Sermons on “Kolosserbrief”

2. Sonntag nach Epiphanias 2018

Alles fängt einmal klein an. Der größte Baum hat als Samenkorn angefangen, selbst der stärkste Mensch beginnt sein Leben als Säugling, ja eigentlich als befruchtete Eizelle im Leib seiner Mutter. Auch die größten und mächtigsten Flüsse unseres Planeten entspringen als kleine Quellen in den Gebirgen dieser Welt.

Ganz ähnlich ist es auch mit unserem christlichen Leben. Nachdem wir zum Glauben gekommen sind, nachdem wir Gottes Kinder geworden sind, steht die große Wahrheit im Raum: „Ihr seid das Licht der Welt! Ihr seid das Salz der Erde!, damit die Menschen eure guten Werke sehen und euren himmlischen Vater preisen.“ So sagt es Jesus über uns in der Bergpredigt. So sind wir.

Doch woher kommt das christliche Leben? Was ist seine Quelle? Unser heutiger Predigttext macht uns deutlich, dass unser Leben aus dem Wort unseres Herrn Jesus Christus fließt und dadurch auch ständig erneuert wird, wie einem Fluss aus seiner Quelle ständig neues Wasser zufließt. Das ist alles ist, wie Gottes Gnade, ein unverdientes Geschenk Gottes. Genauso steht es auch mit der Frucht des Geistes in unseren Herzen und ihrem Verhalten in unserer Welt. Lasst uns heute gemeinsam über Herzen voller Gnade reden. Paulus zeigt uns:

1. Die Quelle dieser Gnade.

2. Das Aussehen der Herzen.

3. Das Verhalten solcher Herzen.

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3. Sonntag nach Ostern: Jubilate („Jauchzt dem Herrn alle Länder“) 2016

Ein Kind hat zum Geburtstag, zu Ostern oder zu einer anderen Gelegenheit etwas Schönes geschenkt bekommen: ein tolles Spielzeug, einen Ball, oder ein neues Fahrrad. Was muss ich diesem Kind bestimmt nicht sagen? Genau: Halte fest, was du hast. Verlier es nicht! Das Kind wird sein Spielzeug, die neue Puppe, das schöne Auto nicht aus den Augen lassen. Ja, am liebsten würde es sein Geschenk überall mit hinnehmen, so sehr liegt es ihm am Herzen.

Auch wir sind reichbeschenkte Kinder. Jetzt, in der Osterzeit, haben wir Zeit und Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie reich wir in von Gott in Christus beschenkt wurden. Gott schenkt uns Vergebung unserer Schuld durch den Tod seines Sohnes. Er wäscht uns rein von aller Schuld unserer eigenen Sünde, aber auch von der Schuld der Sünde, die andere an uns begangen haben. Ja, er schenkt uns neues Leben. Er ermöglich uns ein neues geistliches Leben im hier und jetzt und ewiges Leben in der neuen Schöpfung.

Der Apostel Paulus richtet nun die Worte unseres Textes zunächst an die Christen in der Stadt Kolossä, dann aber auch an uns. Dort waren falsche Lehrer aufgetreten. Es waren Männer, denen es mit ihrem Glauben durchaus ernst war. Kaum jemand setzt sich händereibend hin und beschließt: „Heute erfinde ich mal eine falsche Lehre und sehe, wie viele Christen ich in die Irre führen kann.“ Nein, diese Männer fürchteten: „Wenn Gott uns alles schenkt, wenn nichts mehr für uns zu tun bleibt, dann ist das zu einfach. Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Erlösung auf die leichte Schulter nehmen. Wir müssen auch etwas tun.“ Sie verbanden alttestamentliche und heidnische Gedanken mit dem Evangelium, bestimmte Feiertage, die Einhaltung der Beschneidung und alttestamentlicher Speisegesetze, aber auch abergläubischer Vorstellungen der heidnischen Umwelt. Auch die Anbetung der Engel lag ihnen sehr am Herzen.
Dafür beriefen sie sich auf spezielle Offenbarungen, die sie angeblich bekommen hatten. Paulus lässt sich in seinem Brief nicht auf einen Meinungsaustausch über die neuen Lehren ein. Er stellt ihnen einfach den ganzen Reichtum des Evangeliums gegenüber. Er zeigt, dass Christus die Erlösung für uns schon vollendet hat. Er zeigt uns, dass wir Kinder sind, Kinder, die ihr Vater reich beschenkt hat. Doch unser alter Mensch vergisst schneller als jedes Kind, wie großartig und unerhört reich das Geschenk unseres himmlischen Vaters ist. Während ich ein Kind, zumindest am Anfang, nicht dazu auffordern muss, sein Geschenk zu halten, ist es für uns immer wieder wichtig. In unserem Vers fordert Paulus die Christen in Kolossä und uns auf: Haltet, was ihr habt! Dazu zeigt er uns zwei Dinge:

1. Den Glauben, der uns selig macht.
2. Die Hoffnung, die uns tröstet.

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