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Sermons
1. Sonntag nach Epiphanias – Jesus lässt sich für dich taufen
Ein Christ erzählt davon, wie er vor einigen Jahren einen Freund mit zu einem Gottesdienst in seiner Gemeinde nahm. Es war ein Gottesdienst, dazu gedacht, Freunde einzuladen, die keine Christen waren. So sollte man Gelegenheit bekommen, mit seinen Freunden über den eigenen Glauben ins Gespräch zu kommen.
Dieser Christ brachte seinen Freund mit zum Gottesdienst. Aber die Sache ging nicht so aus, wie erhofft. Anstelle eines freundschaftlichen Gesprächs über den christlichen Glauben endete dieser Tag mit einem heftigen Streit. Was war geschehen?
Er berichtet: „Während des Gottesdienstes bekannten wir unsere Sünden. Als wir das taten, hörte ich, wie mein Freund nach Luft schnappte. Es geschah unmittelbar nachdem ich sagte:
‚Ich armer, elender, sündiger Mensch, bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, womit ich deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdient habe.‘
Obwohl meine Augen geschlossen waren, wusste ich, dass seine Augen weit aufgerissen waren. Schockiert nahm er war, was er um sich herum sah und hörte. Nach dem Gottesdienst schaute er mich an und fragte mich, warum ich hierher komme … in diese Gemeinde. Warum sollte ich mich zu einer Gemeinde halten, die mich dazu verpflichtete, solche schrecklichen Dinge zu sagen … über Gott und über mich selbst?“ Soweit dieser Christ.
Mehr2. Sonntag nach Weihnachten 2021 – „Wisst ihr nicht …?“
„Wisst ihr nicht …?“ – gibt es einen schärferen Tadel aus dem Mund Jesu als diese Worte? „Wisst ihr nicht, Maria und Josef?“ Haben wir nicht erst vor ein paar Tagen davon gehört, wie sie voller Staunen und Begeisterung auf das Kind in der Krippe geschaut haben? Hat der Engel Gabriel ihnen nicht ganz genau gesagt, wer dieses Kind sein würde? Maria und Josef wussten mehr über diesen Jesus als irgendjemand sonst. Doch Jesus sagt zu ihnen:
„Wisst ihr nicht …?“
Ja, es ist eine vertraute Geschichte. Jedes Jahr fand in Jerusalem das Passahfest statt. Jedes Jahr folgte Jesus seinen Eltern Maria und Josef von Jerusalem wieder nach Hause, nach Nazareth. Doch dieses Jahr ist alles anders. Jesus bleibt in Jerusalem zurück, im Tempel. Dort hört er auf die Lehrer und versetzt jedermann mit seinen Fragen in Erstaunen – drei Tage lang!
Seine Eltern merken schließlich, dass er nicht dort ist, wo sie es annahmen und so machten sie sich auf die Suche nach ihm. Und nachdem sie ihn gefunden hatten, tun sie das, was Eltern in solchen Fällen tun. Sie schreien ihn an. Wenn dies eine dieser Comicbibeln wäre, dann würde es jetzt Hausarrest setzen. „Drei Wochen lang keine Playstation, Jesus!“ Zweifellos habt ihr ein Bild in eurem Kopf, wie Jesu Mutter ihn von oben her anschaut, ihn anschreit und er antwortet voller Unverständnis:
„Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“
Lukas berichtet uns nicht ausdrücklich, was Maria und Josef dachten. Aber er macht deutlich, dass sie erwarteten, dass Jesus ihnen folgte. Und Maria fühlte sich ganz gewiss im Recht, als sie Jesus tadelte. Sie hatten bestimmte Erwartungen, die Jesus erfüllen sollte. Und ihnen beiden kam es überhaupt nicht den Sinn, dass er etwas anderes tun würde. Klingt vertraut? Maria und Josef waren vielleicht die ersten, aber bestimmt nicht die letzten, die sich eigene Gedanken darüber machten, was Jesus tun sollte.
MehrFest der Beschneidung des Herrn 2021 – Neujahr und der Name Jesus
Es gibt Zeiten, in denen unser weltlicher Kalender und unser Kirchenjahr miteinander in Konflikt geraten. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der 31. Oktober. Sollten wir diesen Tag als den Vorabend von Allerheiligen feiern (ein wichtiger Feiertag in einigen Teilen der Welt) und als den Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen hat?
Das eine denkt an die Menschen zurück, die Gott im Glauben erhalten hat, bis sie die Seligkeit erreicht haben. Der Thesenanschlag ist ebenfalls Anlass zu danken, Dank dafür, dass Gott uns immer wieder das reine Evangelium schenkt, die frohe Botschaft von unserer Rettung. Oder sollten wir diesen Tag doch lieber als Halloween feiern, mit all den Kostümen und Süßigkeiten, die dieser Tag mit sich bringt? Natürlich sind die beiden miteinander verbunden.
Es gibt auch andere Daten im Kalender, wo der weltliche und der geistliche Bereich miteinander kollidieren, und, wenn wir etwas genauer hinschauen, werden wir erkennen, dass auch sie miteinander verbunden sind. Zu diesen Daten gehört auf jeden Fall der 1. Januar. Hier lässt sich sowohl der Beginn eines neuen Kalenderjahres als auch ein kleines, wenig bekanntes Fest feiern, dass den etwas sperrigen Namen „Fest der Beschneidung und Namensgebung Jesu“ trägt.
MehrAltjahresabend 2020 – Jesus ist unser unveränderlicher Heiland
Wir leben in unruhigen, unsicheren Zeiten. Die wenigsten von uns haben schon einmal so ein Jahr erlebt wie das, das in wenigen Stunden zu Ende geht. Es gab zwar viele Probleme der Welt, die auch im vergangenen Jahr nicht besser geworden sind, aber im Mittelpunkt stand ein kleiner Virus, der die ganze weite Welt in Atem hielt und sich anschickt auch im nächsten Jahr das beherrschende Thema zu sein.
Trotz der Möglichkeit einer Impfung sieht das neue Jahr noch viel ungewisser aus als sonst. Dinge, die man sonst selbstverständlich auf dem Plan hatte: runde Geburtstage, Besuche von Kindern, Enkeln oder Urenkeln, Urlaub – ja sogar Arzttermine, sind für nächste Jahr ungewiss. Und bis heute kann keiner abschätzen, welche Auswirkungen, unsere Versuche mit dieser neuen Lage zurechtzukommen, haben werden. Dabei ist für viele von uns am schlimmsten die Angst, fast schon Panik, die man an allen Ecken zu hören und spüren bekommt. Und, dass es schwierig ist, mit anderen Menschen zu reden, besonders, wenn sie eine andere Meinung haben.
Es wächst die allgemeine Verunsicherung, denn alles ist veränderlich, ist im Fluss. Warum sind wir heute hier in der Kirche? Hier finden wir einen Ruhepol, etwas, das uns Sicherheit geben kann. Der Schreiber des Hebräerbriefs schreibt in Gottes Auftrag eine Erinnerung, die wir immer brauchen, gerade aber am Ende eines alten und am Anfang eines neuen Jahres. Er ruft uns zu: Jesus ist unser unveränderlicher Heiland.
Mehr4. Advent 2020 – Wir belauschen das Gespräch zwischen Gabriel und Maria
Unser Leben ist voller Gespräche. Jeden Tag reden wir mit Familienmitgliedern und Freunden, mit Arbeitskollegen und Nachbarn, Klassen- und Spielkameraden. Die Themen, um die es dabei geht, sind meistens vorhersehbar. Wir reden über das Wetter, über unsere Kinder, Enkel oder Urenkel. Es geht um die Arbeit, die Schule oder um die Politik. Auch die Gesundheit ist immer ein Thema. Heute würden wir wohl Corona, Weihnachtspläne und Ausgangssperren hinzufügen. Die meisten dieser Gespräche haben eines gemeinsam, schon am nächsten Tag erinnern wir uns höchstens noch daran, dass wir sie geführt haben, wissen aber längst nicht mehr, worum es dabei eigentlich ging.
Doch es gibt auch andere Gespräche; Gespräche, an die wir uns sehr wohl erinnern, die sich in unser Gedächtnis eingebrannt haben. Das letzte Gespräch mit unserem Vater oder unserer Mutter, vor ihrem Tod. Das lange Gespräch mit deinem zukünftigen Ehepartner, ehe er oder sie ja gesagt hat. Es gibt Gespräche, die dazu geführt haben, dass jemand noch einmal einen völlig neuen Beruf erlernt oder ein Studium begonnen hat; die Wahl unseres Wohnortes oder der Name unseres Kindes. Diese Art von Gesprächen bleibt uns im Gedächtnis. Wir könnten sie nicht einmal dann vergessen, wenn wir es wöllten. Sie haben unser Leben für immer verändert.
Im Mittelpunkt unserer heutigen Predigt steht ebenfalls ein Gespräch und ganz sicher gehört es zur zweiten Art, der Art von Gesprächen, die sich dem Gedächtnis einprägen. Hier ist ein einfaches Mädchen vom Land, ein Teenager, im Gespräch mit einem mächtigen Boten Gottes. Und der Evangelist Lukas, berichtet am Anfang seines Buches, dass er genau nachgeforscht hat über die Ereignisse, von denen er berichtet. So hat er sicher auch mit Maria gesprochen, die ihm von diesem Gespräch berichtet hat. Lasst uns dieses Gespräch belauschen, das Gespräch zwischen dem Engel Gabriel und der Jungfrau Maria.
Mehr3. Advent 2020 – Unser Bekenntnis: Christus allein rettet dich!
Wisst ihr was ein Helferkomplex ist? Darunter leidet ein Mensch, der anderen Menschen unbedingt helfen will, ob sie seine Hilfe nun wollen oder nicht, ob sie sie brauchen oder nicht, ob er in der Lage ist zu helfen oder nicht. Dabei überschreitet ein solcher Mensch alle Grenzen. Dafür vernachlässigt er Freunde und Familie, ruiniert – wenn es sein muss – sein Leben, seine Gesundheit und seine Finanzen.
Er ist so sehr davon überzeugt, dass die anderen seine Hilfe brauchen und dass er allein helfen kann, dass es im Englischen dafür sogar den Ausdruck eines Messias- oder Retterkomplexes gibt. „Wer, wenn nicht ich, kann und muss dich oder die Welt, retten.“
In unserem heutigen Predigttext wird uns einmal mehr Johannes der Täufer vor Augen gestellt. Aber auch hier steht wieder Jesus im Mittelpunkt. Er ist unser Heiland. Er ist unser Retter. Und gerade in dieser Zeit, in der sich so viele Hoffnung und Sehnsüchte auf Menschen richten, wo es Punkte gibt, an denen wir denken, wir müssten die Welt oder wenigstens unser kleines Fleckchen davon retten, ist es wichtig unseren Kompass neu ausrichten zu lassen.
Adventszeit ist Vorbereitungszeit. Unser Herr kommt! Er kommt täglich in seinem Wort, um dich zu retten. Er wird wiederkommen, um die ganze Welt – die er am Kreuz gerettet hat – endgültig zu retten. Und so wollen wir unsere Stimmen erheben und mit unseren Worten und unserem Leben in das Bekenntnis des Täufers mit einstimmen: Christus allein rettet dich.
1. Unser Bekenntnis vor Gott und der Welt lautet: Wir sind nicht der Christus.
2. Unser Bekenntnis vor Gott und der Welt lautet: Jesus ist der Christus.
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