5. Sonntag in der Passionszeit – Judika – „Richte mich, Gott“ – 2020: Gott offenbart seine Liebe und Herrlichkeit im Verborgenen

Mit dem heutigen Sonntag beginnt die eigentliche Passionszeit. Zwei Wochen vor dem Karfreitag, an dem Jesus am Kreuz gestorben ist, wollen wir heute innehalten und einmal darüber nachdenken, wie außergewöhnlich, völlig ungewöhnlich, überraschend, um nicht zu sagen abartig das ist, was wir da feiern. Ein Mann wird brutal durch den Staat hingerichtet als verurteilter Verbrecher. Nackt, voller Wunden, voller Blut, ein Bild vor dem sich die Menschen voller Ekel, aber auch voller Spott abwandten. Und dieser Mann und sein Tod sollen der Grund für die nächsten Feiertage sein?

Das Kreuz war über lange Jahrhunderte hinweg ein furchtbares Folterinstrument. Man hat vor etlicher Zeit in Rom eine Art Graffiti gefunden, mit einem scharfen Gegenstand in eine Mauer geritzt: Einer am Kreuz mit einem Eselskopf und einer, der vor ihm niederkniet und ihn anbetet. So hat man sich vor beinahe zweitausend Jahren über die Christen lustig gemacht. Das Problem ist nur, dass wir uns heute so sehr an diese Abartigkeit gewöhnt haben, dass wir oft gar nicht mehr erkennen, wie sehr Gott hier unseren Erwartungen zuwiderläuft, unser Denken auf den Kopf stellt hat. Und so wollen wir heute anhand unseres Textes betrachten: Gott offenbart seine Liebe und Herrlichkeit im Verborgenen. Das macht auch die Geschichte des Moses deutliche, deren Anfang wir letzte Woche gehört haben. Heute werden wir sehen, wie die Geschichte weitergeht.

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