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Sermons
Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr 2016
Mit dem heutigen Sonntag beginnen die letzten Wochen im alten Kirchenjahr. Die Lesungen dieser Tage richten den Blick auf die letzten Dinge: Tod, Sterben, Auferstehung, Ewigkeit und ewiges Leben. Die Epistel tröstet mit der Auferstehung, das Evangelium ruft uns zur Wachsamkeit auf, indem es uns auf die Zeichen hinweist, die Zeichen der letzten Zeit, in der wir leben.
Unser heutiger Predigttext will uns Kraft geben für ein Leben in dieser Zeit. Er lenkt unseren Blick auf Gott und das, was er für uns getan hat. Er zeigt uns die großartige Gabe Gottes, die er jedem einzelnen von uns gegeben hat und immer wieder neu geben will. Lasst uns gemeinsam sehen: Gott schenkt uns seinen Frieden.
1. Seht diese herrliche Gabe – die euch schon jetzt gehört!
2. Weil dem so ist – verliert sie nicht wieder!
MehrReformationsfest 2016
Die Blätter fallen. Die Gärten sind abgeerntet, die Reifen am Auto gewechselt. Alles bereitet sich auf den Winter vor. Überall sieht man die Leute eifrig Häuser und Gärten für die bevorstehende kalte Jahreszeit winterfest machen. Der Garten wird umgegraben, Laub geharkt, Bäume und Hecken verschnitten. Herbstputz, jedes Jahr aufs Neue.
Ist unser Reformationsfest vielleicht auch so eine Art „Herbstputz in der Kirche“, einmal im Jahr eine große Aufräumaktion? Dann kommt alles, was wir als Christen, als Gemeinde tun, auf den Prüfstand und wir fragen: Wo muss aufgeräumt werden? Wo liegt noch Dreck? Genügt es, wenn wir Fenster putzen und Staub wischen? Was heben wir auf? Was kommt in den Müll?
Unser heutiger Predigttext berichtet uns von einer Aufräumaktion in der Kirche. Der König Hiskia lässt den Tempel aufräumen. Sein Vater Ahas war in der biblischen Geschichte einer der schlimmsten Könige im Südreich Juda. Außenpolitisch unter Druck suchte er nicht bei Gott Hilfe (Jes 7,1ff), sondern bei den Assyrern. Dafür plünderte er den Tempelschatz, führte in Jerusalem ganz offiziell den Götzendienst ein. Später lässt er sogar den Tempel schließen. Ja, er ist einer der Könige Israels, die in ihrer Gottlosigkeit, sogar die eigenen Söhne fremden Götzen opfert.
Es ist ein Wunder, dass sein Sohn Hiskia nicht in die Fußstapfen des Vaters tritt. Der Schreiber der Chronikbücher lässt diesen König vor dem dunklen Hintergrund seiner Familie aufleuchten. Unser heutiger Predigttext ist nur ein Beispiel dafür, wie der junge König – Hiskia war 25 Jahre alt, als er den Thron bestieg – dem Wort Gottes folgt. Am heutigen Reformationsfest wollen wir gemeinsam bedenken:
Hiskia räumt auf … – Reformation, Herbstputz in der Kirche.
1. Reformation braucht Menschen: Die göttliche Putzkolonne.
2. Reformation brauche eine Grundlage: Der göttliche Reinigungsplan.
Mehr23. Sonntag nach Trinitatis 2016
Der Prophet Haggai, der unseren heutigen Predigttext aufgeschrieben hat, wirkte in der Zeit nach der Babylonischen Verbannung. Nachdem die Perser das babylonische Reich erobert hatten, durften die Juden wieder in ihre alte Heimat zurückkehren. Auch den Tempel und die Stadt, die mehr als 50 Jahre vorher zerstört worden waren, durften sie wieder aufbauen. Zu diesem Zweck hatte der persische König sogar Teile des Tempelschatzes, wieder zurückgegeben. Etwa 50.000 Juden kehrten damals aus Babylon zurück in das verheißene Land. Sie legten die Grundsteine für den Wiederaufbau des Tempels und feierten ein Opferfest.
Doch bald war die erste Begeisterung verflogen. Die Menschen kümmerten sich vor allem um ihre eigenen vier Wände, Angriffe von außen und die alltäglichen Sorgen führten dazu, dass der Tempelbau jetzt seid Jahren daniederlag und keinen Schritt vorwärts gekommen war. In dieser Lage schickt Gott seinen Propheten Haggai. Sein kurzes Buch im Alten Testament umfasst nur einen Zeitraum von vier Monaten. Hier spricht Gott zu seinem Volk und ermuntert es dazu, seinen Tempel nicht länger brach liegen zu lassen, damit sie nicht länger von seinem Segen getrennt sind.
Auch wir sind dazu aufgerufen, Gottes Tempel, seine Kirche zu bauen. Bei uns geht es nicht mehr um ein greifbares Gebäude, sondern um einen unsichtbaren Bau, der – wie der Apostel Petrus schreibt – aus lebendigen Steinen baut. Doch die Herausforderungen und Probleme, sind damals wie heute ganz ähnlich gelagert. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Gott ermutigt uns seine Kirche zu bauen.
Mehr22. Sonntag nach Trinitatis 2016
Es gibt immer wieder Dinge im Leben, die uns verblüffen. Wenn die Großeltern unter uns zusehen, wie die Enkelkinder heranwachsen, wie sie erst krabbeln, dann laufen, wie sie anfangen die ersten Worte zu sprechen. Auch andere Menschen können uns durch ihr Verhalten oder durch Dinge, die sie sagen, verblüffen, etwa unser Ehepartner, unsere Eltern, unsere Kinder.
Noch mehr aber sollte uns Gott verblüffen. Der ewi-ge, allmächtige und heilige Gott gibt sich mit sterblichen, sündigen Menschen ab, die nichts von ihm wissen wollen, aber ohne ihn rettungslos verloren sind. Unser heutiger Predigttext macht das deutlich. Er zeigt uns: Gottes verblüffende Gnade. Sie ist…
1. …gewährte Gnade.
2. …verworfene Gnade.
3. …aufrechterhaltene Gnade.
Mehr21. Sonntag nach Trinitatis 2016
Vielleicht haben sie den Ausdruck „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ schon einmal gehört. Man bezeichnet damit einen Umschwung in der Stimmung eines Menschen. Gerade noch ist man fröhlich und guter Dinge, nur um im nächsten Augenblick traurig zu sein und sich zu fragen, wie man gerade noch so fröhlich sein konnte. Wir reden auch von einer Achterbahnfahrt der Gefühle. So wie es auf einer Achterbahn in schnellem Wechsel auf und ab geht, so können sich auch unsere Gefühle unheimlich schnell ändern, wenn unsere Lebensumstände sich ändern.
Das betrifft auch unseren Glauben. Gott schenkt uns gute Erfahrungen. Wir dürfen erleben, dass uns sein Wort trägt. Es schenkt uns ein gutes Gewissen, Trost in schweren Stunden. In der Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern erleben wir schöne Stunden. Wenn wir mit den anderen zusammen sind, beim Gemeindefest, beim Gemeindetag, bei einer Synode – dann fühlen wir uns geborgen. Wir vertrauen auf die Zusagen in Gottes Wort, dass er bei uns ist, dass er uns behütet. Wir können seine Gegenwart spüren. Wir freuen uns auf die vor uns liegenden Aufgaben und sind uns sicher, dass Gott uns Kraft und Mut geben wird, sie anzupacken.
Doch wenn wir wieder allein durchs Leben gehen, kann alles schnell ganz anders kommen. Wir fühlen uns einsam und verloren. Plötzlich sind wir uns gar nicht mehr so sicher, dass Gott wirklich bei uns ist. Wenn unsere Mühe und Arbeit vergeblich scheint, wenn wir in unserem Glaubensleben nur noch Rückschläge erleben, wenn wir schon bei den einfachsten Dingen, wie der täglichen Andacht, dem Tischgebet oder dem Gottesdienstbesuch scheitern, weil wir keine Lust haben, weil es uns oft genug als lästige Pflichtübung erscheint, dann sind wir ganz unten angekommen. Dann sind wir bereit aufzugeben, die Flinte ins Korn zu werfen. Doch Gott ist nicht dazu bereit. Er will uns nicht aufgeben. An der Geschichte des Propheten Elia zeigt er uns, wie er auch in unserem Leben eingreift. Wir wollen heute gemeinsam bedenken: Gott gibt nicht auf.
1. Er gibt dich nicht auf.
2. Er gibt seine Gemeinde nicht auf.
Mehr20. Sonntag nach Trinitatis 2016
Immer wieder kann man heutzutage die Meinung hören, dass es doch gleichgültig sei, zu welcher Religion man gehöre. Letztlich würde wir doch alle an einen Gott glauben. Solange wir den einen Gott der Liebe bekennen, ganz gleich, wie wir ihn bezeichnen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Viele verstehen heute den Unterschied zwischen Toleranz und dem Anspruch Gottes, der einzige wahre Gott zu sein, nicht. Als Christ respektiere ich auch einen Moslem oder Hindu oder sonst Andersgläubigen als Mensch. Als Mensch ist er genau so viel wert wie ich. Seine andere Religion macht ihn nicht zu einem schlechteren oder besseren Menschen. Dasselbe gilt gegenüber anderen Christen, die aus einer anderen Kirche kommen.
Doch im Hinblick auf die Seligkeit gilt allein Gottes Wort. Das macht ganz klar: Seligwerden, in den Himmel kommen kann man nur durch den Glauben an Jesus Christus. Nur dieser Glaube schenkt uns die Vergebung unserer Schuld, durch die wir allein vor Gott bestehen können. Unser heutiger Predigttext zeigt uns ganz klar, wer und was wir als Christen sind. Heute wollen wir gemeinsam betrachten: Von Elia lernen wir das wahre Christsein. Es bedeutet:
1. Entschieden für Gott sein.
2. Siegesgewiss an Gott glauben.
3. Richtig zu Gott beten.
MehrErntedankfest 2016
Wenn wir heute das Wort „Ernte“ hören, dann denken wir schon beinahe von selbst an Traktoren, Mähdrescher und dergleichen – Maschinen, die den Menschen einen großen Teil der schweren körperlichen Arbeit abnehmen. Wir sehen aber auch die Leistungen und Anstrengungen der Männer und Frauen, die auf den Feldern und in den Ställen arbeiten, um uns mit den vielen lebensnotwendigen Dingen zu versorgen.
Am heutigen Erntedankfest geht es aber nicht nur um unser tägliches Essen und Trinken. Ganz allgemein danken wir für die Dinge, die wir zum täglichen Leben brauchen, also auch Kleidung, ein Dach über dem Kopf, Arbeit, Freunde, Frieden, Gesundheit usw. Das alles schließt ja auch Luther in seiner Erklärung der vierten Bitte mit ein, wo wir im Vaterunser um das tägliche Brot bitten. Wenn wir auf diese Dinge sehen, dann achten wir jedoch meistens auf die menschlichen Leistungen und Anstrengungen. Darüber vergessen wir das alte Sprichwort: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Auf diesem Ohr sind auch wir Christen oft taub. Unser heutiger Predigttext möchte uns daran erinnern, dass es ohne Gott nicht geht. Auf seinen Segen kommt es vor allem anderen an. Deshalb wollen wir heute gemeinsam betrachten: Was wir zum Erntedankfest über Gottes Segen lernen können:
1. Er setzt unseren Gehorsam voraus
2. Er ist allein Gottes Werk
3. Sein Ausbleiben ist ein Ruf zur Umkehr
Mehr18. Sonntag nach Trinitatis 2016
Jeremia war ein junger Mann, den Gott zum Propheten, zum Boten für sein Volk berufen hatte. Er diente in den letzten Jahrzehnten vor dem Babylonischen Exil. Weit war es mit dem Volk Gottes gekommen. Von den zwölf Stämmen, die Gott aus Ägypten in das verheißene Land geführt hatte, waren nur noch zwei übriggeblieben. Aus dem großen und herrlichen Königreich, das Gott unter David und Salomo errichtet hatte, war ein winziger Staat geworden, der dem Großreich der Babylonier Tribut entrichten musste.
Jeremia ist der Prophet, der in diesen letzten Jahren predigen soll. Schonungslos deckt er im Auftrag Gottes den Zustand seines Volkes auf. Er hält seinen Zeitgenossen den Spiegel vor das Gesicht. Wie konnte es soweit kommen? Wie konnte Gott es zulassen, dass sein Volk am Rand des Abgrunds stand? Unser heutiger Predigttext ist ein Abschnitt aus dem Buch dieses letzten großen Propheten seines Volkes. Er hält auch uns den Spiegel vor das Gesicht und zeigt uns: Gott sieht unser Herz an und schenkt uns neues Leben.
Mehr17. Sonntag nach Trinitatis 2016
Welchen Weg wir einschlagen ist wichtig. Auf Reisen kann ein falscher Weg viel Ärger, Zeitverzögerung, an mancher Stelle sogar den Tod bedeuten. Deshalb sind Karten, und, in unserer Zeit, Navigationsgeräte so wichtig. Wenn ich eine gute Karte, ein gutes Navi habe, und deren Anweisungen folge, komme ich sicher an mein Ziel.
Ähnliches gilt auch für unser Leben als Christen. Es kommt auf den Wegweiser an. Die Gefahren sind da. Der Teufel will uns durch Versuchungen und Verlockungen, aber auch durch Angriffe, etwa in Form falscher Lehre, vom richtigen Weg abzubringen. Aber auch in uns selbst lauern Gefahren. Unsere launischen, eigensinnigen und törichten Herzen wollen gern von Gott unabhängig sein. Wir vergessen ihn, missachten ihn, versuchen unsere Absichten ohne ihn zu erreichen. Ja, wir widersprechen ihm und seinem Wort. Oft genug sind wir stolz und verlassen uns auf uns selbst, anstatt auf ihn zu hören. Doch es ist immer ein großer Fehler, von Gott unabhängig sein zu wollen. Selbst wenn wir scheinbar erfolgreich sind, scheitern wir in Wirklichkeit vollständig. Denn die mächtige Hand des Herrn leitet selbst den Gottlosen.
Oft scheint es so, als ob uns unser Vertrauen auf den Herrn nur Verluste einbringt: Verluste an Geld, Ansehen, Freizeit, Freundschaften. Doch letztendlich bringt uns diese Abhängigkeit von Gott, dieses Vertrauen auf unseren himmlischen Vater immer den größten Segen, auch wenn diese Tatsache oft genug vor uns selber, ganz bestimmt aber vor den Augen unserer Umwelt verborgen bleibt. Lasst uns von König Salomo dieses große Geheimnis eines gottesfürchtigen Lebens lernen: Befiehl dem Herrn alle deine Wege.
1. Denn er ist gütig und treu.
2. Denn er richtet recht.
3. Denn er führt uns.
4. Denn er gibt uns Gutes.
Mehr16. Sonntag nach Trinitatis 2016
Keiner mag es, aber jeden kann es treffen und trifft es: krank sein. In Gesprächen, im Fernsehen, auf Spruchkarten oder Anhängern und gerade bei Geburtstagen ist immer wie die Rede davon: „Aber das Wichtigste ist doch die Gesundheit.“ Unsere Gesundheit ist ein hohes Gut. Keiner von uns möchte sie missen. Wir tun auch gut daran, alles in unserer Macht stehende zu tun, um dieses Gut zu erhalten. Und trotzdem stehen wir, auch als Christen, gerade in unserer Zeit, die Gesundheit so sehr überbetont, in der Gefahr, aus der guten Gabe Gottes, einen Abgott zu machen, wenn sich alles nur noch um die Gesundheit dreht.
Unser heutiger Predigttext zeigt uns eine Seite unseres Christseins, die wir gern verdrängen. Die Bibel gebraucht den Begriff des Kreuzes. Kranksein, sterben, Schmerzen, Not oder Einsamkeit oder auch alles zusammen, sind Folgen der Sünde. Doch wenn sie uns im Glauben anfechten, weil wir vielleicht an Gottes Liebe zweifeln, dann werden sie zu unserem Kreuz, dass wir geduldig tragen sollen. Kein Christ kein Kreuz! Jesus sagt, dass der Jünger nicht über dem Meister steht. So wie Jesus sein Kreuz geduldig getragen hat, sollen auch wir unser Kreuz geduldig tragen.
Unser Text zeigt uns ein christliches Trauerhaus. Die drei Geschwister glaubten an Jesus; der Herr liebte sie; trotzdem starb Lazarus! Hoffnungen und Gebete der Schwestern blieben scheinbar unerhört; hätte Jesus es nicht verhindern können, fragten selbst Juden. So ist es mit dem Kreuz, das alle Christen tragen – wir würden ihm gern entkommen, ihm ausweichen, oder es zumindest schnell wieder loswerden. Doch es kommt trotzdem. Es gehört zum Christsein dazu, wir sollen nichts Anderes erwarten, denn Gott es uns in seinem Wort so gesagt. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Das verborgene Werk Jesu in unseren dunklen Stunden.
1. Verborgen ist seine Liebe, doch tröstend.
2. Verborgen ist seine Hilfe, doch nah.
3. Verborgen ist seine Herrlichkeit, doch gewiss.
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