Sermons on “Feinde”

5. Sonntag in der Passionszeit: Judika („Schaffe mir Recht, Gott“) 2017

Mit dem heutigen Sonntag beginnt die eigentliche Passionszeit. In dieser Zeit sehen wir Jesus im Stand der tiefsten Erniedrigung. Er wird verspottet, ist voller Wunden und Geiselstriemen. Blutüberströmt, auf dem Kopf die Dornenkrone hängt er am Kreuz. Voller Qualen und Schmerzen, die über unser Verstehen und Begreifen gehen, sehen wir ihn dort. Als ein Verbrecher wird er am Kreuz hingerichtet, wo er schließlich das Haupt im Tod neigt.

Doch trotz aller Wunden und aller Schande ist Jesus immer noch Gottes Sohn. So wie er nicht aufhörte Gott zu sein als er Mensch wurde, so blieb er auch in den Stunden seiner größten Not und Leiden der Herr vor aller Zeit, der Heilige in Israel und Geber des Lebens. Damit wir es auch in der Passionszeit nicht vergessen, wer der misshandelte Jesus und der sterbende Christus ist, hat christliche Kirche für diese Zeit besonders Evangelien gewählt, die uns seine göttliche Herrlichkeit zeigen. Das können wir auch im heutigen Sonntagsevangelium sehen: Unser Herr offenbart seine Herrlichkeit vor seinen Feinden.

1. Indem er ihnen seine Sündlosigkeit zeigt.

2. Indem er ihnen seine Geduld beweist.

3. Indem er ihnen sein Heil anbietet.

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Letzter Sonntag nach Epiphanias 2017

Am heutigen letzten Sonntag in der Epiphaniaszeit sehen wir noch einmal darauf, wie sich Jesus uns offenbart. Wir haben bisher gesehen, wie Gott ihn offenbart, durch Wunder und sein Wort vor Heiden, durch sein Wort bei Jesu Taufe. Jesus offenbart sich selber durch sein Wort und sein Verhalten als Zwölfjähriger im Tempel. Er heilt den Aussätzigen, er stillt den Sturm, ja er verwandelt Wasser zu Wein für ein fröhliches Hochzeitsfest.

Doch Jesus, in seinem öffentlichen Wirken, hat nicht nur Wunder getan, sondern vor allem gelehrt und gepredigt. Und immer wieder hören wir davon, wie Menschen staunen, wenn er mit Vollmacht Gottes Wort lehrt und auslegt. Jesus offenbart sich durch sein Wort, durch seine Lehren. Oft hat Jesus in Gleichnissen gelehrt. Unser heutiger Predigttext enthält auch eines dieser Gleichnisse. Anhand dessen wollen wir heute gemeinsam betrachten: Die Herrlichkeit Jesu wird im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen offenbart.

1. Wir sehen seine Liebe.

2. Wir sehen seine Toleranz.

3. Wir sehen seine Gerechtigkeit.

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2. Sonntag in der Passionszeit: Reminiszere („Gedenke, Herr“) 2016

Liebe Gemeinde, „Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen ist, dass nicht unsere Feinde über uns herrschen.“ (Ps 25,6f). Diese Worte aus Psalm 25 haben wir heute am Anfang des Gottesdienstes gesungen. Es sind die Worte aus dem Eingangspsalm für den heutigen Sonntag. Ihnen verdankt er seinen Namen: „Reminiszere“. All diese Psalmen waren Gebete unseres Heilandes. Er selber hat diese Worte gebetet und gesprochen. Und er nimmt uns mit in seine Fürbitte hinein. Hier bitten wir unseren himmlischen Vater, dass er nicht vergisst, uns barmherzig und gnädig zu sein.
Unser heutiger Predigttext enthält auch ein „Reminiszere!“ – „Erinnere dich!“. Doch dieses Mal ist es an uns alle gerichtet. Wir sollen uns an etwas erin-nern. Nun wissen wir alle, wie leicht wir etwas ver-gessen. In unserer hektischen Umwelt, wo ein Ter-min den anderen jagt, wo wir selbst in normalen Zeit oft genug nicht wissen, wo uns der Kopf steht, geht es Jungen und Alten gleichermaßen so, dass man Dinge vergisst: Arzttermine, Geburtstage oder einfach das Brot, das man beim Einkauf mitnehmen wollte.
Auch im Glauben geht es uns immer wieder so. Hier liegt es nicht nur an der Hektik des Alltags. Es liegt nicht nur daran, dass wir uns viel zu wenig Zeit nehmen, still zu werden und auf Gott zu hören. Es liegt auch an unserem alten Menschen, der von Glauben und Jesus nichts wissen will. Auch der Teufel tut alles in seiner Macht stehende, um uns beim „Vergessen“ zu helfen. Weil Gott das weiß, weil er uns kennt, deswegen finden wir in seinem Wort im-mer wieder Aufrufe, sich zu erinnern. Lasst uns heute als Thema über unseren Text die Worte stellen: Reminiszere: Heute ist „Erinnere dich“ Sonntag.
1. Erinnere dich an deinen Heiland und seine Gnade.
2. Erinnere dich an deine Feinde und die Gefahr, in der du schwebst.

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