Gründonnerstag – Die Einsetzung des heiligen Abendmahls – 2020: Altvertraut und doch völlig neu: Das Abendmahl und seine Gaben.

Fällt uns etwas auf, wenn wir diesen Text hören? Nein?! Sollte es aber! Uns sollte auffallen, dass nichts zu hören ist! Ja, ihr habt richtig gehört! Es ist nichts zu hören – von den Jüngern. Sonst sind sie nicht scheu, wenn es darum geht ihre Meinung zu dem kundzutun, was Jesus sagt oder tut. Denken wir an Petrus, der erst Jesus als den Sohn Gottes bekennt, nur um im nächsten Atemzug zu versuchen, Jesus davon abzuhalten, nach Jerusalem zu gehen, um dort für die Sünden der ganzen Welt zu leiden und zu sterben.

Doch hier, am Gründonnerstagabend, in der Nacht, in der Jesus verraten wurde, als er im Anschluss an das Passahmahl etwas völlig Neues, Andersartiges und sogar Skandalöses sagte und tat, da hören wir keinerlei Widerspruch. Ein Ausleger hat einmal gesagt, dass Jesus wohl nichts Anstößigeres gesagt hat als: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“ Damit bezieht er sich darauf, dass Gott im Alten Testament den Genuss von Blut strikt verboten hatte. Das Blut der Opfer durfte nur an den Altar gesprengt werden. Nur an drei Stellen wird das Blut direkt am Menschen angewandt: am Berg Sinai, als Gott den Bund mit seinem Volk heiligt, bei der Priesterweihe und bei der Reinigung von Aussätzigen.

Doch auf der anderen Seite stehen in unserem Text Hinweise, die uns helfen, eine Antwort darauf zu finden, warum die Jünger – entgegen ihrer sonstigen Schwachheit – nicht fragten, ablehnten oder zweifelten – sondern glaubten. Auch wir dürfen uns durch den Reichtum der Gnade Gottes, den er uns durch sein Evangelium – im Wort und im Sakrament – schenken will, trösten lassen. Wir wollen heute gemeinsam betrachten: Altvertraut und doch völlig neu: Das Abendmahl und seine Gaben.

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