Sermons on “Hebräerbrief”

2. Christtag 2019: Geboren, um zu sterben.

Wahrscheinlich gibt es kein Ereignis im Leben eines Menschen, das größere Freude hervorruft und verbreitet als die Geburt eines Kindes. Wie oft haben wir es selbst erlebt oder die folgenden Szenen auf unseren Bildschirmen verfolgt?

Da ist die junge Mutter mitten in der der Geburt. Sie liegt im Kreißsaal, Schweiß steht ihr auf der Stirn, der Atem geht schwerer. Die Wehen kommen in immer kürzeren Abständen. Dabei ist noch die Hebamme, die alles im Blick hält und der werdenden Mutter Mut macht: „Noch einmal kräftig pressen!“ Außer der Hebamme ist noch der werdende Vater anwesend, dessen Hand sie umklammert hält. Aufgeregt steht er daneben und wartet auf das langersehnte Ereignis.

Und dann ist es endlich soweit. Erst ist ein kleines Köpfchen zu sehen und mit der nächsten Wehe erblickt ein kleines Menschenkind das Licht der Welt. Der stolze Vater darf die Nabelschnur durchtrennen.

Und schließlich ist der erste Schrei des Neugeborenen zu hören. Das kleine Baby wird in Mamas zitternde Arme gelegt. Tränen der Freude fließen über ihre Wangen und feiern dieses erstaunliche, göttliche Geschenk eines neuen menschlichen Lebens. Und Papa, Papa schnappt sich sein Telefon und verbreitet die Geburt des Babys mit einem Fingerdruck in der ganzen Welt. Das Leben, ein neues Leben, ist es wert, gefeiert zu werden und Eltern können gar nicht anders, sie müssen ihre Freude mit anderen teilen.
Darüber wollen wir heute auch nachdenken, und über diesen Text schreiben. Die Freude über die Geburt unseres Retters.

1. Unser Retter wurde geboren.

2. Unser Retter wurde geboren, um zu sterben.

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5. Sonntag in der Passionszeit 2018: Judika – Schaffe mir Recht, Gott

Eine Geschichte aus Afrika erzählt, dass einst eine große Dürre und eine lange Hungersnot über das Land hereinbrachen. Menschen und Tiere litten große Not und viele mussten ihr Leben lassen. Die anderen kämpften mit aller Macht um ihr Überleben. Ein Pelikan versuchte vergeblich, für seine Jungen irgendwelche Nahrung herbeizuschaffen. Als er das Betteln der Jungen nicht mehr ertragen konnte und nichts mehr fand, mit dem er die hungrigen Schnäbel hätte füllen können, bohrte er sich mit seinem Schnabel ein Loch in seine Brust und gab seinen Jungen das eigene Blut zu trinken. So konnten die Jungen die Hungersnot überleben und vom Blut des Pelikans genährt groß werden. Der alte Pelikan aber starb an seinem Opfer. Er hatte sein Leben für seine Jungen gegeben. (Axel Kühner: „Zuversicht für jeden Tag.“)

Unser heutiger Predigttext berichtet uns auch von einem Opfer, aber einem anderen und viel größeren Opfer. Auch wir Menschen sind bereit, uns zu opfern, wenn wir uns einen Sinn davon versprechen, etwa für einen lieben Menschen oder eine Sache, die es wert ist, dass man sich dafür opfert. Auch Christus hat sich geopfert, aber nicht nur für einige wenige, die ihn liebten, sondern für alle Menschen, die damals noch seine Feinde waren. Und er hat durch sein Opfer sehr viel mehr erreicht, als etwa der alte Pelikan in unserer Geschichte. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Das Opfer des Herrn Christus, unseres Hohenpriesters.

1. Es ist ein Opfer von unvergleichlicher Art.

2. Es ist ein Opfer mit unvergleichlicher Wirkung.

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Karfreitag: „Christus ist für uns gestorben“ 2016

Heute feiern wir gemeinsam den Karfreitag. Wir denken an den Tod unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha. Heute wollen wir uns gemeinsam fragen, was dieser Tag für uns bedeutet. Ist es einfach nur ein Gedenktag, wie zum Beispiel der 3. Oktober, der Tag der deutschen Einheit? Ist es ein Tag, an dem wir über ein geschichtliches Ereignis nachdenken, das aber geringer oder gar keine Auswirkungen auf unseren Alltag hat? Oder ist dieser Tag mehr? Lasst uns anhand unseres Predigttextes über das große Opfer vom Karfreitag und seine Bedeutung für unser Leben nachdenken.

1. Dadurch beschenkt uns Gott unvorstellbar reich.
2. Lasst uns diesen Reichtum mit vollen Händen nutzen.

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6. Sonntag in der Passionszeit: Palmarum („Palmsonntag“) 2016

Man mag von Sport halten was man will, an einem kommt keiner vorbei: Sport ist überall zu finden. Sportler sind die modernen Helden. Sie vollbringen Leistungen, die für die meisten von uns unerreichbar sind. Sie werden bewundert und verehrt. Bei allem Glanz und aller Verehrung übersehen viele aber, dass Sport harte Arbeit ist. Er ist mit Anstrengungen und Entbehrungen verbunden. Will ich mein Ziel erreichen, dann muss ich mich als Sportler auf das Ziel konzentrieren.

Nicht umsonst gebraucht die Bibel immer wieder das Bild des Sportlers, um damit das Leben der Christen zu beschreiben. Es gibt eine ganze Reihe von Ähnlichkeiten zwischen den beiden. Auch der Schreiber des Hebräerbriefes nutzt dieses Bild in unserem Text. Lasst uns deshalb gemeinsam über das nachdenken, was er uns für unser christliches Leben zu sagen hat. Als Thema wollen wir über unseren Text schreiben: Haltet durch im Lauf des Glaubens!

1. Es ist ein schwerer Lauf.
2. Aber Jesus gibt uns Kraft.
3. Und Gott zeigt uns den Weg.

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5. Sonntag in der Passionszeit: Judika („Schaffe mir Recht, Gott“) 2016

„Keiner versteht mich!“ – Diese Worte bilden eine Aussage, der wir vielleicht nicht öffentlich zustimmen würden, schließlich wollen wir nicht jammern, aber insgeheim entlockt sie uns hin und wieder doch ein zustimmendes Nicken. Und es steckt tatsächlich viel Wahres in diesen Worten. Viele Probleme, Sorgen und Nöte, aber auch Freu-den und schöne Zeiten anderer Menschen können wir nur in bestimmtem Umfang nachvollziehen. Wer verheiratet ist, kennt das von seinem Ehepartner. Männer und Frauen sind von ihren Anlagen und Gaben, von der Art und Weise, wie sie an Aufgaben und Probleme herangehen, ganz unterschiedlich. Der eine versucht mehr durch logisches Denken Probleme zu lösen. Dem Anderen ging es eigentlich nur um ein paar mit-fühlende Worte, eine Umarmung und eine Schulter zum Anlehnen.

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3. Sonntag in der Passionszeit: Okuli („Meine Augen“) 2016

Liebe Gemeinde, was braucht der Mensch zum Leben? Reicht es, wenn er etwas zu essen, zu trinken, anzuziehen und ein Dach über dem Kopf hat? Oder ist es notwendig, dass er, zumindest in einem gewissen Ausmaß, auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann? Solche und ähnliche Fragen werden immer wieder einmal diskutiert, wenn es um die zunehmende Armut in unserem Land, besonders auch unter Alten und Kindern geht. Was braucht der Mensch zum Leben?

Die Bibel sagt uns, dass wir zufrieden sein sollen, wenn wir Nahrung und Kleidung haben. Wir erfahren aber auch, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von Gottes Wort. Letztlich erhält uns Gott am Leben, nicht die Dinge, die wir haben oder erarbeiten. Aber es gibt etwas, das wirklich lebensnotwendig ist, was wir wirklich brauchen. Unser heutiger Predigttext weißt uns darauf hin.

Die Empfänger des Hebräerbriefes waren Judenchristen. Sie kamen aus dem Alten Testament mit seinen Priestern, Opfern, Gottesdiensten und Zeremonien. In den ersten Christenverfolgungen der damaligen Zeit überlegten offensichtlich einige, ob sie nicht dahin zurückkehren sollten – Christus verlassen und zurück zu den alten Dingen, wo sie sicher waren vor Verfolgung. Das erschien ihnen als das Lebensnotwendige. Was brauchen wir zum Leben? Diese Frage ist bis heute aktuell. Wir wollen sie gemeinsam aus unserem Text beantworten. Der Verfasser des Hebräerbriefs ruft uns zu: Jesus ist alles, was wir brauchen. Drei Gründe nennt uns unser Text.
1. Er vertritt uns vor Gott.
2. Er versteht unsere menschlichen Schwächen.
3. Er erwarb durch sein Opfer unsere Erlösung.

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