3. Sonntag nach Epiphanias 2017

Die Ereignisse von Weihnachten, die Geburt Jesu in Bethlehem, die Engel auf den Feldern Bethlehems, die Hirten, Simeon und Hanna im Tempel, das alles geschah eher im Verborgenen. Nur ein kleiner Kreis von Menschen hat etwas davon mitbekommen.

Doch Epiphanias, die Epiphaniaszeit zeigt uns nun, wie Gott sozusagen an die Öffentlichkeit tritt. Jesus zeigt sich selber als der, der er ist: Gottes Sohn und der Erlöser der ganzen Welt, sei es beim Besuch der Weisen, als der zwölfjährige Jesus im Tempel, bei seiner Taufe im Jordan und auf der Hochzeit in Kana, wo er seine Herrlichkeit offenbarte und seine Jünger an ihn glaubten.

Jesus zeigt sich uns und der Welt. Bei seinem ersten Wunder bewahrt er nicht nur ein Hochzeitspaar vor der Blamage, sondern er zeigt uns auch, mit Jesus haben wir allen Grund zur Freude. Doch was, wenn es bei dir und mir ganz anders aussieht? Was wenn wir das Gefühl haben: Mir ist Jesus noch nicht erschienen. Ist er überhaupt da in meinem Leben? Heute dürfen wir sehen, Jesus ist auch da, ist auch für Menschen da, zu denen niemand freiwillig hingehen würde, bei den Ausgestoßenen, die am Rand stehen, denen, die von draußen hereinschauen und sich wünschen dazuzugehören.

Kennen wir Orte, an die wir nicht freiwillig gehen würden? Ein verseuchter Atomreaktor? Urlaub in Tschernobyl oder Fukushima? Oder einem Krisengebiet? Nicht unbedingt unsere erste Wahl, oder? Kennen wir Menschen, mit denen wir nichts zu tun haben wollen? Arbeitskollegen, die uns mobben? Vorgesetzte, die uns schikanieren oder ausnutzen? Menschen, mit denen wir nicht gesehen werden wollen. Doch es geht auch weniger offensichtlich. Wie wäre es mit einem Besuch im Altersheim? Ein Verwandter, Bekannter – vielleicht ein ehemaliger Kollege. Nur noch ein Schatten seiner selbst. Vielleicht erkennt er dich überhaupt nicht. An ein Gespräch ist überhaupt nicht zu denken.

Was sind Orte, wo man nicht unbedingt freiwillig hingehen würde? Wer sind die Menschen, mit denen wir uns, wenn wir es vermeiden können, nicht abgeben? Und wenn, dann nur mal auf einen Kurzbesuch, der nicht weiter weh tut?

Jesus kommt vom Berg herunter, wo er gerade vor einem erstaunten Publikum eine beeindruckende Rede gehalten. Sie ist als die „Bergpredigt“ in die Geschichte eingegangen. Es ist eine Rede, die sogar Leute beeindruckt, die ansonsten nicht viel mit Jesus zu tun hat, die von seiner Art und Weise begeistert sind, sich ihm aber noch nicht angeschlossen haben: die große Menge von Menschen, die ihm gehört hat und die ihm nun weiter folgt, ohne ihm nachzufolgen.

Doch einer von ihnen hat diesen Schritt gemacht, er steht außerhalb der Menge, ist getrennt von ihr, aber er folgt nun Jesus. Und mit seinem Problem, ja mit seiner großen Not wendet er sich an Jesus und Jesus wendet sich nicht von ihm ab, sondern er wendet sich ihm zu. Jesus erscheint für die Ausgestoßenen.

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