Sermons on “Kreuz”

9. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Alles dreht sich um das Kreuz Jesu.

Manchmal fällt es uns schwer Dinge einzuordnen. Wir hören von einem Vorfall, einem Unfall, einem Verbrechen, der Verhaltensweise eines Menschen – und dann sind wir schnell mit einem Urteil zur Hand. Doch erst hinterher wird deutlich, dass alles ganz anders war. Es kommen neue Einzelheiten ans Licht, die uns helfen Vorgänge richtig einzuordnen und zu beurteilen.

Mit vielen biblischen Berichten geht es uns ganz ähnlich, gerade im Alten Testament. Mit unseren modernen Augen und Ohren betrachtet, erscheint uns vieles als grausam, blutig, finster – unverständlich. Und dann stellen wir schnell die Frage nach der Liebe Gottes. Viele Christen haben heute große Probleme mit dem Alten Testament. Sie sehen schon beinahe zwei Götter, den zornigen des Alten und den lieben Gott des Neuen Testaments. In unserem heutigen Text wollen wir sehen, worin der Schlüssel liegt, um Gottes Wort richtig zu verstehen: Alles dreht sich um das Kreuz Jesu.

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6. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott stärkt seinen Boten und erweist seine Macht gegenüber Pharao

Gott hatte Mose und Aaron erst zu seinem Volk und dann zum Pharao geschickt, um sein Volk zu befreien. Doch anstatt eines schnellen Erfolgs erreichen seine Boten zunächst das genaue Gegenteil. Pharao bedrückt Gottes Volk noch mehr. Und die Israeliten wenden sich gegen Mose und Aaron.

Doch Gott sagt seine Hilfe weiter zu. Er will die Ausdauer seiner Boten, er will seine Kraft, Herrlichkeit gegenüber Pharao und seine Gnade für sein Volk beweisen. Wieder wendet Mose ein, dass er „unbeschnittene Lippen“ habe, dass er ein schlechter Redner sei. Und so stärkt Gott seinen zögerlichen Boten und fängt an, seine Macht gegenüber Pharao zu erweisen.

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Karfreitag – Der Todestag des Herrn – 2020: Jesus von Nazareth oder Jesus Barabbas? Für wen entscheidest du dich?

Wir treffen jeden Tag unzählige Entscheidungen: Aufstehen oder Liegenbleiben, wenn der Wecker klingelt; Milch, Tee oder Kaffee zum Frühstück; Bus und Bahn oder Auto zum Weg auf Arbeit; Heiraten oder einfach so zusammenleben, ein T-Shirt oder doch lieber ein Pullover. Angefangen bei alltäglichen Kleinigkeiten bis hin zu Dingen, die uns ein Leben lang begleiten, treffen wir täglich unzählige Entscheidungen.

Zu allen Zeiten haben Menschen diese Alltagserfahrung auch auf den Glauben, auf ihre Beziehung zu Gott übertragen. Sie meinten – und meinen bis heute – dass wir uns für oder gegen Gott entscheiden können, so einfach wir uns zwischen Brötchen oder Müsli zum Frühstück entscheiden. Doch ist das wirklich so einfach? Der heutige Karfreitag, der Tag, an dem Gottes Sohn sein Leben gab, um uns zu retten, macht uns deutlich, dass es nicht so einfach ist. Der Bericht des Evangelisten Matthäus über das Verfahren Jesus vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus will uns helfen, Gottes große Liebe zu seiner gefallenen Schöpfung zu erkennen. Fragen wir also: Jesus von Nazareth oder Jesus Barabbas? Für wen entscheidest du dich?

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6. Sonntag in der Passionszeit – Palmarum – „Palmsonntag“ 2020: Dein König, Jesus Christus, kommt für dich

Warum trägt der heutige Sonntag eigentlich den Namen „Palmarum“ oder „Palmsonntag“? Wo kommen die Palmen am heutigen Sonntag her und was haben sie zu bedeuten? Nun, im heutigen Sonntagsevangelium kommen sie nur versteckt vor. Schauen wir aber in den Bericht des Evangelisten Johannes zum Einzug Jesu in Jerusalem, dann sehen wir dort, dass die Zweige, die die Menschen von den Bäumen hieben, Palmzweige waren (Joh 12,13). Warum Palmzweige? Haben die Menschen das genommen, was sie gerade zur Hand hatten, oder liegt eine tiefere Bedeutung darin?

Im 2. Jahrhundert vor Christus wurden die Juden von den Nachfolgern Alexanders des Großen beherrscht. Doch dann kam es zum Aufstand der Makkabäer. Der Hohepriester Mattatias und seine vier Söhne leiteten diese Bewegung, die den Juden eine letzte Zeit der Eigenständigkeit brachte. Einige Jahre später, um 140 v. Chr., zog einer seiner Söhne in Jerusalem ein. Auch dabei wurden Palmzweige als Zeichen des Sieges und der Freiheit geschwenkt. Beim letzten jüdischen Aufstand schließlich, einige Jahrzehnte nach Jesus, wurden von den aufständischen Juden auch Münzen geprägt. Einige von ihnen zeigten Palmzweige, als Zeichen der Freiheit und der Unabhängigkeit.

Das wurde von der Menschenmenge getan, die Jesus von Jericho herauf begleitet hatte und auch von den Menschen, die ihm aus Jerusalem entgegenkamen. Hier kommt der König, der Nachkomme Davids, den ihn Nathan im Auftrag Gottes (2. Sam 7) verheißen hatte. Und die Menschen jubeln ihm begeistert zu! Aber haben sie auch verstanden, warum Jesus kommt und welche Art von König er sein will? Haben wir verstanden, wozu Jesus in Jerusalem eingezogen ist? Lasst uns diesen so vertrauten Text noch einmal betrachten, unter der Überschrift:

Dein König, Jesus Christus, kommt für dich.

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5. Sonntag in der Passionszeit – Judika – „Richte mich, Gott“ – 2020: Gott offenbart seine Liebe und Herrlichkeit im Verborgenen

Mit dem heutigen Sonntag beginnt die eigentliche Passionszeit. Zwei Wochen vor dem Karfreitag, an dem Jesus am Kreuz gestorben ist, wollen wir heute innehalten und einmal darüber nachdenken, wie außergewöhnlich, völlig ungewöhnlich, überraschend, um nicht zu sagen abartig das ist, was wir da feiern. Ein Mann wird brutal durch den Staat hingerichtet als verurteilter Verbrecher. Nackt, voller Wunden, voller Blut, ein Bild vor dem sich die Menschen voller Ekel, aber auch voller Spott abwandten. Und dieser Mann und sein Tod sollen der Grund für die nächsten Feiertage sein?

Das Kreuz war über lange Jahrhunderte hinweg ein furchtbares Folterinstrument. Man hat vor etlicher Zeit in Rom eine Art Graffiti gefunden, mit einem scharfen Gegenstand in eine Mauer geritzt: Einer am Kreuz mit einem Eselskopf und einer, der vor ihm niederkniet und ihn anbetet. So hat man sich vor beinahe zweitausend Jahren über die Christen lustig gemacht. Das Problem ist nur, dass wir uns heute so sehr an diese Abartigkeit gewöhnt haben, dass wir oft gar nicht mehr erkennen, wie sehr Gott hier unseren Erwartungen zuwiderläuft, unser Denken auf den Kopf stellt hat. Und so wollen wir heute anhand unseres Textes betrachten: Gott offenbart seine Liebe und Herrlichkeit im Verborgenen. Das macht auch die Geschichte des Moses deutliche, deren Anfang wir letzte Woche gehört haben. Heute werden wir sehen, wie die Geschichte weitergeht.

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4. Sonntag in der Passionszeit – Lätare – „Freut euch in dem Herrn“ – 2020: Wie Gott auf unscheinbare Art und Weise anfängt zu retten.

Der heutige Sonntag trägt den Namen „Lätare“, was auf Deutsch so viel wie „Freut euch!“ bedeutet. Die meisten von euch werden mir sicherlich zustimmen, dass uns gerade in diesen Tagen nicht nach Freude zumute ist. Das öffentliche Leben in unserem Land liegt am Boden. Viele Menschen müssen Zuhause bleiben. Die Zahlen an Infizierten und Toten steigen auch in unserem Land. Schauen wir nach Italien, dann ist einem eher nach fürchten zumute. Was die nächsten Tage und Wochen bringen werden? Das weiß keiner von uns. Da ist viel Raum für Ungewissheit, Zweifel und Angst – auch bei uns Christen.

Und trotzdem dürfen wir heute den Sonntag Lätare – „Freut euch!“ – feiern. Einer unserer Choräle bringt es sehr schön auf den Punkt:

„In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist. … Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. …an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden. Halleluja. … Du hast’s in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.“ (LG 357,1+2)

Wir dürfen zuversichtlich, ja sogar fröhlich sein, weil wir wissen, dass in unserer Welt kein blindes Schicksal wütet, dass wir auch dieser Seuche nicht hilflos ausgeliefert sind! Der Herr dieser Welt, ihr Schöpfer und Erlöser, hat sie und uns alle in der Hand. Durch den Glauben mit seinem Sohn verbunden, wissen wir, dass er uns Gutes tun, dass er auch uns retten will. Die größte Not hat er schon für uns besiegt. Er wird uns auch in dieser nicht alleinlassen. Anhand des Berichts von der Geburt des Moses, wollen wir hören: Wie Gott auf unscheinbare Art und Weise anfängt zu retten.

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12. Sonntag nach Trinitatis 2019

Was war euer erster Gedanke als ihr diesen Text gehört habt? Was habt ihr gedacht, als Jesus zu euch gesagt hat: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.“? Wow! Sollte Jesus wirklich gesagt haben…? Der zweite Wow-Moment unseres Textes folgt unmittelbar auf dem Fuß, nur dass er für uns heute weitgehend „unsichtbar“ geworden ist. Wenn wir das Wort „Kreuz“ hören, dann denken wir wohl am ehesten an das Schmuckstück, das jemand trägt, oder das Kreuz auf dem Altar oder auf dem Kirchturm.

Jesu Zuhörer wussten genau, was es bedeutet ein Kreuz zu tragen. Wir dagegen haben es niemals miterlebt oder gesehen. Da trägt einer ein Holzkreuz oder mindestens den oberen Querbalken zu dem Ort, an dem er sterben wird! Jesus wendet sich an eine große Menschenmenge, die mit ihm geht, aber noch nicht zu seinen Jüngern gehört. Es scheint wohl so, dass sich viele mit dem Gedanken trugen, zu Jesu Jüngern zu werden. Ihnen macht er deutlich, was es heißt, ein Jünger oder Schüler des Herrn zu sein. Es ist eine seiner Aussagen, die wir nur schwer akzeptieren könne, die uns aufschrecken, ja sogar verstören. Es wie an anderer Stelle, wo Jesus uns dazu auffordert ein Auge auszureißen oder eine Hand abzuhauen. Haben wir Jesus richtig verstanden; hat er das wirklich gerade gesagt?

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6. Sonntag in der Passionszeit: Palmarum – Palmsonntag 2019

Wieder stehen wir am Anfang einer Karwoche, der Woche, die das Osterfest einleitet. Wieder stehen wir, in Gedanken, mit den Augen des Glaubens in der Menschenmenge und sehen, wie Jesus durch das Tal nach Jerusalem reitet. Wir sehen und hören durch den Heiligen Geist aus Gottes Wort, was geschieht, was gesagt wird. Und wir wollen uns fragen, was dieser Text für uns, unser Leben als Christen, als Kinder Gottes in dieser Welt bedeutet. Wir wollen heute versuchen, gemeinsam die folgende Frage zu beantworten: Welchen Jesus wollen wir haben?

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3. Sonntag nach Epiphanias 2019

Unser heutiger Predigttext erinnert uns daran, dass Jesus auch ein Prediger war. Er heilte, wirkte Wunder, rettete aus Gefahr und vergab Sünden. Doch hier, unmittelbar am Anschluss an seine Taufe und die vierzig Tage in der Wüste beginnt er seine öffentliche Wirksamkeit in Galiläa in seiner Heimatstadt Nazareth, bei den Menschen, unter denen er die letzten Jahrzehnte seines Lebens verbracht hatte. Und wir sehen auch die gemischten Reaktionen auf diese Predigt und ihre Ausführungen.

So kommt Jesus bis heute zu uns und in unser Leben, durch die Predigt, die Verkündigung seines Wortes. Jeden Sonntag, wenn der Pastor seinen Mund aufmacht, redet Jesus zu uns. Denn es ist sein Wort, seine Botschaft über seine Person und sein Werk als Gottes Sohn und unser Heiland, die verkündigt wird. Der Pastor steht im Auftrag Gottes vor euch. Genauso ist es aber auch, wenn wir selber allein oder im Familienkreis Gottes Wort hören oder lesen, wenn wir zusammen Andachten oder Bibelarbeiten halten. Dort öffnet Jesus seinen Mund und predigt uns und der Inhalt seiner Predigt, ist letztlich wie in Nazareth. Lasst uns diese Predigt heute gemeinsam hören. Jesus predigt in der Synagoge in Nazareth.

1. Er offenbart sich als den verheißenen Retter.

2. Er zeigt das Ziel seines Kommens.

3. Er geht den schweren Weg zu unserer Erlösung.

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2. Sonntag nach Ostern 2018: Miserikordias Domini – Die Güte des Herrn

Am heutigen Hirtensonntag wird das wunderbare Bild aus der Bibel aufgegriffen, in dem Jesus mit einem Hirten verglichen wird. „Ich bin der gute Hirte!“ so sagt Jesus es im heutigen Sonntagsevangelium. Er ist der Hirte, der sein Leben für seine Schafe gibt, im Kampf mit dem Wolf, der die Herde angreift und durch seinen Tod auch die Gefahr für seine Herde beseitigt.

Wie geht ein Hirt mit seiner Herde um? Ein Hirt kann seine Herde führen oder treiben. Zur Zeit Jesu war der Hirte kein Treiber. Nein, der Hirte ging seiner Herde voran und die Schafe folgten ihm nach. Sie kannten seine Stimme. Sie wussten, dass dieser Hirten sie beschützte, dass er sie zur nächsten Weide und zum Wasser führen würde. Sie vertrauten ihrem Hirten, deshalb folgten sie ihm. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Jesus, unser guter Hirte, geht uns im Leiden voran.

1. Wir folgen seinem Vorbild.

2. Sein Leiden gibt uns Kraft.

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