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Erntedankfest 2020 – Dankt Gott, der uns aus Gnade schafft und erlöst.
Wir alle vergessen immer wieder Dinge. Oft genug geht es uns so, dass wir uns Dinge aufschreiben: Einkaufszettel, Geburtstage, Hochzeitstage, Termine für Feiern usw. Steht es in unserem Kalender oder auf einem Zettel, dann ist es leichter, sich daran zu erinnern und möglichst nichts zu vergessen.
Ihr wisst aber auch alle, dass wir trotzdem immer wieder Dinge vergessen, in der Eile, im Stress, weil wir nicht daran denken wollen oder weil wir durch die vielen Dinge, die unsere Aufmerksamkeit erfordern einfach nicht daran denken. Das geht allen Altersgruppen so: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Alten.
Doch eine Sache vergessen wir alle gern, auch wenn uns unsere Eltern von klein auf immer wieder darauf hingewiesen, dazu angehalten und erzogen haben – wir vergessen „Danke!“ zu sagen. Und meistens passiert uns da weniger gegenüber anderen Menschen, sondern vor allem gegenüber Gott. Ganz schnell geht es uns so, dass wir das, was Gott uns schenkt als selbstverständlich hinnehmen, dass wir über der Gabe den Geber vergessen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um das tägliche Brot, Arbeit, Kraft, Gesundheit, Familie, Freunde oder um unsere Erlösung, die Vergebung unserer Schuld und das ewige Leben handelt. Deswegen feiern wir Erntedank, mit Betonung auf dem zweiten Wortteil. Da die wenigsten von uns noch in der Landwirtschaft arbeiten, und auch nur wenige viel in ihren Gärten anbauen, konzentriert sich dieser Tag mehr und mehr auf den Dank.
Lasst uns heute anhand unseres Predigttextes über das Danken reden, denn dazu fordert er uns ja auch auf. Dankt Gott, der uns aus Gnade schafft und erlöst.
Mehr16. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Die Witwe aus Zarpat zeigt, wie Gott seine Kinder versorgt.
Wenn man heute einmal im Fernsehen Zeichentrickfilme sieht oder ein Comicheft aufschlägt, dann wimmelt es darin nur so von Superhelden. Menschen oder Außerirdische mit außergewöhnlichen Begabungen oder zumindest außergewöhnlicher Technik sind da, um die Bösen zu bestrafen und die Unschuldigen zu retten. So spannend solche Geschichten auch sein mögen, wissen wir doch alle, wie unrealistisch es ist, darauf zu hoffen, dass plötzlich ein Retter mit übermenschlichen Kräften herabsinkt, um uns zu retten.
Diese Einstellung übertragen wir – vielleicht unbewusst – auf unseren Alltag. In der Bibel ist immer wieder die Rede von den „Helden des Glaubens“ (vgl. Hebr 11). Denken wir an Noah. Er baute ein Schiff auf trockenem Land, 120 Jahre lang. Denken wir an Abraham, der seine Heimat verließ, ja, der bereit war, seinen einzigen Sohn zu opfern, weil er auf Gott vertraute. Denken wir an Mose. Im Glauben verließ er den Palast in Ägypten, um mit seinem Volk zu leben und sehen wir, welche Wunder Gott durch diesen Mann tat. Denken wir an Josua, der in Gottes Auftrag das verheißene Land eroberte, der sah, wie die Mauern Jerichos unter Posaunenklang auf Gottes Befehl hin einstürzten, der Sonne und Mond stillstehen ließ.
Doch diese Beispiele, und es ließen sich noch mehr aufzählen, sind für uns aufgeschrieben. Aber oft genug lassen sie uns völlig unberührt. Schließlich halten wir uns selbst nicht unbedingt für solche Helden. Was haben wir schon Besonderes vorzuweisen. Ja, bei Noah, Abraham, Mose oder Josua mag Gott so wunderbar eingegriffen haben, schließlich waren sie große Menschen, mit denen Gott viel vorhatte. Er erwartete mächtige Taten von ihnen. Doch wir, wir sind doch nur ganz normale Christen. – Weil wir oft genug so denken, gibt es andere Geschichten in der Bibel. Die Geschichte von der Witwe, die ihre letzten zwei Cent in den Opferstock wirft, ihren gesamten Besitz, und damit ein großes Gottvertrauen an den Tag legt. Wir lesen von der kanaanäischen Frau, die Jesus um Hilfe bittet, und sich durch nichts und niemanden abweisen lässt. Die Witwe aus Zarpat, aus unserer Geschichte ist ein weiteres Beispiel dafür. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Die Witwe aus Zarpat zeigt, wie Gott seine Kinder versorgt.
1. Gott sorgt selbst für die Kleinsten.
2. Gott sorgt für sie, selbst wenn sie sterben.
3. Gott sorgt für sie, selbst wenn ein Wunder notwendig ist.
Mehr15. Sonntag nach Triniatis 2020 – Gott kommt in der Wüste zu uns und hilft uns.
Wo finden wir Gott? Mancher unserer Zeitgenossen, wenn er denn glaubt oder zugesteht, dass es Gott gibt, sucht Gott in der Natur. Er meint, er findet Gott im Sonnenaufgang, am Meer, im Wald. Wir reden für gewöhnlich davon, dass wir Gott in der Schrift finden, in seinem Wort, da wo er sich uns zeigt.
Doch wir finden Gott auch in der Wüste. Damit meine ich weniger den Ort, sondern die Umstände. Wir finden Gott da, wo wir ihn am wenigsten vermuten würden: In Zeiten und an Orten großer Not, wo er mit seinem Erbarmen und seiner Gnade kommt, um uns zu helfen. Gott kommt in der Wüste zu uns und hilft uns.
Mehr14. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Wir leben in der von Gott geschenkten Freiheit.
„Freiheit!“ ist eines der politischen und gesellschaftlichen Schlagworte unserer Zeit. „Freiheit“ als wichtiges Gut, als Menschenrecht, wird überall beschworen, aber längst nicht überall geachtet, nicht einmal in einem Land wie in Deutschlang. Freiheit war vor 30 Jahren das Ziel vieler Demonstrationen. Jetzt haben wir die Freiheit und sehen doch auch, dass es einen Preis dafür gibt. Ja, wir müssen auch lernen, dass es nicht so einfach ist, frei zu sein und frei zu leben.
Auch in der Bibel ist Freiheit ein großes Thema; die Freiheit von der Sünde, die Freiheit vom Tod, die Freiheit vom Gesetz. Und auch hier sehen wir, dass wir dieses großartige Geschenk erhalten, aber dass es gar nicht so einfach ist, darin zu leben. Man könnte über unseren Text schreiben. Wir leben in der von Gott geschenkten Freiheit.
Mehr13. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Der Herr ist der rechte Krieger, der sein Ziel erreicht.
Wie reden wir von Gott? Oder genauer: Mit welchen Namen oder Titeln reden wir über Gott? Jesus, Herr, Heiland fallen uns vielleicht als erstes ein. Schöpfer, Retter und Erlöser. Freund und Bruder? Aber wären wir, wie die Israeliten am Schilfmeer auf „Kriegsmann“, also „Krieger“ oder „Soldat“ gekommen. Was für einen Gott hast du? Er ist ein Krieger? Das scheint nicht von „unserem“ Bild vom „lieben“ Gott zu passen. Unser heutiger Text zeigt uns: Der Herr ist der rechte Krieger, der sein Ziel erreicht.
Mehr12. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Wir sind getaufte Gotteskinder!
„Wer sind wird? Wer bin ich?“ Diese Frage ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Immer wieder haben Menschen sich gefragt, wer sie sind. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Nun, unser Text aus dem zwei-ten Buch Mose hilft uns dabei, diese Frage zu beant-worten. Er zeigt anhand der Rettung des Volkes Israel am Schilfmeer, wer sie sind und waren und auch wer wir sind. Die Israeliten sind die, die Gott durch das Schilfmeer geführt, dort gerettet und bewahrt hat. So ist es auch bei uns. Wir sind getaufte Gotteskinder!
Mehr11. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gottes Plan und Weg, um uns zu retten.
Wenn ich im Navi meines Autos ein Ziel eingebe, habe ich mehrere Wahlmöglichkeiten. Unter anderem kann ich drei verschiedene Wege wählen, den kürzesten, der meisten am längsten dauert; den schnellsten, der oft der längste ist, weil der Computer Autobahnen bevorzugt und dann eine Art Mittelweg.
Wir Menschen bevorzugen kurze Wege und schnelle Lösungen. Doch, so haben wir es immer wieder in der Bibel gesehen – und oft auch selbst erlebt – Gott denkt und handelt anders. Er führt sein Volk aus der Sklaverei, er rettet seine gefallene Schöpfung, aber er geht dabei seinen Weg zum Ziel und folgt seinem Plan. Damit wir uns nicht verwirren lassen, wenn wir seine Wege nicht verstehen hat er ihn uns offenbart. Gottes Plan und Weg, um uns zu retten.
Mehr10. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Das Passahmahl – Ein Bild unserer Erlösung.
Eines der wichtigsten Feste im alten Volk Israel war das Passahfest. Kein Jude hätte es verpasst. Bis heute gehört dieses Fest zu den ganz wichtigen Feiertagen unter Juden, ganz gleich ob gläubig oder nicht, auch wenn die Feier heute anders abläuft als zu den Zeiten, als es in Jerusalem noch einen Tempel gab. Das Passahfest ist der Unabhängigkeitstag der alten Israeliten, der Tag der Erlösung aus Ägypten; der Tag der Vorschau auf den kommenden Messias. Dieses Fest zeigt, was für einen Gott die Israeliten haben, wie er zu ihnen steht.
Doch das gilt auch für uns, denn aus Gottes Gnade, dürfen auch wir zu seinem Volk gehören. Im Einklang mit der alttestamentlichen Geschichte von Gottes Volk, hat Gott auch im Neuen Testament einen besonderen Tag und ein besonderes Mahl eingesetzt, um an seine große Gnade zu erinnern und sie zu schenken. Genau deshalb hat Jesus auch bei der Feier des letzten Passahmahls, das Abendmahl, das Passahmahl der neutestamentlichen Kirche eingesetzt. Wir wollen diese beiden heute miteinander vergleichen: Das Passamahl – Bild unserer Erlösung.
1. Die Voraussetzung unserer Erlösung.
2. Der Trost unserer Erlösung.
3. Die Auswirkung unserer Erlösung.
Mehr9. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Alles dreht sich um das Kreuz Jesu.
Manchmal fällt es uns schwer Dinge einzuordnen. Wir hören von einem Vorfall, einem Unfall, einem Verbrechen, der Verhaltensweise eines Menschen – und dann sind wir schnell mit einem Urteil zur Hand. Doch erst hinterher wird deutlich, dass alles ganz anders war. Es kommen neue Einzelheiten ans Licht, die uns helfen Vorgänge richtig einzuordnen und zu beurteilen.
Mit vielen biblischen Berichten geht es uns ganz ähnlich, gerade im Alten Testament. Mit unseren modernen Augen und Ohren betrachtet, erscheint uns vieles als grausam, blutig, finster – unverständlich. Und dann stellen wir schnell die Frage nach der Liebe Gottes. Viele Christen haben heute große Probleme mit dem Alten Testament. Sie sehen schon beinahe zwei Götter, den zornigen des Alten und den lieben Gott des Neuen Testaments. In unserem heutigen Text wollen wir sehen, worin der Schlüssel liegt, um Gottes Wort richtig zu verstehen: Alles dreht sich um das Kreuz Jesu.
Mehr8. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott gibt uns nicht auf
Manchmal sind schlechte Nachrichten schlimmer als das Böse, von dem sie uns berichten. Vielleicht kennen sie das auch, wenn eine Nachricht nach der anderen hereinkommt und jede ist schlimmer als die letzte, oder fühlt sich zumindest so an, einfach, weil wir uns so sehr gute Nachrichten wünschen, aber es kommen einfach nur noch mehr schlechte.
Das macht auch die – sprichwörtlich gewordenen – Hiobsbotschaften so furchtbar. Abgesehen von ihrem Inhalt ist schon die Tatsache, das eine unmittelbar auf die andere folgt, so schrecklich. Hiob hätte sich wohl nichts sehnlicher gewünscht als eine gute Nachricht oder wenigstens eine Pause von den schlechten Nachrichten. Doch unaufhaltsam folgte eine Katastrophe auf die nächste.
Ganz ähnlich geht es uns, wenn wir die Berichte über die Plagen in Ägypten hören. Auch wenn wir nicht direkt betroffen sind, ist doch diese scheinbar nie endende Folge von Katastrophen und schlechten Nachrichten ermüdend. Wir fühlen uns wie ein Marathonläufer – am Ende unserer Kräfte – aber noch nicht am Ende der Strecke, angekommen. Doch genau darin liegt auch eine Absicht, und eine Erkenntnis, wie hart das menschliche Herz ist, wie lange es dauert, bis Pharao nachgeben muss – und zugleich dürfen wir hier auch Gottes Gnade und Liebe erkennen. Gott gibt uns nicht auf!
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