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Sermons
2. Sonntag nach Trinitatis 2016
Viele Christen haben große Probleme mit dem Alten Testament. Es ist so lang, viele fremde Namen und exotische Orte. All diese Schlachten und Kriege und die vielen Toten. Scheint Gott im Alten Testament nicht oft ein ganz anderer Gott zu sein, als der, den wir aus dem Neuen Testament kennen? Schau dir doch nur all die Gesetze und Vorschriften an! Schau dir an, wie Gott Kriege befiehlt! Was hat das mit dem Gott zu tun, den wir aus dem Neuen Testament kennen?
In der Geschichte Abrams, der damals noch Abram hieß, wollen wir sehen, dass Gott sich nicht geändert hat. Nein, der Gott, der uns in den Seiten der Bibel begegnet, ist auch heute noch derselbe treue, gnädige Gott, der Sünder von Herzen liebt und sie retten will. Wir sehen das auch heute, an diesem Gespräch Gottes mit Abram und dem, was daraus folgt. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Abrams Glaube.
1. Es war ein Glaube an die ihm gegebene Verheißung.
2. Es war ein Glaube, durch den er gerechtfertigt wurde.
1. Sonntag nach Trinitatis 2016
Mit dem heutigen Sonntag stehen wir am Anfang der zweiten Hälfte des Kirchenjahres. Sie wird als die „festlose“ Hälfte – zumindest im Vergleich mit den großen Festen der ersten Hälfte – bezeichnet. Man nennt sie aber auch das Halbjahr der „Kirche“, nach dem Halbjahr des „Herrn“. Wir richten den Blick von dem, was Gott für uns getan hat, darauf für wen und wozu er es getan hat.
Daher wollen wir in den kommenden Wochen den Blick auf die Heilsgeschichte richten. Wie hat Gott unsere Rettung von Anfang an geplant? Welchen Weg ist er gegangen. Unser Glaube ruht nämlich auf Geschichte. Das Alte Testament verfolgt über Jahrtausende hinweg den Weg, den Gott gegangen ist, so dass am Ende sein Sohn Mensch werden und uns erlösen konnte. Und im Leben der alttestamentlichen Gläubigen finden wir unser eigenes Leben wieder, können sehen und lernen, wie Gott mit Menschen umgeht, dürfen uns trösten und stärken lassen.
„Der HERR sprach zu Abram.“ Mit diesen einfachen Worten beginnt der Geschichte über das Leben Abrams, dessen Namen Gott später zu Abraham verändern würde. Mose widmete dem Leben dieses Mannes mehr als ein Dutzend Kapitel (genauer, der letzten Hälfte des Lebens dieses Mannes). Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Wie Gott Abram berief, so beruft er uns.
MehrPfingstmontag: „Ausgießung des Heiligen Geistes“ 2016
Das Pfingstfest markiert das Ende der ersten Hälfte des Kirchenjahrs. Mit dem Pfingstfest endet die sogenannte festliche Hälfte oder das Halbjahr des Herrn. Wir haben seit der Adventszeit die großen Heilstaten Gottes wieder gefeiert und uns daran erfreut und uns dadurch trösten lassen. Der heutige Predigttext ist eine Art Zusammenfassung. Er schaut zurück auf das vergangene halbe Jahre und fasst zusammen, was wir dort gesehen haben. Zugleich steht er an der Spitze der zweiten Jahreshälfte, dem Halbjahr der Kirche. Dort betrachten wir die Auswirkungen von Gottes Gnade auf unser Leben. Sein Werk ist Voraussetzung und Motor für unser Leben.
Wenn wir diesen Text aufmerksam lesen, fällt auf, dass Paulus dreimal in unserem Text zum Lob Gottes aufruft. Er zeigt, dass alles, was der dreieinige Gott für unsere Erlösung getan hat, dazu gedacht ist, dass seine Herrlichkeit gelobt wird. Darum wollen wir den Anfang eines Stückes aus unserer Liturgie als Thema über diesen Text stellen und heute gemeinsam betrachten, warum wir, in der Mitte des Kirchenjahres, alle Grund haben, Gott zu loben: Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘!
1. Denn der Vater hat uns erwählt.
2. Denn der Sohn hat uns erlöst.
3. Denn der Heilige Geist hat uns versiegelt.
Pfingstsonntag: „Ausgießung des Heiligen Geistes“ 2016
Anwälte haben heute meistens keinen guten Ruf. Aus Fernsehserien aber auch aus den Nachrichten, wo über spektakuläre Fälle berichtet wird, bleiben einem vor allen Dingen negative Dinge im Gedächtnis: Schlammschlachten, der Versuch den eigenen Mandanten um jeden Preis freizubekommen, selbst wenn er schuldig ist und sei es über Verfahrensfragen. Zwar gibt es auch Anwälte, die alles für ihre Mandanten tun, was in ihrer Macht steht. Doch meistens bleiben uns die negativen Fälle im Gedächtnis haften.
Heute feiern wir gemeinsam das Pfingstfest. Und unser heutiger Predigttext spricht auch von einem Anwalt. Jesus verspricht seinen Jüngern, dass er ihnen den Heiligen Geist senden wird. Er will sie nicht allein zurücklassen, sondern ihnen den Heiligen Geist geben. Nun hatten die Jünger den Heiligen Geist schon, denn niemand kann Jesus den Herrn nennen, ohne durch die Kraft des Heiligen Geistes. Doch Jesus verspricht ihnen den Geist noch auf eine andere Art und Weise. Er redet vom Paraklet, den er schicken will. Dieses griechische Wort kennen wir vor allem nach Luthers Übersetzung als „Tröster“. Das ist auch ein wichtiger Teil der Bedeutung dieses Wortes. Es heißt aber eben auch „Anwalt“ oder „Fürsprecher“. Am heutigen Pfingstsonntag, dem Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes, wollen wir gemeinsam betrachten: Der Heilige Geist ist unser Anwalt und Tröster.
1. Er bringt uns die rettende Wahrheit.
2. Er bringt uns zu Christus.
3. Er erfreut uns, weil uns die Liebe des Vaters und des Sohnes gehört.
6. Sonntag nach Ostern: Exaudi („Höre, Herr, meine Stimme“) 2016
Heute feiern wir gemeinsam den Sonntag Exaudi, nach dem Eingangspsalm: „Höre, Herr, meine Stimme, wenn ich rufe.“ äußern wir die Bitte, dass Gott uns nicht allein lässt, dass er bei uns bleibt, dass er mit uns redet. Jesus hat seinen Jüngern, vor seinem Tod als auch in den vierzig Tagen nach Ostern immer wieder Mut gemacht. Er wird ihnen den Heiligen Geist, den Tröster senden. Er wird ihnen Mut geben, Kraft verleihen, Trost schenken, sie zu Zeugen machen.
Der heutige Sonntag ist der letzte Sonntag in der Osterzeit, der Sonntag der schon ganz auf das Pfingstfest ausgerichtet ist. Gott hat uns seinen Geist auch heute zugesagt und geschenkt. Er hat versprochen, dass er uns nicht allein lassen wird. Der Apostel Paulus greift diesen Gedanken in unserem Predigttext auf und macht uns deutlich, dass Gott auch jeden von uns nicht allein lässt: Gott will uns trösten, wie er uns versprochen hat, denn wir sind…
1. durch seinen Geist vertreten.
2. durch seine Gnade erwählt.
3. durch sein Evangelium berufen.
Tag der Himmelfahrt des Herrn 2016
Was bedeutet dir das Himmelfahrtsfest? Ist es einfach nur ein freier Tag, an dem du nicht arbeiten musst? Oder hat dieser Tag für dich eine größere Bedeutung? Christus ist sichtbar in den Himmel aufgefahren, so hören wir es in den Lesungen des heutigen Festtags. Aber was bedeutet das für uns?
Der Apostel Paulus gewährt uns in seinem Gebet zu Anfang seines Briefes an die Gemeinde in Ephesus einen Einblick darin, was es für uns bedeutet. Er zeichnet ein sehr eindringliches Bild unserer Beziehung zu unserem Heiland Jesus Christus und der Bedeutung dieser Beziehung für unseren Alltag. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Unsere lebendige Beziehung zu unserem erhöhten Erlöser.
1. Wir sind sein Leib.
2. Er ist unsere Hoffnung und unser Erbe.
5. Sonntag nach Ostern: Rogate („Bittet, so werdet ihr nehmen“) 2016
Gegen Ende unserer Gottesdienste folgt das so genannte allgemeine Kirchengebet. Geht es und dabei nicht oft genug so, dass wir denken: „Bald ist der Gottesdienst vorbei.“ Und vielleicht schweifen wir dann in Gedanken schon ab, denken an das Mittagessen oder den Ausflug, den wir für den Nachmittag geplant haben. Das geht uns wohl allen immer wieder so. Doch dann verstehen wir nicht, dass wir im Gottesdienst nicht nur passiv sind. Wir sind nicht nur hier, um zuzuhören. Gemeinde sein ist mehr als Publikum. Gemeinde ist aktiv. Gemeinde hat etwas zu tun. Wir können etwas beisteuern. Jeder von uns ist Teil des Ganzen, der christlichen Gemeinde. Hier empfangen wir nicht nur, sondern wir geben auch.
Das Vaterunser, das große Gebet unseres Herrn, das er uns gegeben hat, macht es uns deutlich. Hier heißt es: „Vater unser im Himmel.“, nicht „Mein Vater im Himmel.“ Es ist in der Mehrzahl geschrieben. Es ist zunächst einmal das Gebet der christlichen Kirche und Gemeinde. Wir beten auch für uns, zugleich aber für alle anderen Menschen. Darüber wollen wir heute, anhand unseres Predigttextes, gemeinsam nachdenken. Wir Christen beten für alle Menschen.
1. Weil Gott alle Menschen retten will.
2. Weil unser Dienst allen Menschen gilt.
4. Sonntag nach Ostern: Kantate („Singt dem Herrn ein neues Lied“) 2016
Singen ist nicht jedermanns Sache. Viele Menschen wollen heute nicht mehr singen, sie lassen lieber singen. Wo man geht und steht laufen Menschen mit Kopfhörern herum oder lassen sich aus den Lautsprechern ihrer Handys mit Musik beschallen. Aber selber singen wollen die wenigsten Menschen selber.
Der heutige Sonntag Kantate ruft uns zum Singen auf. „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ lautet der Eingangspsalm für den heutigen Sonntag. Vielleicht singen viele Menschen heute nicht mehr, weil sie keinen Grund dafür haben. Doch wir haben einen Grund. Wir wollen unserem Gott ein Lied singen, weil er uns so viele wunderbare Dinge gibt, Dinge, die uns niemand nehmen kann, Dinge die dauerhaften, unermesslichen Wert haben.
Im letzten Buch der Offenbarung finden wir sieben Brief an sieben altkirchliche Gemeinden. Dort redet Jesus selber zu diesen Christen und durch die Bibel auch zu uns. Er tröstet, ermahnt, tadelt und lobt seine Christen. Heute wollen wir gemeinsam über den Brief an die Gemeinde in Philadelphia nachdenken. Er zeigt uns vier Gaben, die uns Grund genug zum Singen geben. Singt unserm Herrn ein neues Lied, denn…
1. … er öffnet uns eine Tür.
2. … er schenkt uns Treue.
3. … er bewahrt uns in der Versuchung.
4. … er gibt uns die Krone des Lebens.
3. Sonntag nach Ostern: Jubilate („Jauchzt dem Herrn alle Länder“) 2016
Ein Kind hat zum Geburtstag, zu Ostern oder zu einer anderen Gelegenheit etwas Schönes geschenkt bekommen: ein tolles Spielzeug, einen Ball, oder ein neues Fahrrad. Was muss ich diesem Kind bestimmt nicht sagen? Genau: Halte fest, was du hast. Verlier es nicht! Das Kind wird sein Spielzeug, die neue Puppe, das schöne Auto nicht aus den Augen lassen. Ja, am liebsten würde es sein Geschenk überall mit hinnehmen, so sehr liegt es ihm am Herzen.
Auch wir sind reichbeschenkte Kinder. Jetzt, in der Osterzeit, haben wir Zeit und Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie reich wir in von Gott in Christus beschenkt wurden. Gott schenkt uns Vergebung unserer Schuld durch den Tod seines Sohnes. Er wäscht uns rein von aller Schuld unserer eigenen Sünde, aber auch von der Schuld der Sünde, die andere an uns begangen haben. Ja, er schenkt uns neues Leben. Er ermöglich uns ein neues geistliches Leben im hier und jetzt und ewiges Leben in der neuen Schöpfung.
Der Apostel Paulus richtet nun die Worte unseres Textes zunächst an die Christen in der Stadt Kolossä, dann aber auch an uns. Dort waren falsche Lehrer aufgetreten. Es waren Männer, denen es mit ihrem Glauben durchaus ernst war. Kaum jemand setzt sich händereibend hin und beschließt: „Heute erfinde ich mal eine falsche Lehre und sehe, wie viele Christen ich in die Irre führen kann.“ Nein, diese Männer fürchteten: „Wenn Gott uns alles schenkt, wenn nichts mehr für uns zu tun bleibt, dann ist das zu einfach. Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Erlösung auf die leichte Schulter nehmen. Wir müssen auch etwas tun.“ Sie verbanden alttestamentliche und heidnische Gedanken mit dem Evangelium, bestimmte Feiertage, die Einhaltung der Beschneidung und alttestamentlicher Speisegesetze, aber auch abergläubischer Vorstellungen der heidnischen Umwelt. Auch die Anbetung der Engel lag ihnen sehr am Herzen.
Dafür beriefen sie sich auf spezielle Offenbarungen, die sie angeblich bekommen hatten. Paulus lässt sich in seinem Brief nicht auf einen Meinungsaustausch über die neuen Lehren ein. Er stellt ihnen einfach den ganzen Reichtum des Evangeliums gegenüber. Er zeigt, dass Christus die Erlösung für uns schon vollendet hat. Er zeigt uns, dass wir Kinder sind, Kinder, die ihr Vater reich beschenkt hat. Doch unser alter Mensch vergisst schneller als jedes Kind, wie großartig und unerhört reich das Geschenk unseres himmlischen Vaters ist. Während ich ein Kind, zumindest am Anfang, nicht dazu auffordern muss, sein Geschenk zu halten, ist es für uns immer wieder wichtig. In unserem Vers fordert Paulus die Christen in Kolossä und uns auf: Haltet, was ihr habt! Dazu zeigt er uns zwei Dinge:
1. Den Glauben, der uns selig macht.
2. Die Hoffnung, die uns tröstet.
1. Sonntag nach Ostern: Quasimodogeniti („Wie die neugeborenen Kinder“) 2016
Ostern ist das große Fest der Christenheit. Es bildet den krönenden Abschluss des Erlösungswerks unseres Heilandes. Deshalb feiern wir auch heute Ostern. Im heutigen Sonntagsevangelium haben wir von Thomas gehört, einem der zwölf Jünger. Auch vom Bericht der anderen zehn Jünger lässt er sich in seiner Trauer und in seinem Zweifel nicht zum Glauben bringen. Trotzig, ja, sündig fordert er Gott heraus. Er will ein Zeichen haben, er will Jesus sehen und berühren. Aus Gnade ist Jesus dazu bereit, seinem ungläubigen, verzagten Apostel diese Bitte zu erfüllen. Zugleich tadelt er ihn aber auch:
Joh 20,29: „Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“
Wir werden im Glauben selig, dem Glauben, den uns Gottes Wort schenkt und erhält. Um dieses feste Vertrauen auf Gottes Wort geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Er enthält eine der bekanntesten Stellen aus dem Buch Hiob, ja aus dem ganzen Alten Testament: das Glaubensbekenntnis Hiobs von seinem lebenden Erlöser. Es greift diese beiden Worte vom Glauben und vom Schauen oder Sehen auf. Unser Glaube greift Hiobs getrostes Osterbekenntnis auf.
1. Ich glaube, dass ich einen Erlöser habe.
2. Ich glaube, dass er am Ende kommt.
3. Ich glaube, dass er meinen Körper auferweckt.
4. Ich glaube, dass ich Gott sehen werde.

