Sermons on “König”

6. Sonntag in der Passionszeit – Palmarum – „Palmsonntag“ 2020: Dein König, Jesus Christus, kommt für dich

Warum trägt der heutige Sonntag eigentlich den Namen „Palmarum“ oder „Palmsonntag“? Wo kommen die Palmen am heutigen Sonntag her und was haben sie zu bedeuten? Nun, im heutigen Sonntagsevangelium kommen sie nur versteckt vor. Schauen wir aber in den Bericht des Evangelisten Johannes zum Einzug Jesu in Jerusalem, dann sehen wir dort, dass die Zweige, die die Menschen von den Bäumen hieben, Palmzweige waren (Joh 12,13). Warum Palmzweige? Haben die Menschen das genommen, was sie gerade zur Hand hatten, oder liegt eine tiefere Bedeutung darin?

Im 2. Jahrhundert vor Christus wurden die Juden von den Nachfolgern Alexanders des Großen beherrscht. Doch dann kam es zum Aufstand der Makkabäer. Der Hohepriester Mattatias und seine vier Söhne leiteten diese Bewegung, die den Juden eine letzte Zeit der Eigenständigkeit brachte. Einige Jahre später, um 140 v. Chr., zog einer seiner Söhne in Jerusalem ein. Auch dabei wurden Palmzweige als Zeichen des Sieges und der Freiheit geschwenkt. Beim letzten jüdischen Aufstand schließlich, einige Jahrzehnte nach Jesus, wurden von den aufständischen Juden auch Münzen geprägt. Einige von ihnen zeigten Palmzweige, als Zeichen der Freiheit und der Unabhängigkeit.

Das wurde von der Menschenmenge getan, die Jesus von Jericho herauf begleitet hatte und auch von den Menschen, die ihm aus Jerusalem entgegenkamen. Hier kommt der König, der Nachkomme Davids, den ihn Nathan im Auftrag Gottes (2. Sam 7) verheißen hatte. Und die Menschen jubeln ihm begeistert zu! Aber haben sie auch verstanden, warum Jesus kommt und welche Art von König er sein will? Haben wir verstanden, wozu Jesus in Jerusalem eingezogen ist? Lasst uns diesen so vertrauten Text noch einmal betrachten, unter der Überschrift:

Dein König, Jesus Christus, kommt für dich.

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Tag der Himmelfahrt des Herrn 2017

Der heutige Feiertag führt uns eine Seite unseres Heilands vor Augen, die wir leicht übersehen. Wenn die Bibel über Jesu Aufgabe redet, dann werden uns drei Dinge vor Augen gestellt. Jesus ist unser Hoherpriester, Prophet und König. Der Hohepriester war zur Zeit des Alten Testaments der Vermittler zwischen Gott und seinem Volk. Einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag, wurde ein Opfer für die Sünden des ganzen Volkes dargebracht. Das Blut dieses Opfertieres wurde ins Allerheiligste des Tempels gebracht, das auch der Hohepriester nur an diesem Tag betreten durfte. Es wurde auf die Bundeslade mit dem Gesetz gespritzt. Dadurch wurde bildhaft gezeigt, dass Gott durch das Blut des seines Sohnes unsere Sünde nicht mehr ansieht. Jesus Christus hat als der wahre Hohepriester sein Blut für uns vergossen.

Seine zweite Aufgabe ist die eines Propheten. Er verkündigt durch sein heiliges Wort was er für unsere Erlösung getan hat. Die vier Evangelien berichten uns ausführlich darüber. Heute führt er dieses Amt durch uns Christen aus. Wir sagen sein Wort an seiner Stelle weiter. Das alles ist uns gut bekannt. Dabei tritt sein drittes Amt dann oft in den Hintergrund. Jesus Christus herrscht als König. Der Himmelfahrtstag will uns daran erinnern und uns den großen Trost zeigen, der in dieser Tatsache liegt. Lasst uns unseren König Christus anbeten!

1. Er hat seine königliche Vollmacht begründet.

2. Er hat seinen königlichen Auftrag gegeben.

3. Er hat seinen königlichen Thron bestiegen.

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6. Sonntag in der Passionszeit: Palmarum („Palmsonntag“) 2017

Jubelnde Menschenmassen säumen die Straße nach Jerusalem. Viele haben Palmenzweige in den Händen und schwenken sie zur Begrüßung. Einige haben ihre Obergewänder ausgezogen und damit die Straße belegt. Jetzt ist der Straßenbelag, der Staub und Dreck nicht mehr zu sehen. Von der anderen Seite kommt ein großer Menschenzug auf die Stadt zu. Auch sie haben Zweige in den Händen. Sie jubeln und singen:

„Hosianna, dem Sohn Davids, gelobt sei, der da kommt, im Namen des Herrn.“

Auf der mit Kleidern bedeckten Straße reitet ein Mann auf einem Esel. Ihm gilt der Jubel der Menge, der ganze Aufwand. Der Mann, wir haben es im heutigen Sonntagsevangelium gehört, ist unser Heiland Jesus Christus. Am Sonntag vor seinem Tod ist er öffentlich, wie ein König, in Jerusalem eingezogen. Der Jubel des Volkes schlägt ihm entgegen.

Was sich damals in Jerusalem ereignet hat, hatte Gott beinahe 500 Jahre vorher durch seinen Propheten vorhergesagt. Sacharjas Weissagung ist einzigartig. Sie erlaubt uns einen ganz anderen Blickwinkel auf die Ereignisse am Palmsonntag. Die Worte des Propheten aus dem Alten Testament wollen uns mit hineinnehmen in dieses Geschehen, uns anstecken mit dem Jubel und der Freude der Menschen damals.

Wir dürfen erkennen, dass die Passionszeit zwar Grund zur Trauer ist, wenn wir sehen, dass Jesus das alles um unsertwillen erduldet hat. Wir sind die Ursache seines Leidens und Sterbens. Aber wir dürfen uns noch viel mehr freuen. Diese Freude wollen wir heute gemeinsam finden. Sacharja ruft uns zu: Wir armen Sünder dürfen uns am Palmsonntag freuen, …

1. … weil unser König zu uns kommt.

2. … weil er uns Frieden schenkt.

3. … weil sein Blut uns reinmacht.

4. … weil er uns die Umkehr ermöglicht.

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1. Advent 2016

Wissen sie, warum „Schach“ als das königliche Spiel bezeichnet wird? Das hängt zum einen mit der Entstehungsgeschichte dieses Spiels zusammen. Es stammt wohl aus dem heutigen Iran. Dort hießt der König „Schah“, wovon sich unser Wort Schach ableitet. Der andere Grund ist folgender. Es gibt viele verschiedene Figuren in diesem Spiel: Die Bauern rücken unerbittlich, in großer Zahl vor, die Läufer kann man hin und her ziehen; die Springer springen quer, vorwärts und rückwärts, die Türme ziehen gerade. Die Dame kann in einem Zug das ganze Feld überqueren, sie zu besitzen ist der größte Vorteil, sie zu verlieren der herbste Verlust. Doch die wichtigste Figur ist der König. Wird der König genommen, ist das Spiel aus und verloren, auch wenn noch so viele Figuren auf dem Feld stehen.

So ist es nicht nur bei diesem Spiel, sondern auch in unserem Leben. Ohne unseren König macht diesen Leben keinen Sinn. Ohne unseren König, Jesus Christus, kann in unserem Leben noch so viel los sein, es ist alles sinnlos. Der große Unterschied ist der, dass jeder, der auch nur ein klein wenig Ahnung vom Sachspiel hat, das weiß. Es ist die allererste Regel, die man lernt: Der König ist die wichtigste Spielfigur. Ihn gilt es um jeden Preis zu schützen. Doch ist uns das in unserem Leben auch immer so bewusst? Wissen wir, dass es ohne unseren König nicht geht?

Mit dem heutigen Sonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Wieder wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten die großen Taten Gottes bedenken, der uns von Herzen liebt und uns erlöst hat, der uns nicht uns selbst überlassen hat, sondern der uns retten will. Den Anfang macht die Adventszeit. Hier denken wir darüber nach, dass Gott selber zu uns kommt. Dein König, Jesus Christus, kommt zu dir, um dir zu helfen.

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