Sermons on “Ewiges Leben”

Tag der Himmelfahrt des Herrn 2019

Der heutige Feiertag zählt zu den „vergessenen“ Feiertagen. Ähnlich wie Pfingsten oder das Trinitatisfest, wissen die meisten Menschen mit dem heutigen Feiertag nichts mehr anzufangen. Um uns herum feiert man Männer- oder Vatertag. Die meisten freuen sich einfach nur darüber, dass sich die Gelegenheit bietet, mit nur einem Urlaubstag für morgen, vier Tag frei zu haben, nicht arbeiten zu müssen. An dieser Stelle sollten wir uns die Frage stellen: Wissen wir eigentlich noch, was „Christi Himmelfahrt“ für jeden von uns bedeutet?

Natürlich ist uns die Geschichte bekannt, wir haben sie gerade im heutigen Evangelium gehört: 40 Tage nach Ostern geht Jesus mit seinen Jüngern auf den Ölberg, wo er ihnen den Auftrag zur weltweiten Mission erteilt, um dann sichtbar zum Himmel aufzufahren. Zwei Engel erscheinen und erklären den Jüngern, was geschehen ist. Unser Text aus dem Propheten Jesaja kann uns dabei helfen die Frage zu beantworten: Was bedeutet Himmelfahrt des Herrn für uns heute? Zwei Dinge können wir unserem Text entnehmen:

1. Jesus ist der Hohe und Erhabene, der in der Ewigkeit wohnt.

2. Jesus ist der Gnädige und Barmherzige, der bei uns wohnt.

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4. Sonntag nach Trinitatis 2018

Bei einem Besuch in der Stadt Florenz, in einer Halle der dortigen Kunstakademie, ist ein besonderer Ort zu finden. Hier befindet sich die so genannte „Halle der Gefangenen“. In ihr stehen vier unvollendete Steinskulpturen. Einst arbeitete ein Künstler an diesen Marmorblöcken, aber er hörte mitten in seiner Arbeit auf. Die Kanten sind rau. Der Stein ist unförmig. Und doch kann man Figuren erkennen, vier Menschen, die aus dem Felsen auftauchen. Einige haben Gesichter. Anderen fehlen die Arme. Bei einem ist der Rumpf vollendet, aber die Beine verschwinden im unbehauenen Marmor, ebenso wie die Schultern. Was man erkennen kann, ist nur der Anfang von Figuren, ein Hauch von dem, was der große Meister geplant hatte.

Der Künstler ist der berühmte Maler, Bildhauer und Baumeister des 16. Jahrhunderts, Michelangelo. Er hat sie begonnen, aber niemals zu Ende gebracht. Es handelt sich um Sklaven, um Gefangene, die einst als Schmuck für das Grab des Papstes Julius II. gedacht waren. Aufgrund von Änderungen an den Plänen für dieses Vorhaben wurden sie von Michelangelo niemals vollendet. Sein Werk ist eingefroren in der Zeit. Das, was sie einmal waren, grobe Blöcke aus Marmor, ist nicht mehr vorhanden. Was sie sein werden, wunderschöne Skulpturen, ist noch nicht hier. Die Vergangenheit ist vergangen und doch ist sie noch da. Die Zukunft ist hier und doch ist sie noch nicht da.

Diese Steinblöcke, die anfangen wie vollkommene menschliche Figuren auszusehen, aber als solche nur zu erahnen sind, bilden einen passenden Vergleich für das, worüber Paulus in unserem Text spricht. Paulus redet vom Leiden dieser Zeit, dass wir mit der ganzen Schöpfung teilen. Und er redet von der wunderbaren Erlösung der Kinder Gottes, die schon in uns angefangen hat, aber noch nicht vollkommen ist. Wir sind dazu eingeladen zu leben, zu hoffen, auf das zu vertrauen, was noch werden soll:

Lasst uns im Leiden dieser Zeit auf das vertrauen, was Gott noch an uns tun will.

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1. Sonntag nach Ostern 2018: Quasimodogeniti – Wie die neugeborenen Kinder

Zu Ostern feiern die Auferstehung Jesu von den Toten. Doch es ist wichtig, dass wir Auferstehung nicht mit wieder lebendig machen verwechseln. Jesus hat nach seiner Auferstehung nicht so mit seinen Jüngern gelebt, wie vorher. Nein, schon die Tatsache, dass er ihnen während der 40 Tage nach Ostern immer nur erschienen ist, macht deutlich, dass sich für ihn alles verändert hat. Auferstehung bedeutet ein neues Leben, ein Auferstehungsleben. Es ist z. B. ein Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat. Die Bibel redet auch von der neuen Schöpfung, die mit Ostern angefangen hat.

Dieses neue Leben haben auch wir. Der heutige Sonntag macht es uns mit seinem Namen deutlich: Quasimodogeniti: „Wie die neugeborenen Kinder“. Wir sind wie neugeborene Kinder, denn wir haben ein neues Leben, im Glauben an Jesus, im Glauben an sein Werk, seinen Tod, seine Auferstehung. Die Tür zu diesem neuen, zum ewigen Leben ist unsere Taufe. D. h. wir haben das ewige Leben schon. Das Auferstehungsleben hat schon in uns angefangen. Die Frage ist: Wie sieht es aus?

Dazu nutzt die Bibel verschiedene Bilder und Vergleiche. Einen davon finden wir in unserem Text. Doch zuerst eine Frage: Wofür ist Alexander der Große bekannt? Innerhalb weniger Jahre hatte dieser junge Mann die gesamte damals bekannte Welt erobert, von Makedonien ausgehend Griechenland, bis Indien und Ägypten. Er war der erste in der westlichen Welt bekannte Welteroberer und Weltüberwinder. Vor und nach ihm gab es viele andere, die versucht haben, dieses Ziel zu erreichen. Aber es ist bis heute keinem gelungen. Kein Mensch hat jemals die ganze Welt überwunden und erobert.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Was hat das mit uns zu tun? Nun, im Auferstehungsleben, in der neuen Schöpfung, zu der wir schon gehören, in der wir anfangen zu leben, sind wir Welteroberer, Weltüberwinder, wie Johannes in seinem Brief schreibt. Wir sind Weltüberwinder. Von Johannes wollen wir es uns zeigen lassen, und im Osterglauben und in der Osterfreude gestärkt werden.

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Ostersonntag 2018: Die Auferstehung des Herrn

Welche Bedeutung hat Ostern? Nun, die meisten Erwachsenen würden wohl sagen, dass sie sich auf die vier freien Tage freuen, vielleicht im Urlaub, vielleicht im Kreis der Lieben. Die Kinder denken wohl eher an Schokoosterhasen und -eier, die versteckt werden und freuen sich auf die Suche.

Und obwohl Karfreitag und Ostern der Höhepunkt des Kirchenjahres und das Zentrum des christlichen Glaubens bilden, verliert dieses wunderbare Fest immer mehr an Boden, besonders gegenüber Weihnachten. Das liegt wohl vor allem daran, dass unsere Umwelt, und auch die meisten Christen, mit der Osterbotschaft nicht mehr viel anfangen können: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ Das sind für viele nur noch Worte, ohne tiefere Bedeutung.

Dieses Problem ist nicht neu. Schon die ersten Christen, z. B. die Gemeinde in Korinth, hatten damit ihre Probleme. Im Gegensatz zu vielen Menschen heute zweifelten sie nicht ausdrücklich an der Auferstehung Jesu von den Toten. Aber sie hatte ihre Probleme mit der Auferstehung der Gläubigen. Paulus fragt direkt:

„Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?“

Der Apostel zeigt, dass es eine unverbrüchliche Verbindung zwischen der Auferstehung der Gläubigen und der Auferstehung Christi gibt. Leugnet man die eine, dann auch die andere. Deshalb macht Paulus den Korinthern klar:

„Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.“

Die Korinther haben die Auferstehung des Herrn Jesus falsch verstanden. Sie haben sie nicht geleugnet, aber sie haben nicht verstanden wozu, zu welchem Zweck er auferstanden ist. Also fragen wir uns: Wovon reden wir, wenn wir von der Auferstehung reden, seiner und unserer? Ja, wir bekennen, Gott sei Dank, Sonntag für Sonntag, dass wir an die leibliche Auferstehung der Toten glauben, an seine und an unsere.

„…am dritten Tage auferstanden von den Toten… Auferstehung des Leibes und das ewige Leben.“

Das haben wir vor wenigen Minuten gemeinsam bekannt. Doch wie sehr liegt uns diese Sache am Herzen? Das große Thema des Neuen Testaments ist die Predigt vom gekreuzigten Christus, der auferstanden ist – und was das für uns zu bedeuten hat. Es geht ja nicht nur um die historische Tatsache: das Grab war leer; Jesus ist zu neuem Leben auferstanden. Untrennbar damit verbunden ist die Frage: Was hat das leere Grab am Ostermorgen zu bedeuten? Für mich, für dich? Lasst uns deshalb über den Tellerrand von Ostern hinausblicken.

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Neujahrstag 2018

„Ein gesegnetes neues Jahr.“, so wünschen wir uns als Christen an diesem Tag gegenseitig, weil wir wissen, dass alle guten Gaben von Gottes Segen kommen. Doch heute wollen wir uns einmal fragen, was ist denn eigentlich ein „neues“ Jahr? Das Wort „neu“ kann bedeuten, dass eine Sache durch eine andere ersetzt wird. Oder es kann auch bedeuten, dass etwas Altes überarbeitet und „neu“ gemacht wird. Ein „neues“ Auto ist entweder ein neu gebautes oder ein altes, das neu aufgebarbeitet wurde.

Auf das „neue“ Jahr trifft sicher beides zu: es ist ganz neu und frisch mit 365 neuen Tagen und doch sind viele Dinge wie vorher: unsere Welt ist dieselbe, die Menschen sind dieselben, Jahreszeiten und Feste sind dieselben. Die Jahreslosung für das Jahr 2018 steht in der Offenbarung des Johannes. Nun ist die Offenbarung sicherlich nicht das am leichtesten zu verstehende Buch der Bibel. Ihre große Botschaft ist leicht: „Christus ist der Sieger und wir mit ihm.“ Erst in den Einzelheiten gibt es Stellen, die nicht leicht zu verstehen sind.

Doch die letzten beiden Kapitel reden von der Vollendung der Erlösung, davon wie Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und alles neu machen wird. Gott will und wird die gefallene Schöp-fung neu mache, freimachen von aller Sünde, von dem Fluch und Zorn, die seit dem Sündenfall der Menschen auf ihnen liegen. In diesem Zusammenhang steht dann auch unser Predigtvers und passt damit zum „neuen“ Jahr. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Durch Christus macht Gott alles neu.

1. Denn er hat alles vollbracht.

2. Darum kommt zur Quelle des lebendigen Wassers.

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2. Christtag 2017

Weihnachten ist ein weltweites Fest geworden. In den Nachrichten waren Menschen aus aller Herren Länder zu sehen, die Weihnachten feierten: mit Weihnachtsbaum, Weihnachtsmann und Weihnachtsgeschenken. Chinesen und Inder mit roten Mützen, die fröhlich winken. Auch wenn viele von ihnen mit dem eigentlichen Inhalt dieses Festes nichts anzufangen wissen, lassen sie sich doch die Gelegenheit zu fröhlichem Feiern nicht entgehen.

Ja, Weihnachten ist ein fröhliches, weltweites Fest. Als Christen wissen wir, dass Weihnachten für die ganze Welt geschehen ist. Jesus sagt: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab…“ Und gestern haben wir in der Epistel gehört:

Tit 2,11: „Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen.“

Paulus redet in unserem heutigen Text davon, dass „er uns selig machte“ oder dass „wir gerettet wurden“ – „Christ der Retter ist da“ singen wir. Weihnachten ist keine entbehrliche Zutat, sondern notwendig, etwas, das unsere Not wendet. Die Offenbarung der Güte Gottes ist aber nicht nur eine Wende für die Menschheit als Ganzes, also alle Menschen, sondern auch für jeden Einzelnen. So sehr Weihnachten ein weltweites Fest ist, weil Christus für alle Menschen geboren wurde, so sehr ist es ein Fest für jeden Einzelnen. Weihnachten ist ein Fest für dich, denn Christus ist für dich geboren. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Freut euch zu Weihnachten über eine besondere Geburt.

1. Über die Geburt Jesu in Bethlehem.

2. Über unsere Wiedergeburt in der Taufe.

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Ewigkeitssonntag 2017

„Vorbereitung ist alles!“ In unserem Alltag ist es sehr hilfreich, wenn wir vorbereitet sind. Ganz gleich, ob wir Schüler, Hausfrau, Arbeiter oder Chef sind: Unsere tägli-chen Aufgaben lassen sich viel einfacher erledigen, wenn wir darauf vorbereitet sind. Im Nachhinein kann es sehr mühselig und aufwändig sein, ja, sogar unmöglich sein, solche versäumten Vorbereitungen nachzuholen.

Auch in geistlichen Dingen brauchen wir Vorbereitung. In unserem Leben als Christen gibt es vor allem ein Er-eignis, auf dass wir sehr gründlich vorbereitet sein, für das wir bereit sein sollten – den Jüngsten Tag, der Tag, an dem Jesus kommt, um unsere Erlösung zu vollenden. Der heutige Ewigkeitssonntag erinnert uns daran, dass alles einmal ein Ende hat, auch unser Leben. Wir wissen nicht, wann wir sterben oder wann Jesus wiederkommen wird.

Deshalb ist es wichtig, bereit zu sein. Dazu ruft uns unser Heiland auch in unserem heutigen Predigttext auf: Bist du bereit für das Kommen unseres Bräutigams?

1. Bereit voller Vorfreude.

2. Bereit in der Gemeinschaft mit anderen.

3. Bereit ganz für dich allein.

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21. Sonntag nach Trinitatis 2017

Nüsse gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Geschmacksrichtungen: Haselnüsse oder Erd-nüsse sind wohl am bekanntesten, verbreitetsten und beliebtesten. Aber daneben gibt es noch viel mehr: Kokosnüsse, Paranüsse, Macadamianüsse, oder Cashewnüsse. Ganz gleich ob ihr nun gerne Nüsse knabbert oder doch eher nicht, von einer Nuss habt ihr, hoffentlich alle schon einmal gehört, einer Nuss aus der Bibel. Es gibt einen Bibelvers, der das Evangelium in der Nussschale genannt wird:

Joh 3,16: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

Hier ist alles drin: Gottes Liebe zu einer Welt, die seine Liebe braucht, aber nicht verdient hat; eine Liebe, die so groß ist, dass sie ihren einzigen Sohn opfert; ein Mittel, um eine tote Welt lebendig zu machen: den Glauben. Und wir finden hier Gottes Ziel, Gottes Absicht, die er damit verfolgt: Er will damit diese Welt, die ohne ihn verloren wäre, nicht verloren gehen lassen. Allen, die ihm glau-ben, die seinen Zusagen in Christus vertrauen, will er das ewige Leben schenken.

Warum heißt dieser Vers das „Evangelium in der Nussschale“? Weil dieser eine Vers alles enthält, was nötig ist mich zu retten. Hier ist alles drin, was ich brauche, um meine Schuld zu erkennen, über Gottes Liebe zu staunen und auf seine Zusage für mich zu vertrauen. Hier bietet mir Gott ewiges Le-ben an und schenkt es mir auch.

Doch das war Gott nicht genug! Gott ist kein Finne! Es gibt ja gewisse Klischees über verschiedene Menschen und Völker, die oft genug nicht oder nur bis zu einem gewissen Ausmaß zutreffen. Wir Deutschen gelten als ordnungsliebend, korrekt und arbeitswütig. Bei den Finnen heißt es, dass der Mann seiner Frau an dem Tag, an dem er sie heiratet, sagt, dass er sie liebt. Und wenn er ein ech-ter Schwärmer oder Gefühlsdusel ist, noch einmal an dem Tag, an dem er stirbt. Doch Gott ist nicht so, wie dieses Klischee. Weil Gott uns so sehr liebt, weil er dich so sehr liebt, sucht er nach immer neuen Formen, Arten und Möglichkeiten seiner Liebe zu dir Ausdruck zu verleihen und dir diese Liebe zu schenken.

Schenke ich einem lieben Menschen zum Geburtstag eine schöne Schachtel Pralinen, wird er sich darüber freuen, wenn er Pralinen mag. Doch wenn ich das jedes Jahr neu wieder tue, nutzt sich dieser Liebeserweis ab. Erfindungsreichtum ist gefragt. Und Gott, der diese Welt mit ihren zahllosen Lebewesen und all ihren Wundern geschaffen hat, ist erfindungsreich. Das sehen wir auch in der Bibel: Ein Liebesbrief von mehr als 1.300 Seiten Umfang. Christus, der seine Kirche, als seine Braut bezeichnet, hat viele Möglichkeiten gefunden, uns seine Liebe und Gnade zu zeigen und uns damit zu überschütten.

Eine ganz besondere Art und Weise, wie Gott uns seine Liebe zeigt, ist die heilige Taufe. Hier schenkt uns Gott seine Liebe aufs Neue, auf uner-wartete Art und Weise, in einer ganz und gar anderen Form. Das sehen wir auch an unserem heutigen Predigttext, dem letzten Vers aus dem 16. Psalm des Königs David: „Du tust mir kund den Weg zum Leben.“ Milos Taufspruch. Lasst uns heute gemeinsam bedenken: Gottes Liebe beschenkt dich reich!

1. Er zeigt dir den Weg.

2. Er schenkt dir das Leben.

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Pfingstmontag: „Die Ausgießung des Heiligen Geistes“ 2017

Am heutigen Pfingstmontag haben wir das Ende der ersten Hälfte des Kirchenjahres fast erreicht. Die großen Feste: Weihnachten, Karfreitag, Ostern und nun Pfingsten haben wir gefeiert. In der nächsten Woche kommt noch das Trinitatisfest und dann beginnt die zweite Hälfte, mit den kleineren Festen. Ein halbes Jahr lang haben wir gesehen wie Gottes Sohn als Mensch geboren wurde, wie er lebte, heilte, lehrte, litt und starb. Wir haben fröhlich seine Auferstehung gefeiert und dann gehört, wie er zum Himmel aufgefahren ist.

Gestern haben wir von der sichtbaren Ausgießung des Heiligen Geistes gehört, mit der die Verkündigung dessen, was Jesus getan hat, in alle Welt ange-fangen hat. Heute schauen wir zurück und fragen uns: Was hat Christus uns gelassen? Zunächst scheint es etwas ernüchternd zu sein. Statt seiner sichtbaren Gegenwart haben wir – Worte, einfache Worte. Sie stehen in der Bibel, seinem Wort und wir hören sie aus dem Mund von Pastoren oder Mitchristen. Doch zu Pfingsten sehen wir eben auch, dass er uns seinen Geist schenkt, der durch diese Worte wirkt und gibt, was diese Worte sagen. Unser heutiger Predigttext ist ein Vers aus dem Evangelium für den Pfingstmontag, einem Abschnitt aus dem Ge-spräch, das Jesus mit Nikodemus geführt hat. Und auch wenn der Heilige Geist in diesem zweiten Teil des Gesprächs, den wir heute gehört haben, nicht namentlich genannt wird, steht er doch im Hintergrund.

Der Bibelvers, den wir noch einmal gehört haben ist auf den ersten Blick einfach, unscheinbar und doch ist er atemberaubend. Diese Worte sind so atemberaubend, dass sie sogar einen besonderen Namen haben. Dieser Vers wird als das Evangelium in der Nussschale bezeichnet, weil dieser eine Satz das ganze Evangelium enthält und wunderbar zusammenfasst. Lasst uns heute gemeinsam bedenken:

Es ist atemberaubend, wie sehr Gott uns liebt!

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Gründonnerstag: „Einsetzung des heiligen Abendmahls“ 2017

Am Abend vor seinem Tod in feierte Jesus zusam-men mit seinen zwölf Jüngern das Passafest. Das Passafest war von Gott vor dem Auszug aus Ägypten eingesetzt worden. Vor der letzten der zehn Plagen sollte jede Familie ein einjähriges, männliches Lamm ohne Fehler schlachten. Das Blut dieses Tieres sollte dann an die Türbalken und an die Schwelle der Tür gestrichen werden. Als Gott dann durch Ägypten ging und alle Erstgeborenen tötete, ging er an allen Häusern vorüber, deren Türen mit Blut bestrichen waren. So wurden die Israeliten durch das Blut unschuldiger Lämmer vor dem Zorn Gottes gerettet.

Der Höhepunkt des öffentlichen Wirkens des Herrn, sein Leiden und sein Tod am Kreuz auf Golgatha fand am Wochenende des großen Passafests in Je-rusalem statt. Schon Johannes der Täufer hat von Jesus gesagt: „Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.“ (Joh 1,29). Am Vorabend seines Todes feierte Jesus zum letzten Mal das Passafest mit seinen Jüngern. Im Verlauf dieses Passafest setzt er ein neues Mahl für seine Jünger, für seine Kirche ein. Der Gründonnerstag ist der Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls.

Das heilige Abendmahl ist der „neue Bund“, oder wie man auch übersetzen kann das „neue Testament“, den oder das Jesus Christus mit den Menschen ge-schlossen hat. In einem Testament vermacht man den Menschen, die man liebt, die Dinge die man sich im Laufe seines Lebens erworben und erarbeitet hat. Am Ende seines Lebens hat Jesus keinen irdischen Besitz zu vergeben. Deshalb gibt er uns sich selbst im heiligen Abendmahl. Das wollen wir heute Abend miteinander bedenken. Jesu Testament für uns ist das heilige Abendmahl.

1. Er schenkt uns darin sich selbst, den Preis unserer Erlösung.

2. Er schenkt uns darin die Vergebung der Sünden und ewiges Heil.

3. Er verspricht uns darin ein ewiges Fest-mahl im Himmel.

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