Sermons on “Trost”

2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini – „Die Güte des Herrn“ – 2020: Der auferstandene Heiland gibt dir seine Gaben.

Vielleicht kennen sie die Werbung um ein bestimmtes Ei, wo Kinder ihre Mutter um ein Mitbringsel vom Einkauf bitten: »Etwas Spannendes, etwas zum Spielen UND Schokolade.« Und dann folgt die Antwort: »Drei Dinge auf einmal, das geht nun wirklich nicht.« Doch beim Einkaufen entdeckt die Mutter dann besagtes Ei, denkt an ihre Kinder daheim, und kann ihnen ihre drei Wünsche doch noch erfüllen.

Der 23. Psalm ist auch so eine Art Osterei. Und er enthält nicht nur drei, sondern sogar vier Gaben, die wir zu Ostern bekommen. Der Psalm nutzt dabei Bilder aus dem alltäglichen Leben im Alten Testament, um uns zu zeigen, was wir als Christen bekommen. Das wollen wir heute gemeinsam betrachten: Der auferstandene Heiland gibt dir seine Gaben.

1. Er ist dein Hirte.

2. Er ist dein Weggefährte.

3. Er ist dein Gastgeber.

4. Er ist dein Zuhause.

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Altjahresabend 2019: Auch unser Gebet darf lauten: Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Die Jahreslosung für das kommende Jahr, 2020, ist eine von jenen Bibelstellen, die wir auf der einen Seite gut kennen, sie uns andererseits aber – zumindest geht es mir immer wieder so – leicht verwirrt zurücklassen: »Ich glaube; hilf meinem Unglauben.« Wie kann das sein, dass man zwei Worte, die das genaue Gegenteil voneinander aussagen, in ein- und demselben Satz gebraucht? Kann ich glauben und zugleich nicht? Wir wollen jetzt gemeinsam betrachten, was wir aus diesen Worten, diesem Gebet eines verzweifelten Vaters lernen können, und wie tröstlich diese Worte letztlich für uns sind, jeden Tag unsers Lebens, sei es im vergangenen Jahr oder auch im kommenden: Auch unser Gebet lautet: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

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1. Christtag 2019: Die Herberge und die Krippe

„Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind, auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind“, so lautet eins der bekannteren deutschen Weihnachtslieder. „Alle Jahre wieder“ macht uns dabei auch eins deutlich: jedes Jahr zu Weihnachten wiederholen sich Dinge: eine mehr oder wenige hektische Adventszeit, die oft genug schon als Weihnachtszeit begangen wird, der Baum, das Weihnachtsessen, die Geschenke. In vielen Familien gibt es viele – schöne und liebgewonnene Weihnachtstraditionen – die sich seit Jahrzehnten genauso wiederholen und zum Fest einfach dazugehören. Ohne sie wäre Weihnachten für viele kein Weihnachten.

Das trifft auch auf den Bibeltext zu, den wir vorhin gerade noch einmal gehört haben. Ganz gleich ob im Weihnachtsoratorium, in einer Weihnachtsgala oder im Krippenspiel der Kinder, dieser Text ist der Weihnachtstext schlechthin, denn er berichtet ja von der Geburt des Christkindes, dem wir dieses Fest verdanken. Ohne Jesus, ohne den Bericht über seine Geburt, den Lukas uns aufgeschrieben hat, gäbe es kein Christfest, wäre es nicht Weihnachten.

Ihr wisst natürlich auch, worin die Gefahr altvertrauter Worte liegt, selbst wenn sie zum Fest dazugehören. Es ist die große Gefahr, dass wir auf Autopiloten schalten, denn schließlich wissen wir ganz genau, was kommt. Wenn es also, alle Jahre wieder, heißt: „Es begab sich aber zu der Zeit…“, dann wissen wir was kommt und die Versuchung ist, dass wir nicht mehr richtig zuhören. Deshalb wollen wir heute zwei wenig beachtete Worte aus der Weihnachtsgeschichte herausgreifen und uns von ihnen an die Hand nehmen lassen, um die Freude und den Trost der Weihnachtsgeschichte neu zeigen zu lassen: Die Herberge und die Krippe erfreuen und trösten uns.

1. Die Herberge und die Weihnachtsfreude.

2. Die Krippe und der Weihnachtstrost.

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5. Sonntag nach Ostern: Rogate – „Bittet, so werdet ihr nehmen“ – 2019

Die Eltern verreißen, die Kinder bleiben bei Oma und Opa. Oder der große Bruder geht für ein Jahr ins Ausland. Die Eltern versprechen den Kindern zu schreiben, anzurufen und ihnen etwas Schönes mitzubringen. Der Bruder verspricht seinen kleineren Geschwistern regelmäßig zu schreiben und ab und zu auch etwas aus dem fernen Land, in das er reißt, zu schicken. Wir geben Versprechen, aber können wir sie auch halten?

Heute ist der Sonntag vor Himmelfahrt. Bald feiern wir wieder, wie Jesus sichtbar zum Himmel aufgefahren ist, zu seinem Vater. Er sitzt auf seinem Thron zur Rechten des Vaters und herrscht zum Besten seiner Kirche über die Welt. Seit diesem Tag geht die Kirche, gehen wir Christen, mit der frohen Botschaft von der Erlösung hinaus in alle Welt und beten zugleich darum, dass unser Herr wiederkommt, um nun auch sichtbar über alle Welt zu herrschen.

Doch in der Zwischenzeit verzweifeln wir nicht. Wir wissen, dass Jesus jeden Augenblick wiederkommen kann, dass seine Zeit und sein Plan anders aussehen als unsere. Doch Jesus lässt uns nicht allein. An anderer Stelle in seinen Abschiedsreden am Gründonnerstag ist die Rede davon, dass er uns den Heiligen Geist, den Tröster senden will. Zugleich hat er seiner Kirche sein Versprechen gegeben, immer bei ihr zu sein, bis ans Ende dieser Welt. Jesus hat seinen Jüngern und seiner Kirche aber auch andere Verheißungen gegeben.

Und anders als bei uns Menschen, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott seine Zusagen und Versprechen einhält. Eines dieser Versprechen, genauer gesagt eine doppelte Verheißung finden wir in unserem heutigen Predigttext. Jesus sagte sie seinen Jüngern unmittelbar vor seinem Tod und seiner Auferstehung, aber sie treffen auf alle Nachfolger Jesu zu. Und diese beiden Verheißungen wollen wir uns nun gemeinsam anschauen.

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Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr 2018

Beerdigungen sind in unserer Zeit äußerst unbeliebt. Immer mehr Menschen werden anonym beerdigt. Keiner kümmert sich mehr um das Grab eines Verstorbenen. Urnenbeisetzungen, Gräber auf der grünen Wiese oder in der freien Natur werden dagegen immer beliebter. Der Tod wird immer mehr zum Tabuthema. Man gibt viel Geld aus für Ärzte und Medikamente, die das Unaus-weichliche hinauszögern. Noch mehr Geld geben wir für Unterhaltungskünstler und Sportler aus, die uns live o-der im Fernsehen von diesem Thema ablenken. Wir wol-len uns amüsieren und zerstreuen, um möglichst nicht darüber nachzudenken, dass jedes Leben früher oder später einmal zu Ende geht.

Gerade deshalb sind die letzten Sonntage im Kirchenjahr so wichtig. Passend zur Jahreszeit: Herbst, kühlere Temperaturen, weniger Licht, dem zu Ende gehenden Kalenderjahr, greifen sie die Themen auf, die am Ende des menschlichen Lebens und am Ende unserer Welt stehen: Tod, Auferstehung, letztes Gericht, Gottes neue Welt. Ja, wenn wir einen lieben Menschen zu Grabe tra-gen müssen, dann können wir der Wahrheit nicht länger ausweichen, dass wir alle sterben werden und sterben müssen.

Auch in unserer Gemeinde sind in diesem Jahr Glaubensgeschwister gestorben, ebenso in den einzelnen Familien. Und die Frage ist nun, wie verhalten wir uns, wie gehen wir – nicht so sehr als Menschen, sondern vor allem als Christen, als Kinder Gottes – damit um. Wir dürfen uns hier von Gott selbst trösten lassen, nicht mit leeren Worten, sondern mit Worten, hinter denen das große Wunder der Liebe Gottes zu seiner gefallenen Schöpfung steht. Gott will uns nicht dem Tod überlassen. Die Worte des Apostels Paulus an die Christen in Thessalonich sind bis heute aktuell und haben bis heute Kraft: Gott tröstet uns angesichts toter Gotteskinder. Er ruft uns zu:

1. Seid nicht traurig!

2. Wir schlafen nur!

3. Wir werden wieder leben!

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3. Advent 2016

Der Gefangene liegt in seiner Zelle und wirft sich unruhig von einer Seite auf die andere. Er fragt sich, ob er sich richtig entschieden hat. Zwei Männer betreten seine Zelle. Sie begrüßen ihren Meister und im Gespräch schildert er ihnen seine Zweifel und dann erteilt er ihnen einen Auftrag: „Geht zu Jesus und fragt ihn, ob ich richtig lag. Ist er wirklich der lang ersehnte Retter oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Derjenige, der so spricht, ist Johannes der Täufer, der Vorläufer und Botschafter des Herrn Jesus. Er ist ins Grübeln gekommen, er zweifelt, ob Jesus der Richtige ist. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Christen und ihre Zweifel an ihrem Herrn und Erlöser.

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23. Sonntag nach Trinitatis 2016

Der Prophet Haggai, der unseren heutigen Predigttext aufgeschrieben hat, wirkte in der Zeit nach der Babylonischen Verbannung. Nachdem die Perser das babylonische Reich erobert hatten, durften die Juden wieder in ihre alte Heimat zurückkehren. Auch den Tempel und die Stadt, die mehr als 50 Jahre vorher zerstört worden waren, durften sie wieder aufbauen. Zu diesem Zweck hatte der persische König sogar Teile des Tempelschatzes, wieder zurückgegeben. Etwa 50.000 Juden kehrten damals aus Babylon zurück in das verheißene Land. Sie legten die Grundsteine für den Wiederaufbau des Tempels und feierten ein Opferfest.

Doch bald war die erste Begeisterung verflogen. Die Menschen kümmerten sich vor allem um ihre eigenen vier Wände, Angriffe von außen und die alltäglichen Sorgen führten dazu, dass der Tempelbau jetzt seid Jahren daniederlag und keinen Schritt vorwärts gekommen war. In dieser Lage schickt Gott seinen Propheten Haggai. Sein kurzes Buch im Alten Testament umfasst nur einen Zeitraum von vier Monaten. Hier spricht Gott zu seinem Volk und ermuntert es dazu, seinen Tempel nicht länger brach liegen zu lassen, damit sie nicht länger von seinem Segen getrennt sind.

Auch wir sind dazu aufgerufen, Gottes Tempel, seine Kirche zu bauen. Bei uns geht es nicht mehr um ein greifbares Gebäude, sondern um einen unsichtbaren Bau, der – wie der Apostel Petrus schreibt – aus lebendigen Steinen baut. Doch die Herausforderungen und Probleme, sind damals wie heute ganz ähnlich gelagert. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Gott ermutigt uns seine Kirche zu bauen.

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Ostermontag: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ 2016

Was antworten wir, wenn andere Menschen uns auf unseren Glauben ansprechen, gerade jetzt zu Ostern? „Glaubt ihr wirklich daran, dass Menschen wieder auferstehen?“ In einer Umfrage sagen nur noch 26% aller Deutschen, dass sie an ein Leben nach dem Tod glauben, noch weniger glauben an eine leibliche Auferstehung. Es widerspricht ja auch allen menschlichen Erfahrungswerten. Wenn einer erst einmal tot ist und in seinem Sarg und Grab liegt, steht er nicht wieder auf, auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche.

Schon die Korinther hatten Probleme mit der Botschaft von der Auferstehung der Toten. Es gab Glieder in der korinthischen Gemeinde, die sagten: „Es gibt keine Auferstehung der Toten!“ Nun brauchen wir nicht abfällig auf die Korinther herabzublicken, nach dem Motto: „So etwas kann uns nicht passieren.“ Ich habe bei Gemeindebesuchen mit Leuten gesprochen, die genau so denken und reden. Was denken und glauben wir? Was feiern wir heute? – Paulus zeigt uns in unserem Predigttext, dass Ostern und Karfreitag untrennbar zusammengehören. Christlicher Glaube ist Osterglaube, ist Auferstehungsglaube oder er ist gar kein Glaube. Das ist das Zentrum unseres Glaubens:

„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“

Ja, jeder von uns bekennt und glaubt es, „die Auferstehung des Leibes und ein ewiges Leben“. Deshalb wollen wir heute über unseren Text schreiben: Mit Ostern steht oder fällt alles.

1. Unsere Botschaft.
2. Unser Glaube.
3. Unsere Hoffnung.

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