4. Sonntag nach Ostern – Kantate 2018: Singt dem Herrn

„Ein Pastor berichtete nach einer Vortragsreise im Ausland: Ich bewunderte die Dolmetscherin: Sie verarbeitete mehrere Gedanken zugleich. ‚Wie machen Sie das nur: Einen Satz übersetzen Sie noch, während Sie den nächsten schon wieder hören und einen dritten aussprechen?‘ So fragte ich sie. Das sei ganz einfach, erklärte sie. ‚Der Eingang muss eben stärker sein als der Ausgang. Ich darf mich nicht reden hören.‘

Das gab mir zu denken: Haben unsere Worte oft so wenig Wert, weil wir zu wenig hören und zu viel reden? Finden wir deswegen so wenig Gehör, weil wir selber kaum hörende Menschen sind? Häufig unterbrechen wir den Gesprächspartner sogar. Und vielleicht überhören wir deshalb so vieles, weil wir nur das aufnehmen, was uns bestätigt und was wir bejahen.

Meistens haben wir auch schon eine Antwort ‚auf der Zunge‘, ehe der Andere seinen Satz zu Ende spricht. Deshalb reden wir oft aneinander vorbei und verstehen uns nicht. ‚Ich darf mich selber nicht reden hören‘, meinte die Dolmetscherin. Das schein das Geheimnis eines echten Dialogs zu sein. Martin Luther soll dazu einmal gesagt haben: ‚Der Mensch hat zwei Ohren und nur einen Mund, folglich soll er doppelt so viel hören als reden.‘“ (A. Kühner, „Zuversicht für jeden Tag“ S. 233f). – In unserem Predigttext heißt es:

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören…“

Die Fehler, die wir im täglichen Miteinander, im Gespräch begehen, die begehen wir noch mehr im Umgang mit Gott. Hören wir auf das, was Gott uns zu sagen hat? Wir dürfen Gottes Wort haben, aber achten wir diesen Schatz, hören wir genau hin, wenn Gott redet? Jakobus ruft uns heute zu: Lasst uns Gottes Wort gerne hören und annehmen, denn…

1. … Gottes Wort hat uns ein neues Leben geschenkt.

2. … Gottes Wort lässt uns in diesem neuen Leben wachsen.

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