6. Sonntag nach Ostern – Exaudi 2018: Herr, höre meine Stimme

Jeder von uns braucht einen Ort, ein Fleckchen, dass er Heimat nennen kann. Ohne einen Ort, an dem wir uns wohlfühlen und entspannen können, sind wir wie entwurzelt. Haben wir dann so ein Fleckchen gefunden, dann setzen wir alles daran, es wirklich gemütlich einzurichten. Wer je seine Heimat verlassen musste, gezwungenermaßen, aus Altersgründen oder aus beruflichen Gründen, der weiß, wie schwer und schmerzhaft das sein kann.

Das Wort Gottes nutzt dieses Bild auch für geistliche Dinge. Es sagt, dass wir als Christen Flüchtlingen und Obdachlosen gleichen. Wir leben noch in dieser Welt, aber wir sind hier nicht mehr zu Hause. Diese Welt, dieses Land, der Ort und das Haus oder die Wohnung, in der wir jetzt leben, sind nicht mehr unser eigentliches Zuhause. Diese Welt ist durch die Sünde verdorben. Bosheit, Neid, Streitsucht, Not und Elend machen sie zu keinem sehr schönen Platz. Wie viel Leid haben wir vielleicht selber schon erlebt und erleben wir noch.

Da kommt die Sehnsucht nach einem Plätzchen auf, wo wir uns geborgen und sicher fühlen können. Durch unsere Taufe hat sich das geändert, weil wir verändert wurden. Die alte, sündige Natur in uns hat einen Gegner bekommen, den neuen Menschen. Der ist heilig und gerecht. Er fühlt sich hier überhaupt nicht wohl. Zugleich sichert uns Gott durch sein Wort zu, dass er eine Heimat für uns vorbereitet hat.
Der Prophet Jesaja weissagt in unserem heutigen Predigttext von dieser Heimat. Seine Worte wecken in uns: Die Sehnsucht nach der ewigen Heimat.

1. Jetzt haben wir sie nur unvollkommen.

2. Dann haben wir sie vollkommen.

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