Sermons on “Rettung”

3. Sonntag nach Ostern: Jubilate – „Jauchzt dem Herrn!“ – 2020: Gott beruft Mose und nennt uns seinen Namen.

„Jubilate!“ heißt dieser Sonntag: „Jauchzt! Jubelt!“ Nun könnten wir denken, dass wir im Augenblick wohl kaum oder doch zumindest wenig Grund zum Jubeln und Jauchzen haben. Die meisten machen sich Sorgen um ihre Gesundheit, viele um ihr Einkommen oder ihren Arbeitsplatz oder ihre Kinder. Was ist da Grund zum Jubeln? Nun, wir feiern immer noch die Osterzeit: Jesus ist auferstanden! Er lebt! Damit rettet er uns von unserer Schuld zum ewigen Leben! Er herrscht auch hier und heute in unserer Zeit und Welt. Er hält das Ruder fest in den von Nägeln durchbohrten Händen. Das ist Grund zum Jauchzen! Das sehen wir schon im Alten Testament, wo Gott Mose beruft und uns seinen Namen nennt!

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4. Sonntag in der Passionszeit – Lätare – „Freut euch in dem Herrn“ – 2020: Wie Gott auf unscheinbare Art und Weise anfängt zu retten.

Der heutige Sonntag trägt den Namen „Lätare“, was auf Deutsch so viel wie „Freut euch!“ bedeutet. Die meisten von euch werden mir sicherlich zustimmen, dass uns gerade in diesen Tagen nicht nach Freude zumute ist. Das öffentliche Leben in unserem Land liegt am Boden. Viele Menschen müssen Zuhause bleiben. Die Zahlen an Infizierten und Toten steigen auch in unserem Land. Schauen wir nach Italien, dann ist einem eher nach fürchten zumute. Was die nächsten Tage und Wochen bringen werden? Das weiß keiner von uns. Da ist viel Raum für Ungewissheit, Zweifel und Angst – auch bei uns Christen.

Und trotzdem dürfen wir heute den Sonntag Lätare – „Freut euch!“ – feiern. Einer unserer Choräle bringt es sehr schön auf den Punkt:

„In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ! Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist. … Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. …an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden. Halleluja. … Du hast’s in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.“ (LG 357,1+2)

Wir dürfen zuversichtlich, ja sogar fröhlich sein, weil wir wissen, dass in unserer Welt kein blindes Schicksal wütet, dass wir auch dieser Seuche nicht hilflos ausgeliefert sind! Der Herr dieser Welt, ihr Schöpfer und Erlöser, hat sie und uns alle in der Hand. Durch den Glauben mit seinem Sohn verbunden, wissen wir, dass er uns Gutes tun, dass er auch uns retten will. Die größte Not hat er schon für uns besiegt. Er wird uns auch in dieser nicht alleinlassen. Anhand des Berichts von der Geburt des Moses, wollen wir hören: Wie Gott auf unscheinbare Art und Weise anfängt zu retten.

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1. Sonntag nach Epiphanias 2019

Ich weiß nicht, wie es euch geht, wenn ihr den ersten Teil unseres Predigttextes hört, aber wenn ich genauer auf seine Worte höre, muss ich feststellen: Ich glaube, ich mag Johannes den Täufer nicht besonders. Es ist nicht seine eigenartige Kleidung aus Kamelhaaren mit einem Ledergürtel oder seine merkwürdige Diät aus Heuschrecken und wildem Honig, die mich abstößt. Ich kenne viele Leute, die eigenartige Kleidung tragen und noch viel eigenartigere Dinge essen. Nein, es ist vielmehr die Tatsache, dass Johannes mich mit Feuer bedroht, derentwegen ich Johannes lieber meiden würde. Er redet von Gottes Zorn, der wie ein heißes, unauslöschliches Feuer brennt und der Grund für diesen Zorn bin ich – ich, mit meinem Leben.
Dabei hat die Christenheit, vor allen Dingen hier im Westen, die letzten zwei bis drei Jahrhunderte alles getan, um das Thema des zornigen Gottes zu vermeiden oder doch zumindest abzuschwächen. Johannes predigt:

„In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.“

Wenn er solche Worte sagt, dann wird immer wieder schnell versucht auf seine Liebe zu verweisen: Gott liebt alle Menschen!“ Oder: „Gott hasst zwar die Sünde, aber er liebt den Sünder!“ usw. Man hat alles in seiner Macht Stehende getan, um die Botschaft vom zornigen Gott abzuschwächen. Schließlich leben wir nicht mehr im finsterste Mittelalter. Es besteht also kein Grund mehr, die Menschen mit der Botschaft vom zornigen Gott zu erschrecken oder gar einzuschüchtern.

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