Sermons on “Anfechtung”

6. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott stärkt seinen Boten und erweist seine Macht gegenüber Pharao

Gott hatte Mose und Aaron erst zu seinem Volk und dann zum Pharao geschickt, um sein Volk zu befreien. Doch anstatt eines schnellen Erfolgs erreichen seine Boten zunächst das genaue Gegenteil. Pharao bedrückt Gottes Volk noch mehr. Und die Israeliten wenden sich gegen Mose und Aaron.

Doch Gott sagt seine Hilfe weiter zu. Er will die Ausdauer seiner Boten, er will seine Kraft, Herrlichkeit gegenüber Pharao und seine Gnade für sein Volk beweisen. Wieder wendet Mose ein, dass er „unbeschnittene Lippen“ habe, dass er ein schlechter Redner sei. Und so stärkt Gott seinen zögerlichen Boten und fängt an, seine Macht gegenüber Pharao zu erweisen.

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1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti „Wie die neugeborenen Kinder“ – 2020: Unsere lebendige Hoffnung

„Ich hoffe, dass du recht hast.“ So sagen wir, wenn wir jemandem eigentlich nicht glauben, selbst aber auch keine bessere Lösung haben. „Ich hoffe, es regnet morgen.“ Doch wir sind uns sicher, dass es wieder ein schöner, sonniger Frühlingstag wird. „Ich hoffe, dass die Krise jetzt zu Ende geht und alles wieder normal läuft.“ Doch innerlich stellen wir uns darauf ein, noch lange Zeit mit Einschränkungen und Behinderungen leben zu müssen.

Was haben all diese Aussagen gemeinsam? „Hoffnung“ ist hier ein ziemlich schwaches oder leeres Wort. Man könnte fast sagen, wenn wir heutzutage von „Hoffnung“ reden, dass es sich eher um etwas handelt, was wir uns wünschen, von dem wir aber nicht wirklich ausgehen, dass es Wirklichkeit wird. Weder rechnen wir damit, dass mein Gesprächspartner vom Anfang recht hat, noch das es regnet, geschweige denn damit, dass wir bald zu dem Leben zurückkehren können, das wir Ende Februar noch geführt haben. Uns schwant, dass unsere Wünsche wohl nicht Wirklichkeit werden.

Auch unser heutiger Predigttext redet von Hoffnung, der Hoffnung, die wir als Christen, als Kinder Gottes haben. Ist das auch ein schwaches oder leeres Wort? Oder ist an dieser Hoffnung etwas dran? Ostern zeigt uns ja, wie Gott unsere ganze Welt auf den Kopf gestellt hat. Jesus, der am Karfreitag gekreuzigt wurde, ist auferstanden. Er hat ein völlig neues, niemals endendes Leben bekommen. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Die Jünger waren durch die Ereignisse vom Karfreitag völlig entmutigt. Doch nun ist ihr Glaube neu entfacht worden. Warum? Petrus beschreibt es in unserem Text als die „lebendige Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“. Darüber wollen wir heute gemeinsam nachdenken, über unsere lebendige Hoffnung.

1. Sie ist vollkommen gewiss.

2. Sie stärkt uns unser ganzes Leben lang.

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21. Sonntag nach Trinitatis 2018

Es gibt wohl kaum ein Kinderspiel, dass so gern gespielt – und von den Erwachsenen so kritisch beäugt wird – wie Krieg spielen. Kinder mit Stöcken, die als Schwerter dienen oder vielleicht sogar mit richtigen Schwertern und Schilden aus Holz, aber auch mit Holzpistolen oder -gewehren, die gegeneinander kämpfen. Die Älteren unter uns wissen noch aus eigenem Erleben, wie furchtbar ein Krieg ist, und die Erwachsenen kennen es aus Film und Fernsehen. Sie können, wenn auch nicht aus eigenem Erleben, so doch verstandesgemäß erfassen, wie furchtbar ein Krieg ist. Und das versuchen sie auch, ihren Kindern zu vermitteln. Und doch übt es auf Kinder einen beinahe unwiderstehlichen Reiz aus.

Nun greift der Apostel das Bild vom Soldaten in unserem Text mit einem sehr bekannten Bild auf. Die für die damaligen Menschen allgegenwärtige Rüstung eines römischen Legionärs, eines römischen Fußsoldaten, und der Beruf des Soldaten, wird als Vorbild für unser christliches Leben selbst genutzt. Ja, wir stehen im Krieg. Immer wieder vergleicht die Heilige Schrift unser Leben als Kinder Gottes mit einem Kampf. Wir wollen uns heute im Licht dieses Bildes betrachten und über diesen Text schreiben: Christen als Kämpfer, als Soldaten im Heer Christi. Dabei wollen wir uns heute drei Fragen herausgreifen, die uns unser Text beantwortet:

1. Wo tun wir Dienst?

2. Wer ist unser Feind?

3. Wie verwenden wir unsere Waffe?

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Reformationsfest 2017

Heute feiern wir das Reformationsfest und nicht nur irgendeins, sondern 500 Jahre lutherische Reformation. Für uns, als lutherische Kirche, ist es eines der wichtigsten Feste im ganzen Jahr, auch wenn die Bedeutung dieses Tags in unserer Umwelt weitgehend verloren gegangen ist. Wir denken daran, was Gott durch Martin Luther angestoßen hat, als der vor 500 Jahren seine 95 Thesen über die Buße an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte, und damit eine Erneuerung der Kirche los trat, die ihresgleichen sucht. Die evangelische Kirche entdeckte die Heilige Schrift wieder, das vierfache „allein“ der Bibel und der Reformation: allein durch Christus, allein aus Gnade, allein durch den Glauben, allein in der Heiligen Schrift. Gott schenkt uns 500 Jahre lutherische Reformation.

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Ostermontag: „Die Auferstehung des Herrn“ 2017

Ostern ist ein fröhliches Fest. Die lange dunkle und kalte Winterzeit geht dem Ende entgegen. Überall grünt und blüht es. Die Tage werden viel länger. Früh kann man die Vögel zwitschern hören. Überall sehen wir neues Leben. Und wir wissen, neues Leben und Ostern, das gehört zusammen. Zu Ostern hat nicht nur Jesus das neue Leben der Auferstehung bekommen, sondern wir mit ihm. Das ist Grund genug zur Freude.

Doch oft ist uns nicht nach Freude zumute. Die Sorgen und Nöte des Alltags machen sich breit und ersticken jede Freude an Ostern im Keim. Außerdem ist das mit der Auferstehung ja schon beinahe 2.000 Jahre her. Da fällt es uns manchmal sehr schwer uns zu freuen. Und dann stimmen wir, bewusst oder unbewusst, in eine Klage der traurigen und bedrückten Emmausjünger mit ein: „Ihn aber sahen sie nicht.“ Doch am Ende sind sie voller Freude. Was ihnen einst wiederfahren ist, geschieht auch bei uns. Der Text ruft uns zu: Der Auferstandene ist uns ganz nahe. Drei Dinge erkennen wir:

1. Oft sehen wir ihn nicht.

2. Doch er schenkt uns Erkenntnis.

3. Dann lässt er sich von uns sehen.

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Letzter Sonntag nach Epiphanias 2017

Am heutigen letzten Sonntag in der Epiphaniaszeit sehen wir noch einmal darauf, wie sich Jesus uns offenbart. Wir haben bisher gesehen, wie Gott ihn offenbart, durch Wunder und sein Wort vor Heiden, durch sein Wort bei Jesu Taufe. Jesus offenbart sich selber durch sein Wort und sein Verhalten als Zwölfjähriger im Tempel. Er heilt den Aussätzigen, er stillt den Sturm, ja er verwandelt Wasser zu Wein für ein fröhliches Hochzeitsfest.

Doch Jesus, in seinem öffentlichen Wirken, hat nicht nur Wunder getan, sondern vor allem gelehrt und gepredigt. Und immer wieder hören wir davon, wie Menschen staunen, wenn er mit Vollmacht Gottes Wort lehrt und auslegt. Jesus offenbart sich durch sein Wort, durch seine Lehren. Oft hat Jesus in Gleichnissen gelehrt. Unser heutiger Predigttext enthält auch eines dieser Gleichnisse. Anhand dessen wollen wir heute gemeinsam betrachten: Die Herrlichkeit Jesu wird im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen offenbart.

1. Wir sehen seine Liebe.

2. Wir sehen seine Toleranz.

3. Wir sehen seine Gerechtigkeit.

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4. Sonntag nach Epiphanias 2017

Die Epiphaniaszeit will uns mit ihren Evangelientexten dabei helfen, unseren Heiland besser zu erkennen und zu verstehen. Wer ist das Kind in der Krippe, wer ist der Heiland, der Herr, der zu Weihnachten in der Stadt Davids, in Bethlehem geboren wurde? Bisher haben wir gesehen, wie er den Heiden offenbart wird, die kommen, um ihn anzubeten. Wir sehen, wie er sich in der Freude einer Hochzeit als gnädiger und großzügiger Helfer offenbart. Aber auch im Elend der Menschen ist er da, als er den Aussätzigen von seinem Aussatz heilt.

Heute nun sehen wir Jesus in noch viel größerem Ausmaß in seiner Herrlichkeit als Heiland und Herr über die Schöpfung. Die meisten von uns waren schon einmal am Strand des Meeres, wenn die Wellen sich am Strand brachen, vielleicht nicht bei einem Sturm, aber doch bei stärkerem Wind. Es ist ein beeindruckendes Naturereignis. Einen Sturm haben wir vielleicht im Fernsehen gesehen, wie Wellen alles wegfegen, was ihnen im Weg steht: Dünen, Häuser, Deiche, Schiffe oder Menschen.

Am Ende eines anstrengenden Tages voller Heilungswunder, Predigten und Gespräche mit Menschen, erteilt Jesus seinen Jüngern den Befehl mit einem Schiff auf die andere Seite des Galiläischen Meeres, des Sees Genezareth zu fahren. Nicht nur die zwölf Apostel, sondern auch andere Jünger und Anhänger Jesu, steigen in die Boote und fahren über den See, wie wir von Markus erfahren. Es ist der größte See des Landes. Er liegt etwa 210 m unter dem Meeresspiegel, hat eine Fläche von 166 km² und ist von Hügeln und Bergen umgeben. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass am Ende des Tages heftige Winde oder Stürme auf dem See herrschen.

Doch dieser Sturm ist ungewöhnlich heftig. Die Wellen schlagen über dem nicht gerade kleinen Boot zusammen. Unter den Jüngern befanden sich vier erfahrene Fischer, die ihr ganzes bisheriges Leben am oder auf diesem See verbracht hatten. Auch sie sind mit ihrem Wissen am Ende. Sie können sich nicht mehr helfen und wenden sich schließlich voller Verzweiflung an Jesus, der – oh Wunder – hinten im Boot liegt und schläft.

Jesus tadelt ihren Kleinglauben und bedroht den Wind und das Meer. Und plötzlich, von einem auf den anderen Augenblick herrscht auf dem See vollkommene Stille! Keine Wellen, kein Wind! Die Boote, die eben noch drohten unter den Wellen zu verschwinden und die Menschen darin in den Untergang zu reißen, liegen ganz still im Wasser. Und hier ist der Höhepunkt unseres Textes. Die Menschen, die Apostel mit Jesus im Boot, und auch die anderen Jünger in den anderen Booten, fragen sich:

„Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?“

Sie waren gerade Zeugen eines gewaltigen Wunders geworden. Sie hatten erlebt, wie Jesus mit ein paar Worten sofort einen Sturm zum Verstummen gebracht und den eben noch aufgewühlten See geglättet hatte. Der Sturm war nicht abgeflaut, die Wellen hatte sich nicht nach und nach beruhigt, sondern von jetzt auf gleich herrschte eine große Stille. Mit ihnen werden auch wir Zeugen: Wind und Meer sind ihm gehorsam. Und anhand dessen wollen wir heute gemeinsam drei Dinge betrachten.

1. Wind und Meer sind ihm gehorsam, doch er starb am Kreuz.

2. Wind und Meer sind ihm gehorsam, doch seine Jünger leiden und sterben.

3. Wind und Meer sind ihm gehorsam, doch Menschen weigern sich zu glauben, dass er unser allmächtiger Heiland ist.

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21. Sonntag nach Trinitatis 2016

Vielleicht haben sie den Ausdruck „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ schon einmal gehört. Man bezeichnet damit einen Umschwung in der Stimmung eines Menschen. Gerade noch ist man fröhlich und guter Dinge, nur um im nächsten Augenblick traurig zu sein und sich zu fragen, wie man gerade noch so fröhlich sein konnte. Wir reden auch von einer Achterbahnfahrt der Gefühle. So wie es auf einer Achterbahn in schnellem Wechsel auf und ab geht, so können sich auch unsere Gefühle unheimlich schnell ändern, wenn unsere Lebensumstände sich ändern.

Das betrifft auch unseren Glauben. Gott schenkt uns gute Erfahrungen. Wir dürfen erleben, dass uns sein Wort trägt. Es schenkt uns ein gutes Gewissen, Trost in schweren Stunden. In der Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern erleben wir schöne Stunden. Wenn wir mit den anderen zusammen sind, beim Gemeindefest, beim Gemeindetag, bei einer Synode – dann fühlen wir uns geborgen. Wir vertrauen auf die Zusagen in Gottes Wort, dass er bei uns ist, dass er uns behütet. Wir können seine Gegenwart spüren. Wir freuen uns auf die vor uns liegenden Aufgaben und sind uns sicher, dass Gott uns Kraft und Mut geben wird, sie anzupacken.

Doch wenn wir wieder allein durchs Leben gehen, kann alles schnell ganz anders kommen. Wir fühlen uns einsam und verloren. Plötzlich sind wir uns gar nicht mehr so sicher, dass Gott wirklich bei uns ist. Wenn unsere Mühe und Arbeit vergeblich scheint, wenn wir in unserem Glaubensleben nur noch Rückschläge erleben, wenn wir schon bei den einfachsten Dingen, wie der täglichen Andacht, dem Tischgebet oder dem Gottesdienstbesuch scheitern, weil wir keine Lust haben, weil es uns oft genug als lästige Pflichtübung erscheint, dann sind wir ganz unten angekommen. Dann sind wir bereit aufzugeben, die Flinte ins Korn zu werfen. Doch Gott ist nicht dazu bereit. Er will uns nicht aufgeben. An der Geschichte des Propheten Elia zeigt er uns, wie er auch in unserem Leben eingreift. Wir wollen heute gemeinsam bedenken: Gott gibt nicht auf.

1. Er gibt dich nicht auf.

2. Er gibt seine Gemeinde nicht auf.

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6. Sonntag nach Ostern: Exaudi („Höre, Herr, meine Stimme“) 2016

Heute feiern wir gemeinsam den Sonntag Exaudi, nach dem Eingangspsalm: „Höre, Herr, meine Stimme, wenn ich rufe.“ äußern wir die Bitte, dass Gott uns nicht allein lässt, dass er bei uns bleibt, dass er mit uns redet. Jesus hat seinen Jüngern, vor seinem Tod als auch in den vierzig Tagen nach Ostern immer wieder Mut gemacht. Er wird ihnen den Heiligen Geist, den Tröster senden. Er wird ihnen Mut geben, Kraft verleihen, Trost schenken, sie zu Zeugen machen.

Der heutige Sonntag ist der letzte Sonntag in der Osterzeit, der Sonntag der schon ganz auf das Pfingstfest ausgerichtet ist. Gott hat uns seinen Geist auch heute zugesagt und geschenkt. Er hat versprochen, dass er uns nicht allein lassen wird. Der Apostel Paulus greift diesen Gedanken in unserem Predigttext auf und macht uns deutlich, dass Gott auch jeden von uns nicht allein lässt: Gott will uns trösten, wie er uns versprochen hat, denn wir sind…

1. durch seinen Geist vertreten.
2. durch seine Gnade erwählt.
3. durch sein Evangelium berufen.

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