Sermons on “Gnade”

6. Sonntag nach Ostern: Exaudi („Höre, Herr, meine Stimme“) 2016

Heute feiern wir gemeinsam den Sonntag Exaudi, nach dem Eingangspsalm: „Höre, Herr, meine Stimme, wenn ich rufe.“ äußern wir die Bitte, dass Gott uns nicht allein lässt, dass er bei uns bleibt, dass er mit uns redet. Jesus hat seinen Jüngern, vor seinem Tod als auch in den vierzig Tagen nach Ostern immer wieder Mut gemacht. Er wird ihnen den Heiligen Geist, den Tröster senden. Er wird ihnen Mut geben, Kraft verleihen, Trost schenken, sie zu Zeugen machen.

Der heutige Sonntag ist der letzte Sonntag in der Osterzeit, der Sonntag der schon ganz auf das Pfingstfest ausgerichtet ist. Gott hat uns seinen Geist auch heute zugesagt und geschenkt. Er hat versprochen, dass er uns nicht allein lassen wird. Der Apostel Paulus greift diesen Gedanken in unserem Predigttext auf und macht uns deutlich, dass Gott auch jeden von uns nicht allein lässt: Gott will uns trösten, wie er uns versprochen hat, denn wir sind…

1. durch seinen Geist vertreten.
2. durch seine Gnade erwählt.
3. durch sein Evangelium berufen.

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3. Sonntag nach Ostern: Jubilate („Jauchzt dem Herrn alle Länder“) 2016

Ein Kind hat zum Geburtstag, zu Ostern oder zu einer anderen Gelegenheit etwas Schönes geschenkt bekommen: ein tolles Spielzeug, einen Ball, oder ein neues Fahrrad. Was muss ich diesem Kind bestimmt nicht sagen? Genau: Halte fest, was du hast. Verlier es nicht! Das Kind wird sein Spielzeug, die neue Puppe, das schöne Auto nicht aus den Augen lassen. Ja, am liebsten würde es sein Geschenk überall mit hinnehmen, so sehr liegt es ihm am Herzen.

Auch wir sind reichbeschenkte Kinder. Jetzt, in der Osterzeit, haben wir Zeit und Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie reich wir in von Gott in Christus beschenkt wurden. Gott schenkt uns Vergebung unserer Schuld durch den Tod seines Sohnes. Er wäscht uns rein von aller Schuld unserer eigenen Sünde, aber auch von der Schuld der Sünde, die andere an uns begangen haben. Ja, er schenkt uns neues Leben. Er ermöglich uns ein neues geistliches Leben im hier und jetzt und ewiges Leben in der neuen Schöpfung.

Der Apostel Paulus richtet nun die Worte unseres Textes zunächst an die Christen in der Stadt Kolossä, dann aber auch an uns. Dort waren falsche Lehrer aufgetreten. Es waren Männer, denen es mit ihrem Glauben durchaus ernst war. Kaum jemand setzt sich händereibend hin und beschließt: „Heute erfinde ich mal eine falsche Lehre und sehe, wie viele Christen ich in die Irre führen kann.“ Nein, diese Männer fürchteten: „Wenn Gott uns alles schenkt, wenn nichts mehr für uns zu tun bleibt, dann ist das zu einfach. Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Erlösung auf die leichte Schulter nehmen. Wir müssen auch etwas tun.“ Sie verbanden alttestamentliche und heidnische Gedanken mit dem Evangelium, bestimmte Feiertage, die Einhaltung der Beschneidung und alttestamentlicher Speisegesetze, aber auch abergläubischer Vorstellungen der heidnischen Umwelt. Auch die Anbetung der Engel lag ihnen sehr am Herzen.
Dafür beriefen sie sich auf spezielle Offenbarungen, die sie angeblich bekommen hatten. Paulus lässt sich in seinem Brief nicht auf einen Meinungsaustausch über die neuen Lehren ein. Er stellt ihnen einfach den ganzen Reichtum des Evangeliums gegenüber. Er zeigt, dass Christus die Erlösung für uns schon vollendet hat. Er zeigt uns, dass wir Kinder sind, Kinder, die ihr Vater reich beschenkt hat. Doch unser alter Mensch vergisst schneller als jedes Kind, wie großartig und unerhört reich das Geschenk unseres himmlischen Vaters ist. Während ich ein Kind, zumindest am Anfang, nicht dazu auffordern muss, sein Geschenk zu halten, ist es für uns immer wieder wichtig. In unserem Vers fordert Paulus die Christen in Kolossä und uns auf: Haltet, was ihr habt! Dazu zeigt er uns zwei Dinge:

1. Den Glauben, der uns selig macht.
2. Die Hoffnung, die uns tröstet.

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2. Sonntag in der Passionszeit: Reminiszere („Gedenke, Herr“) 2016

Liebe Gemeinde, „Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen ist, dass nicht unsere Feinde über uns herrschen.“ (Ps 25,6f). Diese Worte aus Psalm 25 haben wir heute am Anfang des Gottesdienstes gesungen. Es sind die Worte aus dem Eingangspsalm für den heutigen Sonntag. Ihnen verdankt er seinen Namen: „Reminiszere“. All diese Psalmen waren Gebete unseres Heilandes. Er selber hat diese Worte gebetet und gesprochen. Und er nimmt uns mit in seine Fürbitte hinein. Hier bitten wir unseren himmlischen Vater, dass er nicht vergisst, uns barmherzig und gnädig zu sein.
Unser heutiger Predigttext enthält auch ein „Reminiszere!“ – „Erinnere dich!“. Doch dieses Mal ist es an uns alle gerichtet. Wir sollen uns an etwas erin-nern. Nun wissen wir alle, wie leicht wir etwas ver-gessen. In unserer hektischen Umwelt, wo ein Ter-min den anderen jagt, wo wir selbst in normalen Zeit oft genug nicht wissen, wo uns der Kopf steht, geht es Jungen und Alten gleichermaßen so, dass man Dinge vergisst: Arzttermine, Geburtstage oder einfach das Brot, das man beim Einkauf mitnehmen wollte.
Auch im Glauben geht es uns immer wieder so. Hier liegt es nicht nur an der Hektik des Alltags. Es liegt nicht nur daran, dass wir uns viel zu wenig Zeit nehmen, still zu werden und auf Gott zu hören. Es liegt auch an unserem alten Menschen, der von Glauben und Jesus nichts wissen will. Auch der Teufel tut alles in seiner Macht stehende, um uns beim „Vergessen“ zu helfen. Weil Gott das weiß, weil er uns kennt, deswegen finden wir in seinem Wort im-mer wieder Aufrufe, sich zu erinnern. Lasst uns heute als Thema über unseren Text die Worte stellen: Reminiszere: Heute ist „Erinnere dich“ Sonntag.
1. Erinnere dich an deinen Heiland und seine Gnade.
2. Erinnere dich an deine Feinde und die Gefahr, in der du schwebst.

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