Sermons on “Erlösung”

3. Sonntag nach Ostern: Jubilate – „Jauchzt dem Herrn!“ – 2020: Gott beruft Mose und nennt uns seinen Namen.

„Jubilate!“ heißt dieser Sonntag: „Jauchzt! Jubelt!“ Nun könnten wir denken, dass wir im Augenblick wohl kaum oder doch zumindest wenig Grund zum Jubeln und Jauchzen haben. Die meisten machen sich Sorgen um ihre Gesundheit, viele um ihr Einkommen oder ihren Arbeitsplatz oder ihre Kinder. Was ist da Grund zum Jubeln? Nun, wir feiern immer noch die Osterzeit: Jesus ist auferstanden! Er lebt! Damit rettet er uns von unserer Schuld zum ewigen Leben! Er herrscht auch hier und heute in unserer Zeit und Welt. Er hält das Ruder fest in den von Nägeln durchbohrten Händen. Das ist Grund zum Jauchzen! Das sehen wir schon im Alten Testament, wo Gott Mose beruft und uns seinen Namen nennt!

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3. Advent 2019: Wie Gott an Noah denkt und ihn rettet, so denkt er auch an uns und rettet uns.

Johannes der Täufer liegt im Gefängnis. Der von Gott ausgewählte Wegbereiter seines Sohnes, ist gefangen, der Tod steht ihm bevor. Und die letzten Worte, die wir aus seinem Mund in der Bibel hören, sind Worte des Zweifels. Plötzlich ist er sich nicht mehr sicher, ob Jesus, den er als das Lamm Gottes (Joh 1,29) bezeugt hat, wirklich der verheißene Retter ist. „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“, lässt er Jesus durch seine Jünger fragen. Seine Erwartungen passen nicht zum Auftreten von Jesus. Er hat mit dem Gericht, dem herrlichen Ende der Welt, der Strafe über die Bösen und der Verherrlichung der Gläubigen gerechnet. Er ist der Botschafter des Herrn, aber er muss im Gefängnis liegen. Wie passt das zusammen?

Sind das nicht auch unsere Fragen? Wir sind Gottes Kinder. Gott verspricht, dass er uns lieb hat, dass er sich um uns kümmern, bei uns sein, uns niemals verlassen, uns versorgen will. Aber oft genug scheint er uns dann in unserem Leben nur allzu oft allein zu lassen. Wir sehen Gott nicht, fühlen uns allein. Ja, manchmal geht es uns wie Jakob oder der kanaanäischen Frau, dass der Feind, der Gegner in unserem Leben, Gott zu sein scheint. In den finsteren Abschnitten unseres Lebens, in unserer Trauer, in Krankheit, voller Schmerz, in Einsamkeit, wenn wir nicht mehr aus noch ein wissen, wenn wir nicht wissen, wie es weitergehen soll, ob es weitergehen wird, dann suchen wir Gott, aber wir können ihn nicht finden. Was dem Vorläufer des Messias passiert ist, passiert uns auch. Wir kommen ins Grübeln, ja ins Zweifeln. Unser heutiger Text will uns dabei helfen, denn er zeigt uns im Bericht vom Ende der Sintflut und der Rettung Noahs und seiner Familie unser eigenes Leben mit Gott.

Wie Gott an Noah denkt und ihn rettet, so denkt er auch an uns und rettet uns.

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Tag der Himmelfahrt des Herrn 2019

Der heutige Feiertag zählt zu den „vergessenen“ Feiertagen. Ähnlich wie Pfingsten oder das Trinitatisfest, wissen die meisten Menschen mit dem heutigen Feiertag nichts mehr anzufangen. Um uns herum feiert man Männer- oder Vatertag. Die meisten freuen sich einfach nur darüber, dass sich die Gelegenheit bietet, mit nur einem Urlaubstag für morgen, vier Tag frei zu haben, nicht arbeiten zu müssen. An dieser Stelle sollten wir uns die Frage stellen: Wissen wir eigentlich noch, was „Christi Himmelfahrt“ für jeden von uns bedeutet?

Natürlich ist uns die Geschichte bekannt, wir haben sie gerade im heutigen Evangelium gehört: 40 Tage nach Ostern geht Jesus mit seinen Jüngern auf den Ölberg, wo er ihnen den Auftrag zur weltweiten Mission erteilt, um dann sichtbar zum Himmel aufzufahren. Zwei Engel erscheinen und erklären den Jüngern, was geschehen ist. Unser Text aus dem Propheten Jesaja kann uns dabei helfen die Frage zu beantworten: Was bedeutet Himmelfahrt des Herrn für uns heute? Zwei Dinge können wir unserem Text entnehmen:

1. Jesus ist der Hohe und Erhabene, der in der Ewigkeit wohnt.

2. Jesus ist der Gnädige und Barmherzige, der bei uns wohnt.

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3. Sonntag nach Epiphanias 2019

Unser heutiger Predigttext erinnert uns daran, dass Jesus auch ein Prediger war. Er heilte, wirkte Wunder, rettete aus Gefahr und vergab Sünden. Doch hier, unmittelbar am Anschluss an seine Taufe und die vierzig Tage in der Wüste beginnt er seine öffentliche Wirksamkeit in Galiläa in seiner Heimatstadt Nazareth, bei den Menschen, unter denen er die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbracht hatte. Und wir sehen auch die gemischten Reaktionen auf diese Predigt und ihre Ausführungen.

So kommt Jesus bis heute zu uns und in unser Leben, durch die Predigt, die Verkündigung seines Wortes. Jeden Sonntag, wenn der Pastor seinen Mund aufmacht, redet Jesus zu uns. Denn es ist sein Wort, seine Botschaft über seine Person und sein Werk als Gottes Sohn und unser Heiland, die verkündigt wird. Der Pastor steht im Auftrag Gottes vor euch. Genauso ist es aber auch, wenn wir selber allein oder im Familienkreis Gottes Wort hören oder lesen, wenn wir zusammen Andachten oder Bibelarbeiten halten. Dort öffnet Jesus seinen Mund und predigt uns und der Inhalt seiner Predigt, ist letztlich wie in Nazareth. Lasst uns diese Predigt heute gemeinsam hören. Jesus predigt in der Synagoge in Nazareth.

1. Er offenbart sich als den verheißenen Retter.

2. Er zeigt das Ziel seines Kommens.

3. Er geht den schweren Weg zu unserer Erlösung.

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Karfreitag 2018: Kreuzigung des Herrn

Die Frage nach dem „Warum?“ quält Menschen immer wieder. Warum musste er schon so jung sterben, fragen wir, wenn ein Kind oder ein Teenager stirbt, wenn Eltern ihre Kinder begraben müssen. „Warum?“ fragen wir bei großen Unglücken und Katastrophen. „Warum?“ fragen wir, wenn wir persönlich leiden müssen, wenn unsere Pläne misslingen.

Auch heute, am Karfreitag, wollen und müssen wir diese Frage stellen. Vielleicht haben sie den Film „Die Passion Christi“ gesehen. Der Film ist nichts für schwache Nerven. Wenn man sieht, wie Christus mit Geißeln geschlagen wird, wie man ihm eine Krone aus Dornen auf den Kopf drückt und wie er schließlich qualvoll am Kreuz stirbt, dann fragt man sich, ob so ein Film nötig war. Doch das Ganze wird sehr viel deutlicher, wenn man den Vorspann beachtet. Bevor der Film beginnt wird der zweite Vers unseres heutigen Predigttextes eingeblendet:

„Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.“

Nichtchristen, leider aber auch sehr viele Christen haben vergessen, dass sich unser Glaube auf die Ereignisse am Karfreitag und zu Ostern gründet. Christi Tod war grausam, aber er war auch notwendig. Warum? Unser Text lehrt uns bedenken: Christus litt und starb für uns. Zwei Dinge können wir dabei lernen:

1. Unsere Sünde ist die Ursache seines Todes.

2. Unsere Erlösung ist das Ergebnis seines Todes.

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Gründonnerstag 2018: Tag der Einsetzung des heiligen Abendmahls

Was ist ein Testament? Ein Testament ist der letzte Wille eines Menschen, es ist unser letzter Wille. Hier geben wir die Dinge, die wir besitzen, an die Menschen weiter, die wir lieben. Etwas Ähnliches spielte sich am Gründonnerstagabend in Jerusalem ab. Jesus feierte mit seinen Jüngern das jüdische Passahfest. Und weil es das letzte Mal sein sollte, dass sie vor seinem Tod beisammen waren, machte er sein Testament.

Jesus hatte kein Haus zu verschenken, keine Schätze. Doch er hatte etwas viel Wertvolleres. Das wollte er denen weitergeben, die er liebte. Deshalb setzte Jesus das heilige Abendmahl ein und feierte es mit seinen Jüngern. Das Abendmahl ist sein Testament, sein Vermächtnis an seine Kirche, sein Vermächtnis an dich und mich.

Heute, am Jahrestag dieser Einsetzung, denken wir an dieses wunderbare Vermächtnis unseres Heilandes und an die Liebe, die sich in diesem Mahl wiederspiegelt. Anhand der Worte des Apostels Paulus aus dem 1. Korintherbrief wollen wir jetzt gemeinsam betrachten: Das Abendmahl ist eine Feier der Liebe Gottes. Drei Gründe nennt uns unser Text dafür:

1. Es schenkt uns den Preis unserer Erlösung.

2. Es schenkt uns Gemeinschaft mit unserem Erlöser.

3. Es schenkt uns die Gemeinschaft miteinander.

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Neujahrstag 2018

„Ein gesegnetes neues Jahr.“, so wünschen wir uns als Christen an diesem Tag gegenseitig, weil wir wissen, dass alle guten Gaben von Gottes Segen kommen. Doch heute wollen wir uns einmal fragen, was ist denn eigentlich ein „neues“ Jahr? Das Wort „neu“ kann bedeuten, dass eine Sache durch eine andere ersetzt wird. Oder es kann auch bedeuten, dass etwas Altes überarbeitet und „neu“ gemacht wird. Ein „neues“ Auto ist entweder ein neu gebautes oder ein altes, das neu aufgebarbeitet wurde.

Auf das „neue“ Jahr trifft sicher beides zu: es ist ganz neu und frisch mit 365 neuen Tagen und doch sind viele Dinge wie vorher: unsere Welt ist dieselbe, die Menschen sind dieselben, Jahreszeiten und Feste sind dieselben. Die Jahreslosung für das Jahr 2018 steht in der Offenbarung des Johannes. Nun ist die Offenbarung sicherlich nicht das am leichtesten zu verstehende Buch der Bibel. Ihre große Botschaft ist leicht: „Christus ist der Sieger und wir mit ihm.“ Erst in den Einzelheiten gibt es Stellen, die nicht leicht zu verstehen sind.

Doch die letzten beiden Kapitel reden von der Vollendung der Erlösung, davon wie Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und alles neu machen wird. Gott will und wird die gefallene Schöp-fung neu mache, freimachen von aller Sünde, von dem Fluch und Zorn, die seit dem Sündenfall der Menschen auf ihnen liegen. In diesem Zusammenhang steht dann auch unser Predigtvers und passt damit zum „neuen“ Jahr. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Durch Christus macht Gott alles neu.

1. Denn er hat alles vollbracht.

2. Darum kommt zur Quelle des lebendigen Wassers.

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Heiligabend 2017

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran, mancher von den Jüngeren hat es vielleicht gerade hinter sich, so wie wir, und die Jüngsten werden es, so Gott will, eines Tages erleben. Wenn ein Kind geboren wird, besteht eine der schönsten, aber nicht unbedingt leichtesten, Aufgaben darin, einen Namen für den neuen Erdenbürger auszusu-chen. Dabei gibt es viele Dinge zu bedenken, auf die wir heute nicht eingehen wollen. Doch der Grund dafür ist bei den meisten Eltern derselbe. Die Namenswahl für ein neugeborenes Baby ist deshalb so wichtig, weil diesen Namen schließlich ein Leben lang tragen wird.

Nun kann es immer wieder vorkommen, dass Eltern mit ihrer Namenswahl die Persönlichkeit ihres Kindes nicht gut getroffen haben: Johann Sebastian ist nicht musikalisch oder Friedrich ist ein arger Wüterich. Doch morgen wird in Kirchen auf der ganzen Welt an eine weit wichtigere Namenswahl gedacht werden, die Gott schon 700 Jahre vor der eigentlichen Geburt durch seinen Propheten ange-kündigt hat:

„Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“

Wenn es einen Namen gibt, der voller Bedeutung steckt, wenn es einen Namen gibt, dessen Bedeutung ins Schwarze trifft, dann ist dieser. „Immanuel“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „Gott ist mit uns“. Das Kind, das Maria in ihrem Leib trug, der kleine Junge, dessen Geburt wir morgen feiern wollen, ist Gott selber. Ist das nicht der Grund, aus dem wir Weihnachten feiern – die Tatsache, dass Gott, der heilige und allmächtige Schöpfer, inmitten einer sündigen Menschheit wohnte und lebte? Gott wohnt unter uns.

1. Hilfe ist zur Hand.

2. Mit einem Auge auf das Kreuz schauen.

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Reformationsfest 2017

Heute feiern wir das Reformationsfest und nicht nur irgendeins, sondern 500 Jahre lutherische Reformation. Für uns, als lutherische Kirche, ist es eines der wichtigsten Feste im ganzen Jahr, auch wenn die Bedeutung dieses Tags in unserer Umwelt weitgehend verloren gegangen ist. Wir denken daran, was Gott durch Martin Luther angestoßen hat, als der vor 500 Jahren seine 95 Thesen über die Buße an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte, und damit eine Erneuerung der Kirche los trat, die ihresgleichen sucht. Die evangelische Kirche entdeckte die Heilige Schrift wieder, das vierfache „allein“ der Bibel und der Reformation: allein durch Christus, allein aus Gnade, allein durch den Glauben, allein in der Heiligen Schrift. Gott schenkt uns 500 Jahre lutherische Reformation.

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Pfingstmontag: „Die Ausgießung des Heiligen Geistes“ 2017

Am heutigen Pfingstmontag haben wir das Ende der ersten Hälfte des Kirchenjahres fast erreicht. Die großen Feste: Weihnachten, Karfreitag, Ostern und nun Pfingsten haben wir gefeiert. In der nächsten Woche kommt noch das Trinitatisfest und dann beginnt die zweite Hälfte, mit den kleineren Festen. Ein halbes Jahr lang haben wir gesehen wie Gottes Sohn als Mensch geboren wurde, wie er lebte, heilte, lehrte, litt und starb. Wir haben fröhlich seine Auferstehung gefeiert und dann gehört, wie er zum Himmel aufgefahren ist.

Gestern haben wir von der sichtbaren Ausgießung des Heiligen Geistes gehört, mit der die Verkündigung dessen, was Jesus getan hat, in alle Welt ange-fangen hat. Heute schauen wir zurück und fragen uns: Was hat Christus uns gelassen? Zunächst scheint es etwas ernüchternd zu sein. Statt seiner sichtbaren Gegenwart haben wir – Worte, einfache Worte. Sie stehen in der Bibel, seinem Wort und wir hören sie aus dem Mund von Pastoren oder Mitchristen. Doch zu Pfingsten sehen wir eben auch, dass er uns seinen Geist schenkt, der durch diese Worte wirkt und gibt, was diese Worte sagen. Unser heutiger Predigttext ist ein Vers aus dem Evangelium für den Pfingstmontag, einem Abschnitt aus dem Ge-spräch, das Jesus mit Nikodemus geführt hat. Und auch wenn der Heilige Geist in diesem zweiten Teil des Gesprächs, den wir heute gehört haben, nicht namentlich genannt wird, steht er doch im Hintergrund.

Der Bibelvers, den wir noch einmal gehört haben ist auf den ersten Blick einfach, unscheinbar und doch ist er atemberaubend. Diese Worte sind so atemberaubend, dass sie sogar einen besonderen Namen haben. Dieser Vers wird als das Evangelium in der Nussschale bezeichnet, weil dieser eine Satz das ganze Evangelium enthält und wunderbar zusammenfasst. Lasst uns heute gemeinsam bedenken:

Es ist atemberaubend, wie sehr Gott uns liebt!

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