18. Sonntag nach Trinitatis 2016

Jeremia war ein junger Mann, den Gott zum Propheten, zum Boten für sein Volk berufen hatte. Er diente in den letzten Jahrzehnten vor dem Babylonischen Exil. Weit war es mit dem Volk Gottes gekommen. Von den zwölf Stämmen, die Gott aus Ägypten in das verheißene Land geführt hatte, waren nur noch zwei übriggeblieben. Aus dem großen und herrlichen Königreich, das Gott unter David und Salomo errichtet hatte, war ein winziger Staat geworden, der dem Großreich der Babylonier Tribut entrichten musste.

Jeremia ist der Prophet, der in diesen letzten Jahren predigen soll. Schonungslos deckt er im Auftrag Gottes den Zustand seines Volkes auf. Er hält seinen Zeitgenossen den Spiegel vor das Gesicht. Wie konnte es soweit kommen? Wie konnte Gott es zulassen, dass sein Volk am Rand des Abgrunds stand? Unser heutiger Predigttext ist ein Abschnitt aus dem Buch dieses letzten großen Propheten seines Volkes. Er hält auch uns den Spiegel vor das Gesicht und zeigt uns: Gott sieht unser Herz an und schenkt uns neues Leben.

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