott ist mit uns“. Das Kind, das Maria in ihrem Leib trug, der kleine Junge, dessen Geburt wir morgen feiern wollen, ist Gott selber. Ist das nicht der Grund, aus dem wir Weihnachten feiern – die Tatsache, dass Gott, der heilige und allmächtige Schöpfer, inmitten einer sündigen Menschheit wohnte und lebte? Gott wohnt unter uns.

1. Hilfe ist zur Hand.

2. Mit einem Auge auf das Kreuz schauen.

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5. Sonntag nach Ostern: Rogate („Bittet, so werdet ihr nehmen“) 2017

Heute feiern wir gemeinsam den Sonntag „Rogate!“ und reden dann vom „Gebetssonntag“. Wörtlich übersetzt heißt das lateinische Wort ›rogare‹ ›bitten, anfragen, erflehen‹. Die Lesungen dieses Sonntags beziehen sich denn auch alle auf das Gebet. Beten heißt: Kinder Gottes reden mit Gott. Sie bringen ihre Anliegen, Sorgen, Probleme, Nöte und Bitten vor Gott.

Heute gibt es viele falsche Vorstellungen vom Beten, leider auch oft genug unter Christen. Mancher unserer Mitmenschen sagt, auf dieses Thema angesprochen, dass er auch schon einmal gebetet habe. Moslems, mit ihren strengen Gebetsvorschriften (sie müssen fünfmal am Tag beten), werden uns als Vorbild hingestellt. Doch die Bibel zeigt uns: nur Christen können wirklich beten, denn nur sie haben Zugang zu Gott. Weil Christus auf unserer Seite steht, weil er uns im Glauben gehört, gibt es überhaupt Gebet. Alles andere Reden zu Gott trägt den Namen „Gebet“ zu Unrecht. Diese Worte dringen nicht zu Gott vor. Sie sind vollkommen nutz- und wirkungslos.

Der Prophet Jesaja spricht in unserem Text eine besondere Art von Gebet an. Es ist die wichtigste und grundlegendste Art des Gebets. Darüber wollen wir heute gemeinsam reden. Jesaja zeigt uns: Die Bitte der sündigen Kinder Gottes.

1. Sie bitten um die Gnade und Vergebung des Herrn.

2. Sie bitten in Übereinstimmung mit seinen Gedanken und Wegen.

3. Sie bitten im Vertrauen auf Gottes Wort.

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