Sermons on “Johannesevangelium”

Trinitatisfest: Die heilige Dreieinigkeit

Heute feiern wir gemeinsam das Trinitatisfest. Wir feiern am Ende und Abschluss der ersten, festlicheren Hälfte des Kirchenjahres, dass der eine Gott sich uns in drei Personen offenbart hat: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir wohl zugeben, dass uns diese Aussage der Heiligen Schrift eher Kopfzerbrechen bereitet.

Doch wie alles in der Bibel ist auch diese Aussage zu unserem Trost und unserer Freude offenbart worden. Lasst uns deshalb gemeinsam darüber nachdenken: Der dreieinige Gott lässt sich von uns erkennen.

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Pfingstmontag: Die Ausgießung des Heiligen Geistes 2019

Es ist jedes Jahr dasselbe und doch jedes Mal wieder erstaunlich: im Frühjahr zu beobachten, wie die Schöpfung erwacht. Innerhalb weniger Wochen werden kahle Bäume grün, füllen sich bisher leere Felder mit Pflanzen und Blumen. Regen und Sonne verwandeln die Welt um uns herum. Und wir freuen uns, dass alles grünt und blüht. Doch wenn aus Blüten keine Früchte werden, hilft uns die ganze Pracht nichts. Die schönste Raps-, Kartoffel- oder Kirschblüte, bringt uns außer Freude über ihren Anblick nichts, wenn daraus nicht doch schließlich Früchte werden. Nicht die Blüte macht uns satt, sondern die Früchte, die wir am Ende des Sommers zu ernten hoffen.

Weil es in unserem Glaubensleben ganz ähnlich ist, verwendet Jesus dieses Bild immer wieder. Das 15. Kapitel bei Johannes redet vom Weinstock und seinen Reben. Wir sind die Reben am Weinstock, die letztlich Früchte bringen, die Trauben. Jesus ist der Weinstock, an dem wir wachsen. Am zweiten Tag des Pfingstfestes wollen wir darüber einmal nachdenken. Zu Pfingsten denken wir daran, dass wir den Heiligen Geist mit seinen Gaben geschenkt bekommen.

Er gibt uns den Glauben mit allem, was dazugehört. Das könnte man mit einer Blüte vergleichen. Aber auch hier gilt, die schönste Blüte taugt letztlich gar nichts, wenn sich daraus nicht Früchte entwickeln. Wenn wir den Geist haben, ihn aber im Laufe unseres Lebens wieder verlieren, was nützt es uns dann? Wir brauchen die Hilfe des Heiligen Geistes, um im Glauben zu bleiben, zu wachsen und Früchte zu bringen. Jesus zeigt uns in unserem Text, wie es aussieht, wenn wir Früchte bringen. Er ruft uns zu: Haltet fest an mir, durch die Hilfe des Heiligen Geistes!

1. Bleibt in meiner Liebe!

2. Schmeckt meine Freude!

3. Seid meine Freunde!

4. Tragt meine Früchte!

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5. Sonntag nach Ostern: Rogate – „Bittet, so werdet ihr nehmen“ – 2019

Die Eltern verreißen, die Kinder bleiben bei Oma und Opa. Oder der große Bruder geht für ein Jahr ins Ausland. Die Eltern versprechen den Kindern zu schreiben, anzurufen und ihnen etwas Schönes mitzubringen. Der Bruder verspricht seinen kleineren Geschwistern regelmäßig zu schreiben und ab und zu auch etwas aus dem fernen Land, in das er reißt, zu schicken. Wir geben Versprechen, aber können wir sie auch halten?

Heute ist der Sonntag vor Himmelfahrt. Bald feiern wir wieder, wie Jesus sichtbar zum Himmel aufgefahren ist, zu seinem Vater. Er sitzt auf seinem Thron zur Rechten des Vaters und herrscht zum Besten seiner Kirche über die Welt. Seit diesem Tag geht die Kirche, gehen wir Christen, mit der frohen Botschaft von der Erlösung hinaus in alle Welt und beten zugleich darum, dass unser Herr wiederkommt, um nun auch sichtbar über alle Welt zu herrschen.

Doch in der Zwischenzeit verzweifeln wir nicht. Wir wissen, dass Jesus jeden Augenblick wiederkommen kann, dass seine Zeit und sein Plan anders aussehen als unsere. Doch Jesus lässt uns nicht allein. An anderer Stelle in seinen Abschiedsreden am Gründonnerstag ist die Rede davon, dass er uns den Heiligen Geist, den Tröster senden will. Zugleich hat er seiner Kirche sein Versprechen gegeben, immer bei ihr zu sein, bis ans Ende dieser Welt. Jesus hat seinen Jüngern und seiner Kirche aber auch andere Verheißungen gegeben.

Und anders als bei uns Menschen, dürfen wir uns darauf verlassen, dass Gott seine Zusagen und Versprechen einhält. Eines dieser Versprechen, genauer gesagt eine doppelte Verheißung finden wir in unserem heutigen Predigttext. Jesus sagte sie seinen Jüngern unmittelbar vor seinem Tod und seiner Auferstehung, aber sie treffen auf alle Nachfolger Jesu zu. Und diese beiden Verheißungen wollen wir uns nun gemeinsam anschauen.

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2. Sonntag nach Ostern: Miserikordias Domini – „Die Güte des Herrn“ 2019

Unser auferstandener Herr erscheint einigen seiner Jün-ger am See Genezareth, in Galiläa, wie er es vorhergesagt hatte. Sie warteten dort auf ihn. Während der Wartezeit waren sie fischen gegangen, da die meisten von ihnen ja von Beruf Fischer waren. Nach einer erfolglos durchgearbeiteten Nacht verhilft ihnen Jesus zu einem großen Fang und zu einer warmen Morgenmahlzeit, die sie gemeinsam halten.

Danach wird es ernst. Jesus führt ein Gespräch mit Petrus, dem Jünger, der ihn verleugnet hatte. Das wollen wir heute gemeinsam betrachten. Wie geht es nach der Auferstehung Jesu weiter? Was kommt nach Ostern? Anhand der Unterhaltung zwischen Jesus und Petrus können wir sehen: Der auferstandene Heiland sorgt für die Seinen.

1. Für jedes einzelne Schaf.

2. Für die ganze Herde.

Hat Jesus nichts Besseres zu tun? könnte man fragen.

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2. Sonntag nach Epiphanias 2019

Für viele Menschen gehört dieser Bibeltext zu denen, an die sie sich gerne erinnern. Er gehört zu ihren Lieblingstexten. Ein Grund liegt sicher darin, dass Gottes Verhalten hier unseren Erwartungen entspricht. In dieser Geschichte liefert Gott. Die Gastgeber dieser Hochzeit waren in großer Not. Sie standen kurz davor zum Gespött des ganzen Ortes zu werden. Bei ihrer Hochzeit war der Wein ausgegangen, ehe das Fest zu Ende war. Diese Schande würde das Brautpaar nie wieder loswerden. Sie befinden sich in einer ausweglosen Lage. Sie brauchen unbedingt Hilfe. Und dann ist da Jesus, einer der Gäste auf diesem Fest, zusammen mit seiner Mutter und seinen Jüngern.

Nachdem seine Mutter ihn angestupst hat und mit etwas Hilfe vonseiten einiger gehorsamer Diener, rettet er das Fest und löst das Problem, ehe die meisten mitbekommen haben, dass es existiert. Und, seien wir ehrlich, ist es nicht genau das, was wir von Gott erwarten – und vor allem – ist das nicht genau die Art und Weise, wie wir Hilfe von Gott erwarten? Er soll sich einmischen und helfen. Doch wenn wir den Text aufmerksamer betrachten, fallen uns einige Dinge auf, die uns zeigen, Gottes Wort berichtet uns hier mehr als eine oberflächliche Betrachtung an den Tag bringt. Denn am Ende des Verses sagt der Evangelist:

„Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.“

Dieser Vers macht deutlich, dass es nicht damit getan ist zu sagen: Jesus hat sich durch dieses Wunder als Gottes Sohn erwiesen. Er ist der Herr über die Schöpfung, der auch Wasser in Wein verwandeln kann. Gott kommt, um uns zu helfen. Johannes spricht in seinem Evangelium immer von Zeichen, anstelle von Wundern. Ein Zeichen, zeigt auf etwas. Es zeigt auf Jesus, darauf, dass er Gottes Sohn ist, Jahwe, der als Mensch in unsere Welt gekommen ist, um diese Welt zu retten und uns Menschen selig zu machen. Schauen wir uns diesen Text noch einmal an und sehen wir, wie Jesus uns in Kana seine Herrlichkeit offenbart.

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1. Christtag 2018

Wahrscheinlich gibt es kein Ereignis im Leben eines Menschen, das größere Freude verbreitet als die Geburt eines Kindes. Wie oft haben wir es selbst erlebt oder folgende Szene auf unseren Bildschirmen verfolgt? Eine junge Mutter bei der Geburt und die Hebamme macht ihr Mut: „Noch einmal kräftig pressen!“ Ein aufgeregter/ besorgter/ verängstigter Vater steht daneben und erwartete das langersehnte Ereignis.

Und dann passiert es. Wir hören den ersten Schrei des Neugeborenen und das kleine Baby wird in Mamas zitternde Arme gelegt. Tränen der Freude fließen über ihre Wangen und feiert dieses erstaunliche, göttliche Geschenk des neuen Lebens. Papa schnappt sich sein Telefon und verbreitet die Geburt des Babys mit einem Fingerdruck in der ganzen Welt. Das Leben, ein neues Leben, ist es wert, gefeiert zu werden und Eltern können gar nicht anders, sie müssen ihre Freude mit anderen teilen.

Doch so groß die Freude über die Geburt eines Kindes auch ist, mal ehrlich, welcher Geburtstag wird nach mehr als 2.000 Jahren immer noch gefeiert? Bei uns Menschen ist das eher selten der Fall. Gelegentlich wird nach ein paar hundert Jahren noch an Jahrestage gedacht: diese Tage ist z. B. das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ 200 Jahre alt geworden; Karl Marx hat in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag gefeiert, aber sonst? Wer denkt noch an Geburtstage von Personen, die seit vielen Jahrhunderten, wenn nicht sogar Jahrtausenden nicht mehr bei uns sind? Bei Lieder, Ereignissen oder auch Institutionen (Staaten z. B.) kommt das vor, aber bei einzelnen Menschen?

Umso mehr stellt sich die Frage, was an Weihnachten, am Christfest, dem Tag der Geburt Jesu Christi so besonders, so einmalig ist, dass er bis heute in der ganzen Christenheit gefeiert wird. Das Weihnachtsevangelium, das wir gestern und heute gehört haben, der Bericht des Evangelisten Lukas richtet unseren Blick dabei vor allem darauf, wie Gottes Zusagen erfüllt werden. Der lange verheißene Retter, der Nachkomme Evas, Abrahams, Jakobs, Judas und Davids wurde in Bethlehem geboren. Der Evangelist Johannes richtet seinen Blick sozusagen auf die andere Seite des Weihnachtsfestes, das, was unseren menschlichen Blicken verborgen bleibt, was wir nur mit den Augen des Glaubens erkennen können. Er schaut in der Kraft des Heiligen Geistes auf das, was uns staunen lässt, was uns anbetend, lobend, preisend, singend und fröhlich auch nach über 2.000 Jahren Weihnachten feiern lässt. Gott kommt für uns in diese Welt.

1. Er kommt als einer von uns.

2. Er kommt für uns, damit wir seine Kinder werden.

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Pfingstmontag 2018: Die Ausgießung des Heiligen Geistes

In unserem Herrn Jesus Christus, der uns seinen Geist verheißen hat, liebe Pfingst-Gemeinde. In der zweiten Bitte des Vaterunsers beten wir: „Dein Reich komme!“ An was für ein Reich denken wir dabei? Wo ist dieses Reich zu finden? Wie kommt dieses Reich zu uns?

Viele denken bei dem Begriff „Reich“ an etwas Sichtbares – ein äußerliches Reich mit Grenzen, Gesetzen und einem König. Martin Luther zeigt uns im Kleinen Kate-chismus, dass Gottes Reich anders ist. Auf die Frage, wie Gottes Reich zu uns kommt, antwortet Luther:

Wenn der himmlische Vater uns seinen Hei-ligen Geist gibt, dass wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und da-nach leben hier zeitlich und dort ewiglich.
Gottes Reich ist also kein äußerliches, sichtbares Reich. Dieses Reich kann man auf keiner Landkarte finden. Kein Reisebüro der Welt verkauft Flugtickets in dieses Reich. Man kann diese Reich auch nicht durch kluge Politik oder mit Gewalt auf dieser Welt aufrichten. Nein, das Reich Gottes ist Gottes besondere Regierungsweise in den Herzen, in denen er durch den Heiligen Geist den Glauben anzündet, der dem heiligen Wort Gottes ver-traut. Dieser Geist heiligt sie, dass sie gerne nach Got-tes Willen leben wollen.

Jesu Jünger hatten damit so ihre Probleme. Immer wie-der stritten sie darum, wer im Reich Gottes der Größte wäre und wem die Ehrenplätze zustehen. Sie hofften, dass Jesus ein äußerliches Reich aufbauen würde. Dann wären wohl sie die Mitglieder seiner Regierungsmann-schaft geworden. Jesus verweist sie auf den Heiligen Geist: Er sagt ihnen nur: Wartet auf den verheißenen Tröster – den Heiligen Geist. Der Geist würde sie bereit machen, als seine Zeugen in die Welt zu gehen und sein Reich zu bauen.

Diese Verheißung ging zu Pfingsten in Erfüllung. Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes verstummen die Fra-gen der Jünger. Stattdessen erleben wir die Jünger nun als Diener im Reich Gottes – und zwar nicht Würdenträger – sondern als Boten. Sie verkündigen das Evangeli-um vom Heil in Christus. Durch eben dieses Evangelium wird der Heilige Geist denen gegeben, die an Jesus als ihren Heiland glauben. Und die wiederum werden selber zu Zeugen der frohen Botschaft. So breitet Gott sein Reich aus – durch den Geist, der im Wort und durch das Wort gegeben wird.

Gestern haben wir gehört, wie damals der Heilige Geist mit sichtbaren und hörbaren Gaben über die Jünger ausgegossen wurde. Sie und die Gläubigen, die versammelt waren, bekamen Kraft Jesu Zeugen zu werden. Alle in Jerusalem hörten in ihrer eigenen Sprache, wie sie von den „großen Taten Gottes“ erzählten.

Seit die Jünger mit der Kraft des Heiligen Geistes ausge-rüstet sind, beginnen sie zu verstehen: Sie arbeiten nun auf das gleiche Ziel hin, das Jesus immer vor Augen hatte: Nicht mehr ein äußerliches Reich mit Ehrenplätzen für sie selber. Nein, nun waren sie Zeugen Jesu gewor-den. Sie verstanden: Gottes Reich kommt, wo das Evangelium verkündigt wird. Dort wirkt Gott durch sei-nen Geist den Glauben in den Herzen der Menschen und baut sein Reich.

In der Kraft des Heiligen Geistes predigten die Apostel und die anderen Gläubigen zu Pfingsten nun das, was Jesus schon immer verkündigt hatte. Der Heilige Geist macht uns zu Strömen lebendigen Wassers.

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Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr 2017

Unser Leben ist immer auch eine Frage des Blickwinkels. Wie gehe ich an mein Leben heran? Für den einen ist das Glas halb voll, für den anderen halb leer. Ein halb volles Glas klingt sehr viel besser als ein halb leeres. Der eine Blickwinkel hat etwas mit Hoffnung zu tun, mit Zuversicht, mit der Einstellung: Wir schaffen das. Der andere hat etwas Niedergeschlagenes an sich: Das Glas ist schon halb leer, bald wird es ganz leer sein. Wir sehen sicher, wie man an sein Leben herangeht, hat auch Auswirkungen darauf, wie ich es lebe.

Einmal mehr nähern wir uns dem Ende eines Kirchenjahres. Diese Zeit will uns an das Ende unseres Lebens und an das Ende dieser Welt erinnern. Wir schauen aber auch voraus auf die neue Welt, die Gott uns versprochen hat, eine Welt des ewigen Lebens, eine Welt ohne Sünde und Leid. Dreh- und Angelpunkt wird der letzte große Tag dieser Welt sein, das letzte Gericht. Das sind alles Dinge, die uns noch bevorstehen. Manches davon würden wir vielleicht lieber verdrängen. Doch heute wollen wir unser Leben einmal bewusst aus einem anderen Blickwinkel betrachte, aus dem Blickwinkel oder im Licht des letzten großen Tages dieser Welt. Unser Text ruft uns zu: Sieh dein Leben im Licht des Jüngsten Tages. Du wirst dich freuen…

1. …wenn es dem Sohn Gottes alle Ehre gegeben hat.

2. …wenn es voller Glauben an das rettende Evangelium war.

3. …wenn es voller Hoffnung auf den ewigen Segen war.

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Trinitatisfest: „Die heilige Dreieinigkeit“ 2017

Vielleicht wart ihr schon einmal auf einer Burg oder ihr habt Bilder davon gesehen. Wozu dient eine Burg? Zur Verteidigung! Das kann man bis heute an den hohen, dicken Mauern, festen Türmen, den Toren und schmalen Wegen erkennen, die zur Burg hinaufführen. Eine Burg musste so erbaut werden – und an einem Ort – dass mögliche Gegner und Feinde nur sehr schwer Zugriff erlangen konnten. Wenn ich die Mauer nicht erreichen kann, kann ich sie auch nicht durchbrechen. Wenn der Weg zum Tor so schmal ist, dass nur wenige Soldaten nebeneinander laufen können, dann wird es schwierig, das Tor zu durchbrechen.

Wie sieht es mit dem ewigen Leben aus? Wie sieht es mit dem Reich Gottes aus? Gleicht es auch einer Burg, einer uneinnehmbaren Festung, in die man – wenn überhaupt – nur unter größten Mühen und Anstrengungen eindringen kann? Wenn man sich die Kirche oder Gemeinde Gottes anschaut, sieht man manchmal eine gewisse Wagenburgmentalität. Wagenburgen wurden von den Siedlern, die in den Westen der USA zogen, am Abend errichtet, um sich vor angreifenden Raubtieren oder Indianern zu schützen. Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass auch die Kirche sich einigelt, Türen und Tore verrammelt, damit die Christen unter sich bleiben können. Oder die Menschen denken, Gottes Reich ist eine Burg, die es zu erstürmen und zu erobern gilt.

Doch ist das auch Gottes Wunsch und Wille? Ist sein Reich eine uneinnehmbare, unzugängliche Burg oder Festung? Für seine Feinde ja, aber nicht für die, die nach Gottes Willen hineinkommen sollen. Viele Menschen reden heute von einem „Gott“ oder einem „höheren Wesen“, doch ihre Gedanken haben nichts mit Gott zu tun, dem einen Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dieser dreieinige Gott hat uns erlöst und will, dass möglichst alle Menschen in sein Reich kommen. In unserem heutigen Text sehen wir aus der ersten Hälfte des Gesprächs von Jesus mit Nikodemus das Tor in dieses Reich Gottes. Das Tor ins Königreich Gottes. Es hat zwei Seiten:

1. Der Menschensohn wird ans Kreuz erhöht.

2. Das Wasser und der Geist in der Taufe.

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