4. Sonntag nach Epiphanias 2019

Was meinen wir, wenn wir sagen: „Heute ist ein ganz normaler Tag?“ bzw. wenn wir von unserem „Alltag“ reden? Das klingt nach Langeweile, Alltagstrott, sich wiederholenden Ereignissen und Pflichten. Das klingt wenig interessant, wenig aufregend. Und ja, es gibt sicherlich aufregender Texte in der Bibel als den, den wir gerade gehört haben: Mose, der das Meer teilt; Simson, der Tempel zum Einsturz bringt; Prophetendiener, die das himmlische Heer sehen dürfen, dass die gewaltige Armee der Feinde, die vor einer scheinbar wehrlosen Stadt liegen, besiegt; Engel, die Hirten terrorisieren oder weise Männer, die sich in der Wüste verirren und feurige Zungen, die vom Himmel auf die Köpfe von Menschen fallen.

Was uns unser Predigttext verkündigt ist einfach nur ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben des Jesus von Nazareth. Es ist ein Tag wie jeder andere auch: eine Synagoge in der zu predigen ist, etwas lehren, ein paar kranke Menschen besuchen, Kranke heilen. Am nächsten Morgen versuchte er, etwas Zeit für sich zu haben. Aber das war nicht möglich, denn die Menschen folgten ihm bis in die Wüste. Vielleicht wisst ihr, wie das ist: irgendjemand will immer irgendetwas von einem, besonders an den Tagen, an denen man auf der Suche nach etwas Ruhe und Einsamkeit ist.

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