Sermons on “Opfer”

Karfreitag 2018: Kreuzigung des Herrn

Die Frage nach dem „Warum?“ quält Menschen immer wieder. Warum musste er schon so jung sterben, fragen wir, wenn ein Kind oder ein Teenager stirbt, wenn Eltern ihre Kinder begraben müssen. „Warum?“ fragen wir bei großen Unglücken und Katastrophen. „Warum?“ fragen wir, wenn wir persönlich leiden müssen, wenn unsere Pläne misslingen.

Auch heute, am Karfreitag, wollen und müssen wir diese Frage stellen. Vielleicht haben sie den Film „Die Passion Christi“ gesehen. Der Film ist nichts für schwache Nerven. Wenn man sieht, wie Christus mit Geißeln geschlagen wird, wie man ihm eine Krone aus Dornen auf den Kopf drückt und wie er schließlich qualvoll am Kreuz stirbt, dann fragt man sich, ob so ein Film nötig war. Doch das Ganze wird sehr viel deutlicher, wenn man den Vorspann beachtet. Bevor der Film beginnt wird der zweite Vers unseres heutigen Predigttextes eingeblendet:

„Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.“

Nichtchristen, leider aber auch sehr viele Christen haben vergessen, dass sich unser Glaube auf die Ereignisse am Karfreitag und zu Ostern gründet. Christi Tod war grausam, aber er war auch notwendig. Warum? Unser Text lehrt uns bedenken: Christus litt und starb für uns. Zwei Dinge können wir dabei lernen:

1. Unsere Sünde ist die Ursache seines Todes.

2. Unsere Erlösung ist das Ergebnis seines Todes.

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5. Sonntag in der Passionszeit 2018: Judika – Schaffe mir Recht, Gott

Eine Geschichte aus Afrika erzählt, dass einst eine große Dürre und eine lange Hungersnot über das Land hereinbrachen. Menschen und Tiere litten große Not und viele mussten ihr Leben lassen. Die anderen kämpften mit aller Macht um ihr Überleben. Ein Pelikan versuchte vergeblich, für seine Jungen irgendwelche Nahrung herbeizuschaffen. Als er das Betteln der Jungen nicht mehr ertragen konnte und nichts mehr fand, mit dem er die hungrigen Schnäbel hätte füllen können, bohrte er sich mit seinem Schnabel ein Loch in seine Brust und gab seinen Jungen das eigene Blut zu trinken. So konnten die Jungen die Hungersnot überleben und vom Blut des Pelikans genährt groß werden. Der alte Pelikan aber starb an seinem Opfer. Er hatte sein Leben für seine Jungen gegeben. (Axel Kühner: „Zuversicht für jeden Tag.“)

Unser heutiger Predigttext berichtet uns auch von einem Opfer, aber einem anderen und viel größeren Opfer. Auch wir Menschen sind bereit, uns zu opfern, wenn wir uns einen Sinn davon versprechen, etwa für einen lieben Menschen oder eine Sache, die es wert ist, dass man sich dafür opfert. Auch Christus hat sich geopfert, aber nicht nur für einige wenige, die ihn liebten, sondern für alle Menschen, die damals noch seine Feinde waren. Und er hat durch sein Opfer sehr viel mehr erreicht, als etwa der alte Pelikan in unserer Geschichte. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Das Opfer des Herrn Christus, unseres Hohenpriesters.

1. Es ist ein Opfer von unvergleichlicher Art.

2. Es ist ein Opfer mit unvergleichlicher Wirkung.

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