Sermons on “Vergebung”

Lätare: „Freut euch mit dem Volk Gottes“ 2021 – Es ist atemberaubend, wie sehr Gott uns liebt.

Unser heutiger Predigttext gehört wohl zu den bekanntesten Bibelversen überhaupt. Gerade in christlichen Kreisen ist er so bekannt, dass man ihn gar nicht mehr anführen muss. Mancher sagt nur „316“ und viele Christen wissen, was gemeint ist.

Deswegen trägt dieser Vers von alters her noch einen anderen Namen, das Evangelium in nuce, d. h. wörtlich: „Das Evangelium in einer Nuss.“ Dieser eine Vers enthält alles, was wir brauchen, um gerettet zu werden.

Gibt es an einem Sonntag, der den Namen Lätare trägt und uns zur Freude aufruft, einen besseren Text? Diese wenigen Worte erscheinen auf den ersten Blick unscheinbar und doch sind sie atemberaubend. Lasst uns heute gemeinsam bedenken: Es ist atemberaubend, wie sehr Gott uns liebt!

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Invokavit: „Er ruft zu mir“ – 2021: Hinaus in die Wüste

Heute ist der erste Sonntag in der Fastenzeit. Das heutige Evangelium berichtet von der Versuchung Christi in der Wüste. Unser Predigttext hält uns die weniger bekannte Version nach Markus vor Augen. Es ist der kürzeste und knappste dieser drei Berichte, der uns trotzdem viel zu sagen hat. Begleiten wir also unseren Herrn „in die Wüste“. Markus schreibt:

„Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.“

Jesus kommt an den Jordan, wird vom Täufer getauft, der Heilige Geist kommt auf ihn herab, um ihn als den Christus zu salben, und die Stimme des Vaters sagt zu Jesus:

„Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“

Vom Geist bevollmächtigt, vom Vater bestätigt – Jesus ist startklar! Es gibt viel zu tun: predigen, lehren und heilen. Lasst uns loslegen. Doch halt! Zuerst passiert etwas. Etwas, das man nicht erwarten würde.

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Fest der Beschneidung des Herrn 2021 – Neujahr und der Name Jesus

Es gibt Zeiten, in denen unser weltlicher Kalender und unser Kirchenjahr miteinander in Konflikt geraten. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der 31. Oktober. Sollten wir diesen Tag als den Vorabend von Allerheiligen feiern (ein wichtiger Feiertag in einigen Teilen der Welt) und als den Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen hat?

Das eine denkt an die Menschen zurück, die Gott im Glauben erhalten hat, bis sie die Seligkeit erreicht haben. Der Thesenanschlag ist ebenfalls Anlass zu danken, Dank dafür, dass Gott uns immer wieder das reine Evangelium schenkt, die frohe Botschaft von unserer Rettung. Oder sollten wir diesen Tag doch lieber als Halloween feiern, mit all den Kostümen und Süßigkeiten, die dieser Tag mit sich bringt? Natürlich sind die beiden miteinander verbunden.

Es gibt auch andere Daten im Kalender, wo der weltliche und der geistliche Bereich miteinander kollidieren, und, wenn wir etwas genauer hinschauen, werden wir erkennen, dass auch sie miteinander verbunden sind. Zu diesen Daten gehört auf jeden Fall der 1. Januar. Hier lässt sich sowohl der Beginn eines neuen Kalenderjahres als auch ein kleines, wenig bekanntes Fest feiern, dass den etwas sperrigen Namen „Fest der Beschneidung und Namensgebung Jesu“ trägt.

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Pfingstsonntag: „Die Ausgießung des Heiligen Geistes“ – 2020: Pfingsten im Licht des Alten Testaments

Heute feiern wir Pfingsten. Und vielleicht geht es euch ja wie wir, dass wir uns fragen: Warum Pfingsten? Nicht „warum“ wie in: Warum feiern wir Pfingsten? Sondern wie in: Warum hat Jesus den Heiligen Geist gerade an diesem Fest ausgegossen? Und, nachdem ihr den heutigen Predigttext gehört habt: Was hat dieser Text mit Pfingsten zu tun?

Auch wenn der Name „Pfingsten“ im Alten Testament so nicht auftaucht, so haben wir doch in unserem Text aus dem 3. Buch Mose die Einsetzung des alttestamentlichen Pfingstfestes vor uns. Pfingsten kommt ja aus dem Griechischen und bedeutet nichts weiter als „der fünfzigste Tag“. Fünfzig Tage nach Ostern gießt Jesus seinen Heiligen Geist über die Jünger aus. Und wir fragen uns, was bedeutet das für uns? Pfingsten im Licht des Alten Testaments.

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2. Christtag 2019: Geboren, um zu sterben.

Wahrscheinlich gibt es kein Ereignis im Leben eines Menschen, das größere Freude hervorruft und verbreitet als die Geburt eines Kindes. Wie oft haben wir es selbst erlebt oder die folgenden Szenen auf unseren Bildschirmen verfolgt?

Da ist die junge Mutter mitten in der der Geburt. Sie liegt im Kreißsaal, Schweiß steht ihr auf der Stirn, der Atem geht schwerer. Die Wehen kommen in immer kürzeren Abständen. Dabei ist noch die Hebamme, die alles im Blick hält und der werdenden Mutter Mut macht: „Noch einmal kräftig pressen!“ Außer der Hebamme ist noch der werdende Vater anwesend, dessen Hand sie umklammert hält. Aufgeregt steht er daneben und wartet auf das langersehnte Ereignis.

Und dann ist es endlich soweit. Erst ist ein kleines Köpfchen zu sehen und mit der nächsten Wehe erblickt ein kleines Menschenkind das Licht der Welt. Der stolze Vater darf die Nabelschnur durchtrennen.

Und schließlich ist der erste Schrei des Neugeborenen zu hören. Das kleine Baby wird in Mamas zitternde Arme gelegt. Tränen der Freude fließen über ihre Wangen und feiern dieses erstaunliche, göttliche Geschenk eines neuen menschlichen Lebens. Und Papa, Papa schnappt sich sein Telefon und verbreitet die Geburt des Babys mit einem Fingerdruck in der ganzen Welt. Das Leben, ein neues Leben, ist es wert, gefeiert zu werden und Eltern können gar nicht anders, sie müssen ihre Freude mit anderen teilen.
Darüber wollen wir heute auch nachdenken, und über diesen Text schreiben. Die Freude über die Geburt unseres Retters.

1. Unser Retter wurde geboren.

2. Unser Retter wurde geboren, um zu sterben.

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19. Sonntag nach Trinitatis 2019

Die Epistel des heutigen Sonntags beginnt mit einem Bild, einem Vergleich, der uns allen vertraut ist. Es handelt sich dabei um etwas, das jeder von uns jeden Tag tut. Was tun wir am Ende eines Arbeitstages, am Morgen, nach dem Aufstehen? Wir legen unsere schmutzige Arbeitskleidung ab, und ziehen saubere Sachen an oder wir ziehen den Schlafanzug aus und die Tageskleidung an.

Im Epheserbrief hat Paulus uns zunächst beschrieben, was Gott für uns getan hat. In Jesus Christus hat er alle Menschen erlöst. Er ist für uns gestorben und danach von Gott auferweckt worden. Dann hat Gott uns seinen Heiligen Geist gegeben, damit wir Teil seiner Familie werden. Diese Gnade Gottes, die wir erlebt haben, hat uns zu neuen Menschen gemacht. Wir waren tot, doch nun leben wir in und durch Jesus Christus. Weil wir zur Familie Gottes gehören, haben wir ein neues Ziel, die neue Welt Gottes. Zu dieser Welt gehören wir schon hier, auch wenn es noch verborgen ist, und wir wollen auch so leben.

Unser Predigttext steht im zweiten Teil dieses Briefs, der mit dem Wort „darum“ oder „nun“ beginnt. Wir sind Gottes Kinder, deswegen wollen, können und sollen wir auch so leben. In unserem Predigttext verwendet Paulus dafür den Vergleich mit dem Ablegen von alter Kleidung und dem Anziehen von neuer. In unserer Taufe ist der alte Mensch gestorben und der neue wurde geboren. Doch so, wie wir jeden Tag frische Kleidung brauchen, sollen wir täglich zu unserer Taufe zurückkehren und den alten Menschen ablegen, untertauchen und ertränken. In den folgenden Versen (bis Kap. 6) erklärt Paulus anhand konkreter Beispiele, wie dieses neue Leben aussieht. Eines dieser Beispiele wollen wir uns heute herausgreifen und einmal etwas genauer betrachten. Dabei wollen wir folgendes Thema über diese Predigt stellen: Seid zornig, aber sündigt nicht!

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Ostermontag 2018: Die Auferstehung des Herrn

Es gibt entscheidende Augenblicke in der Geschichte, wo an einer Entscheidung alles hängt. Als im Jahre 9 die römischen Legionen des Varus im Teutoburger Wald von den Germanen vernichtend geschlagen werden, da hätte auch alles anders kommen können. Hätte der römische Feldherr auf Warnungen gehört und seine Truppen entsprechend marschieren lassen, Germanien wäre bis zur Elbe römisch geworden – und wer weiß wohin das geführt hätte.

Auch in unserem Leben gibt es sicher immer wieder Augenblicke, an denen eine andere Entscheidung zu einem anderen Ausgang geführt hätte. Doch den Augenblick, der über alles entscheidet, den führt uns unser heutiger Predigttext vor Augen. Wir wollen ihn unter das Thema stellen: Ostern ist der entscheidende Augenblick der Geschichte für jeden Menschen.

1. Gott erklärte Jesus zum Retter aller Menschen.

2. Gott bietet in Christus allen Frieden und Vergebung an.

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2. Sonntag nach Epiphanias 2018

Alles fängt einmal klein an. Der größte Baum hat als Samenkorn angefangen, selbst der stärkste Mensch beginnt sein Leben als Säugling, ja eigentlich als befruchtete Eizelle im Leib seiner Mutter. Auch die größten und mächtigsten Flüsse unseres Planeten entspringen als kleine Quellen in den Gebirgen dieser Welt.

Ganz ähnlich ist es auch mit unserem christlichen Leben. Nachdem wir zum Glauben gekommen sind, nachdem wir Gottes Kinder geworden sind, steht die große Wahrheit im Raum: „Ihr seid das Licht der Welt! Ihr seid das Salz der Erde!, damit die Menschen eure guten Werke sehen und euren himmlischen Vater preisen.“ So sagt es Jesus über uns in der Bergpredigt. So sind wir.

Doch woher kommt das christliche Leben? Was ist seine Quelle? Unser heutiger Predigttext macht uns deutlich, dass unser Leben aus dem Wort unseres Herrn Jesus Christus fließt und dadurch auch ständig erneuert wird, wie einem Fluss aus seiner Quelle ständig neues Wasser zufließt. Das ist alles ist, wie Gottes Gnade, ein unverdientes Geschenk Gottes. Genauso steht es auch mit der Frucht des Geistes in unseren Herzen und ihrem Verhalten in unserer Welt. Lasst uns heute gemeinsam über Herzen voller Gnade reden. Paulus zeigt uns:

1. Die Quelle dieser Gnade.

2. Das Aussehen der Herzen.

3. Das Verhalten solcher Herzen.

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19. Sonntag nach Trinitatis 2017

Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Noch genießen wir einen schönen Herbst, mit Sonne, Regen, recht angenehmen Temperaturen und vielen prächtigen, buntbelaubten Bäumen. Zugleich wird uns in den meisten Supermärkten schon die letzten sechs Wochen Süßes für die Weihnachtszeit angeboten. Mit dem Ende des Jahres nähern wir uns auch dem Ende des Kirchenjahres. In diesen letzten Wochen verweisen die Texte und Lesungen, die die christliche Kirche für ihre Gottesdienste ausgewählt und festgelegt hat, immer deutlicher auf die so genannten „letzten Dinge“. Den Höhepunkt erreichen wir dann am letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag.

So, wie der Herbst uns an das bevorstehende Jahresende erinnert, so erinnert auch der Ende des Kirchenjahres daran, dass unser Leben und diese Welt ein Ende finden werden. Die Evangelien der kommenden Sonntag richten den Blick darauf, weshalb Christen dem Ende ihres Lebens als auch dem Ende dieser Welt und dem kommenden Gericht Gottes zuversichtlich entgegensehen können. Einer der Gründe dafür ist die Vergebung, die Vergebung der Sünden, die wir haben dürfen und von der auch unser heutiger Text handelt. Unser Heiland Jesus und der gläubige Gelähmte.

1. Jesus vergibt.

2. Jesus heilt.

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