Sermons on “Leben”

Ostersonntag – „Der Tag der Auferstehung des Herrn“ – 2020: Wir feiern das Fest des Lebens

„Was für ein Fest!“ mögen wir unwillkürlich gedacht haben, als wir die ersten Worte unseres Predigttextes gehört haben. Das sind alles Dinge, die wir heute eher für ungesund halten. Nur in seltenen Ausnahmen würden wir sie auch in größeren Mengen zu uns nehmen. Damals war es das Beste vom Besten. Die fetten Teile der Tiere waren Gott vorbehalten. Sie sollten ihm geopfert werden. Dazu lädt Gott uns nun ein: zum Besten vom Besten. Er hält nichts zurück.

„Was für ein Fest!“ denkt vielleicht auch mancher unserer Zeitgenossen, wenn wir versuchen ihm zu erklären, warum wir dieser Tage eigentlich Ostern feiern. Ostern ist nicht das christliche Frühlingsfest, bei dem lustige Hasen bunte Eier bringen. Nein, so wie das Ei für ein neues Leben steht, so feiern wir zu Ostern das Fest des Lebens. Christus lebt! Der Herr ist auferstanden, er ist wirklich und wahrhaftig auferstanden!

Wir feiern das Siegesfest über den Tod. Wir feiern das vollendete Erlösungswerk, auf dessen Vollendung für uns persönlich wir noch warten, darauf, dass unser auferstandener Herr wiederkommt, um auch uns die Auferstehung zu geben. Dieses Fest wurde schon im Alten Testament vorausgesagt. Unser Text ruft uns zur Freude auf, trotz aller schlechten, fruchtbaren und Angst machenden Dinge, unter denen wir in dieser Welt leiden müssen. Heute gilt: Wir feiern das Fest des Lebens.

1. Der Tod kann das Leben nicht mehr beenden.

2. Gott verwandelt das Leben für immer.

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Gründonnerstag – Die Einsetzung des heiligen Abendmahls – 2020: Altvertraut und doch völlig neu: Das Abendmahl und seine Gaben.

Fällt uns etwas auf, wenn wir diesen Text hören? Nein?! Sollte es aber! Uns sollte auffallen, dass nichts zu hören ist! Ja, ihr habt richtig gehört! Es ist nichts zu hören – von den Jüngern. Sonst sind sie nicht scheu, wenn es darum geht ihre Meinung zu dem kundzutun, was Jesus sagt oder tut. Denken wir an Petrus, der erst Jesus als den Sohn Gottes bekennt, nur um im nächsten Atemzug zu versuchen, Jesus davon abzuhalten, nach Jerusalem zu gehen, um dort für die Sünden der ganzen Welt zu leiden und zu sterben.

Doch hier, am Gründonnerstagabend, in der Nacht, in der Jesus verraten wurde, als er im Anschluss an das Passahmahl etwas völlig Neues, Andersartiges und sogar Skandalöses sagte und tat, da hören wir keinerlei Widerspruch. Ein Ausleger hat einmal gesagt, dass Jesus wohl nichts Anstößigeres gesagt hat als: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ Damit bezieht er sich darauf, dass Gott im Alten Testament den Genuss von Blut strikt verboten hatte. Das Blut der Opfer durfte nur an den Altar gesprengt werden. Nur an drei Stellen wird das Blut direkt am Menschen angewandt: am Berg Sinai, als Gott den Bund mit seinem Volk heiligt, bei der Priesterweihe und bei der Reinigung von Aussätzigen.

Doch auf der anderen Seite stehen in unserem Text Hinweise, die uns helfen, eine Antwort darauf zu finden, warum die Jünger – entgegen ihrer sonstigen Schwachheit – nicht fragten, ablehnten oder zweifelten – sondern glaubten. Auch wir dürfen uns durch den Reichtum der Gnade Gottes, den er uns durch sein Evangelium – im Wort und im Sakrament – schenken will, trösten lassen. Wir wollen heute gemeinsam betrachten: Altvertraut und doch völlig neu: Das Abendmahl und seine Gaben.

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Reformationsfest 2019 – Wir feiern Reformation, denn Gott macht uns neu.

Heute wollen wir gemeinsam das Reformationsfest feiern; doch was gibt es heute eigentlich zu feiern? Vor zwei Jahren war dieser Tag ein landesweiter Feiertag, denn es gab ein rundes Jubiläum zu begehen: 500 Jahre Reformation. Heute ist für die meisten Menschen in unserem Land einfach nur ein arbeitsfreier Tag, der in diesem Jahr besonders günstig liegt. Mit nur einem zusätzlichen Urlaubstag hat man ein schönes langes Wochenende: vier Tage frei. Immer weiter verbreitet sich Halloween, ein Feiertag, der aus den USA zu uns gekommen ist. Besonders Kinder lieben diesen Tag, bietet er doch die Möglichkeit ein zweites Faschingsfest zu feiern und viele Extrasüßigkeiten zu ergattern.

Doch wir feiern Reformationsfest. Aber was feiern wir eigentlich? Nun die Geschichte ist vertraut, aber deswegen nicht weniger wichtig. Heute vor 502 Jahren schlug der Augustinermönch und Theologieprofessor im nahen Wittenberg 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche. Diese Tür war zugleich das schwarze Brett der Universität. Jeder, der über ein bestimmtes Thema eine öffentliche Diskussion führen wollte, konnte es nutzen. Luthers Thesen richteten sich gegen den Ablasshandel innerhalb der römisch-katholischen Kirche und den Missbrauch dieser Einrichtung.

Viele Menschen kauften Ablassbriefe nicht länger um sich von den zeitlichen Sündenstrafen der Kirche zu befreien, sondern im festen Glauben daran, sich aus der Hölle freikaufen zu können. Aus diesem unbedeutenden Ereignis: ein kleiner Theologieprofessor an einer unbedeutenden Universität – sie war erst ein paar Jahre vorher gegründet worden – in einer winzigen Stadt am Rand des großen römischen Kaiserreiches deutscher Nation, der 95 Thesen zur Diskussion stellte. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das, was an jenem 31. Oktober 1517 begann zu einem Flächenbrand, der weite Teile Deutschlands und Europas erfasst hatte: Die Reformation oder Wiederherstellung.

Was feiern wir also heute? Viel ist in den vergangenen Jahren über die Bedeutung der Reformation geredet, geschrieben und berichtet worden: ihre Bedeutung für die Deutschen; für die deutsche Sprache (Luthers Bibelübersetzung), für die Freiheit, als Anfang unserer modernen Zeit usw. Auch ihre Schattenseiten wurden dabei nicht ausgespart. Und all diese Dinge hängen mehr oder weniger auch mit der Person Luthers und der Reformation, die er und seine Mitarbeiter angestoßen und teilweise mitgetragen haben zusammen. Doch, liebe Festgemeinde, wenn wir nur davon reden, dann brauchen wir den heutigen Tag nicht mehr als Feiertag, denn dann fehlt ihm jede christliche Bedeutung.
Die große Bedeutung der Reformation liegt darin, dass Gott durch sie das Evangelium wieder ans Licht gebracht hat, dass vorher verdunkelt und versteckt oder sogar verloren gegangen war. Insofern ist die Reformation tatsächlich eine Wiederherstellung. Die Botschaft, dass Christus unser Bruder geworden ist, um uns zu erlösen, um uns freizukaufen von unserer Sünde und unserer Schuld, die war in weiten Teilen der Christenheit verloren gegangen. Verborgen und versteckt unter z. T. jahrhundertealten menschlichen Traditionen und Ansichten, die menschliche Gedanken über Gott und unsere Rettung in den Mittelpunkt stellten. Heute wollen wir anhand unseres Textes, der eher kein typischer Reformationstext ist, genau darüber nachdenken. Was ist Reformation und was bedeutet sie für uns heute? Was ist das Evangelium und was schenkt es uns?

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Trinitatisfest: Die heilige Dreieinigkeit

Heute feiern wir gemeinsam das Trinitatisfest. Wir feiern am Ende und Abschluss der ersten, festlicheren Hälfte des Kirchenjahres, dass der eine Gott sich uns in drei Personen offenbart hat: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir wohl zugeben, dass uns diese Aussage der Heiligen Schrift eher Kopfzerbrechen bereitet.

Doch wie alles in der Bibel ist auch diese Aussage zu unserem Trost und unserer Freude offenbart worden. Lasst uns deshalb gemeinsam darüber nachdenken: Der dreieinige Gott lässt sich von uns erkennen.

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Pfingstsonntag: Die Ausgießung des Heiligen Geistes 2019

„Wem gehörst du?“ „Ich gehöre niemand!“ wäre wohl die mehr oder weniger empörte Antwort, die wir erzielen würden, wenn wir eine Umfrage mit diesem Wortlaut starten würden. Wir leben in einer Zeit, die die Freiheit des Einzelnen auf ihre Fahnen geschrieben hat. Menschen dürfen kein Eigentum sein. Sklaverei ist geächtet. Was ich tue oder lasse, darf mir niemand vorschreiben. Grenzen, die noch vor kurzem unüberwindbar schienen, werden eingerissen. – Soweit die Theorie.

Wie kann man sich dem gewaltigen Druck, aber auch der sanften Verlockung widersetzen, der von unserer Umwelt ausgeht? Wie können wir sagen: „Wir gehören Gott, dem HERRN.“ Drei Schlagworte aus unserem Text, wollen uns zeigen, wie es möglich ist.

1. „Ich habe dich erwählt!“

2. „Fürchte dich nicht!“

3. „Dass sie wachsen sollen!“

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1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti – „Wie die neugeborenen Kinder“ 2019

Vielleicht habt ihr irgendwann in eurem Leben, vielleicht als ihr noch Kinder wart, einmal ein Kartenhaus gebaut. Die unterste Lage aus Karten bildet das Fundament. Und die ganze Sache macht Spaß. Ein Kartenhaus zu bauen ist eine echte Herausforderung. Denn natürlich willst du sehen, wie hoch du dieses Haus letztlich bauen kannst. Natürlich jede neue Lage, wie sie aufgebaut ist, wie stabil sie ist, ein wichtiger Teil des ganzen Gebäudes. Aber wenn das Fundament wackelt, wenn es sich bewegt oder wenn es sogar einstürzt, dann stürzt alles zusammen wie – nun eben wie ein Kartenhaus.

Wenn dein Kartenhaus einstürzt, dann bist du vielleicht enttäuscht. Vielleicht willst du auch einfach nur noch aufgeben und packst deine Karten wieder zusammen. Doch nachdem die erste Enttäuschung abgeklungen ist, ist es letztlich keine große Sache – so lange du nur mit Karten arbeitest.

Doch was, wenn es um mehr geht, wenn du mit mehr arbeitest?

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Ewigkeitssonntag 2018

Was haben Weihnachten und eine bevorstehende Hochzeit gemeinsam? Die Vorfreude! Da sind die Kinder, die sich auf ein fröhliches Fest mit vielen Geschenken freuen und hier die Braut, die sich auf ihren Bräutigam freut, auf das bevorstehende Hochzeitsfest und das damit beginnende gemeinsame Leben. Vorfreude ist auch das Thema des heutigen Sonntages, der u. a. dem Namen „Ewigkeitssonntag“ trägt. Wir freuen uns auf die Ewigkeit, auf unseren Heiland, der kommt, um mit uns zu leben.

Dazu gilt es zunächst eine Frage zu beantworten, die sich Leser der Paulusbriefe immer wieder gestellt haben. Und diese Frage lautet folgendermaßen: Hat der Apostel Paulus geglaubt, hat er wirklich geglaubt, dass Jesus in Herrlichkeit wiederkommen würde, ehe der Apostel und seine Generation sterben konnten? Die Antwort auf diese Frage ist wichtig, aber sie lässt sich schnell geben. Und diese Antwort lautet: …

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Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr 2018

Jeder Mensch ist einzigartig: durch seine Größe, seine Haarfarbe, sein Aussehen. Spätestens jedoch durch die Fingerabdrücke und die DNS lässt sich jeder Mensc+ eindeutig ermitteln. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Menschen: Fröhliche und traurige, gute und schlechte, fleißige und faule. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Auch die Bibel redet immer wieder von unterschiedlichen Arten von Menschen: Gläubige und Ungläubige, Kinder Gottes und Kinder der Welt. Unser heutiger Predigttext stellt uns eine Frage, die wir heute gemeinsam beantworten wollen: Welche Art von Menschen sollen wir angesichts von Gottes Gericht sein? Vier Antworten finden wir in unserem Text:

1. Menschen, die sich vor Gott verantwortlich fühlen.

2. Menschen die Gottes Geduld nicht missbrauchen.

3. Menschen, die sich auf Gottes neue Welt freuen.

4. Menschen, die ihr Leben danach einrichten.

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20. Sonntag nach Trinitatis 2018

Wir alle kennen die berühmt-berüchtigten Vorher-Nachher-Bilder. Sie werden gerade in der Wer-bung eingesetzt, um uns bestimmte Produkte schmackhaft zu machen: Waschmittel, Zahnpaste, aber auch für bestimmte Methoden, um das eigene Körpergewicht zu verringern oder vielleicht dem Haarausfall rückgängig zu machen. Auf der einen Seite sieht man einen Mann, der beinahe keine Haare mehr hat, und auf der ande-ren Seite, nachdem er Mittel B ausprobiert hat, hat er plötzlich wieder volles Haar. Auf der einen Seite sieht man eine Frau, die sich nur mit Mühe in ihr schönes Sommerkleid gezwängt hat, auf der anderen Seite, ist sie deutlich schlanker ge-worden. Jetzt steht ihr das Kleid richtig gut.

Auch der Apostel Paulus verwendet in seinem Brief an die Christen in Ephesus – und an uns – diese Methode. Er hält uns vor Augen, wer wir einmal waren, ehe wir Kinder Gottes geworden sind, ehe Gott uns den Glauben und das ewige Leben geschenkt hat, und wer wir jetzt sind. Pau-lus tut es mit einer bestimmten Absicht. Er will uns nichts verkaufen! Er will uns helfen! Denn er weiß, dass es auch im Geistlichen etwas gibt, das jeder kennt, der schon einmal erfolglos versucht hat abzunehmen, den Jo-Jo-Effekt.

Weil man beim Abnehmen zu sehr auf Essen ver-zichtet, besonders auf die Dinge, die man beson-ders gern isst, kann es dazu kommen, dass man nach einer erfolgreichen Diät, nicht nur das verlorene Gewicht wieder auf den Hüften hat, sondern außerdem noch ein paar Extrakilos zugelegt hat. Erst wenn man sein Verhalten, seine Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umgestellt hat, kann sich hier ein längerfristiger Erfolg einstellen, ganz ohne besondere Diätmittel.

Auch für uns Christen besteht immer die Gefahr rückfällig zu werden, den Glauben, die Verge-bung, das ewige Leben wieder zu verlieren, die „alten“ Pfunde wieder auf den Rippen zu haben, weil sich in unserem Leben nichts ändert. Deswegen ruft Paulus uns zu:

Achtet darauf auf welchem Weg ihr geht!

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6. Sonntag nach Trinitatis 2018

Fällt unserer Umwelt auf, dass wir Christen sind? – Erkennen unsere Mitmenschen in unserem täglichen Leben, dass wir zu Jesus gehören? Oder merkt man nur gelegentlich an Sonn- oder hohen Feiertagen, dass wir Christen sind? Jesus redet davon, dass wir Salz und Licht der Welt sind. Strahlen wir in unserer dunklen Umwelt. Fallen wir durch gute Werke und ein frommes Leben auf? Erkennen die Leute, dass wir nicht jeder Modeerscheinung hinterherjagen?

Nun, es fällt uns oft sehr schwer in dieser Richtung aufzufallen. Oft fallen wir eben nur dadurch auf, dass wir nicht auffallen. Luther hat einmal gesagt, dass wir als Christen zugleich gerecht und Sünder sind. Ein Christ ist ein ganz eigenartiges Wesen. Auf der einen Seite ist er Gottes Kind. Er ist vor Gott ein Heiliger, weil Christus uns unsere Sünden vergeben hat. Auf der anderen Seite merkt jeder von uns, dass er täglich mit seinen Sünden zu kämpfen hat. Da ist die Versuchung manches Mal groß, einfach aufzugeben. Der Apostel Paulus will uns helfen. Zu Beginn des Kapitels, aus dem unser Text stammt, fragt er:

Röm 6,1f: „Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?“

In unserer ichbezogenen Welt ist die Versuchung groß, Vorteile aus dieser Frage zu ziehen: „Gott vergibt gern und ich sündige, damit ist ja alles in Ordnung!“ Doch das Gesetz zeigt uns unsere Sünde in allen Einzelheiten, und die Gnade Gottes erweist sich immer als größer, reichlicher, überfließender als selbst die größte Menge unserer Sünden. Deshalb sagt Paulus: „Ja nicht! Ja nicht auf Gnade hin sündigen!“ So ermahnt uns Paulus ein gottgefälliges Leben zu führen. Doch woher bekommen wir die Kraft dazu? Unser Text antwortet uns: Unsere Taufe gibt uns Kraft für ein gottgefälliges Leben, denn…

1. …sie hat die Macht der Sünde über uns gebrochen.

2. …sie wirkt in uns ein neues Leben.

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