Sermons on “Offenbarung”

Kantate – „Singet dem Herrn“ – Eine ganz neue Welt

„Die neue Welt“, das war einst die Bezeichnung für Amerika, diesen „neuen“ Kontinent, den Kolumbus nach dem Isländer Leif Eriksson zum zweiten Mal entdeckte. Von einer „neuen Welt“ träumen Menschen auch heute: eine Welt ohne Krieg, ohne Hunger, mit Leben und Gesundheit für alle, eine saubere Welt, ohne Verschmutzung. Doch trotz aller Fortschritte scheint dieser Traum in immer größere Ferne zu verschwinden, weil unsere Welt immer wieder in dieselben alten Verhaltensmuster fällt: Gier, Machtstreben, Stolz.

Also ist das alles nur ein Traum? „Nein!“, ruft uns der Apostel Johannes zu, dem Gott im letzten Buch der Bibel viele wunderbare Visionen gegeben hat, mit denen er das Ende der Geschichte sehen durfte und auch die neue Welt, auf die wir uns freuen dürfen. Ja, eine ganz neue Welt. Einen neuen Himmel, eine neue Erde, ein neues Jerusalem. Und der, der auf dem Thron sitzt, sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“ In den letzten beiden Kapiteln der Bibel bekommen wir einen Eindruck davon, wohin das alles führen wird. Und es ist neu, und es ist herrlich, und es ist etwas, auf das wir uns sehnlichst freuen.

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Jubilate – „Jauchzet dem Herrn“ – Der Löwe aus Juda; das Lamm, das geschlachtet wurde

Was für eine verrückte Welt! Hat hier jemand das Ruder in der Hand? Oder scheint es nicht so, als gerate diese Welt endgültig außer Kontrolle. Nach zwei Jahren Verunsicherung und Panik wegen eines Virus schien sich langsam alles zu normalisieren. Doch seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine steht alles Kopf. Was gestern noch gut und richtig zu sein schien, gilt heute nicht mehr. Viele fürchten einen dritten Weltkrieg und das Leben, wie wir es bisher kannten scheint zu Ende zu sein.

Aber auch im kleineren Maßstab scheint diese Welt verrückt zu spielen. Männer gewinnen Schwimmwettbewerbe für Frauen. Und in der Wirtschaft, da steigen die Preise, Güter werden knapp. Mancher Supermarkt sieht – zumindest bei manchen Sachen – aus wie zuletzt vor über 30 Jahren. Anstellen, hoffen, dass man noch etwas abbekommt und sei es so etwas einfaches wie Öl oder Mehl. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat die Inflation gleichzeitig den höchsten Stand seit 40 Jahren erreicht. Mancher mag schon gar nicht mehr auf die Preistafel an der Tankstelle schauen und auch im Einkaufswagen im Supermarkt ist bei weitem nicht mehr das zu finden, was noch vor wenigen Monaten für dasselbe Geld drinnen lag.

Und dann ist da noch das, was mit der Kirche passiert. Sie wird von einem Skandal nach dem anderen erschüttert. An vielen Stellen klingt sie eher wie eine politische Partei. Die Zahl der Kirchenmitglieder und der Kirchenbesucher ist im ganzen Land stark rückläufig. Der Anteil der Menschen, die sich als Christen bezeichnen, ist in den letzten zehn bis zwanzig Jahren dramatisch gesunken. Wir werden zu einem säkularisierten Land, das sein christliches Erbe hinter sich lässt. Und in den Teilen der Welt, in denen das Christentum wächst, leiden unsere Brüder und Schwestern unter teils schrecklicher Verfolgung.

Wenn wir mit diesen Situationen konfrontiert werden – es sei denn, wir stecken den Kopf in den Sand und wissen nicht, was in der Welt vor sich geht –, könnten wir versucht sein, zu verzweifeln und die Hoffnung zu verlieren. Wir sehen uns die Welt an und sagen: „Was ist hier eigentlich los? Hat hier jemand das Sagen?“ Unsere Gegenwart ist ziemlich schlecht, und es sieht nicht so aus, als gäbe es Hoffnung für die Zukunft.

Unser heutiger Predigttext möchte uns trösten und neuen Mut schenken. Denn es gibt Hoffnung für die Zukunft. Es gibt jemanden, der das Sagen hat. Die Geschichte hat ein Ziel, und es ist ein gutes. Ich meine damit, dass die Geschichte der Zukunft bereits geschrieben worden ist. Sie ist wie eine Schriftrolle, die entrollt werden muss. Und die gute Nachricht ist, dass jemand gefunden wurde, der würdig ist, diese Schriftrolle zu öffnen. So offenbart er uns den Verlauf der Ereignisse und ihren endgültigen Ausgang. Er offenbart sie nicht nur, sondern er ist für sie verantwortlich. Wir begegnen diesem Jemand in unserer heutigen Lesung aus Offenbarung 5: „Der Löwe von Juda, das Lamm, das geschlachtet wurde“.

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Reformationsfest 2018

Ein Mann erzählt: „Vor zwei Stunden saß ich im Kinderkrankenhaus im Büro des Arztes. Meine Tochter war wegen Nierenproblemen im Krankenhaus. Doch anstatt der guten Nachricht: ‚Wir kriegen das wieder hin! Ihre Tochter wird wieder ganz gesund.‘ lautete die Nachricht einfach nur: ‚Wir müssen die Niere entfernen! Das ist keine große Sache. So etwas kommt immer wieder vor. Wir entfernen sie einfach und dann ist alles wieder in Ordnung!‘

Und der Mann sagte: ‚Ich dachte mir: Wir sind hier beim Arzt! Ärzte sollen heilen, sollen gesund machen! Stimmt’s? Man geht zum Arzt und erwartet eine gute Nachricht. Wir operieren und dann ist alles wieder in Ordnung. Hr. Doktor, du sollst mir gute Nachrichten geben, du sollst nicht einfach Dinge entfernen! Gott hat sie mit zwei Nieren geschaffen. Sie sind kein Extra, sind nicht überzählig!‘“ Das war die gute Nachricht, die dieser Mann bekommen hatte, das Evangelium, das er zu hören bekam. Es gab nichts, was sich wieder in Ordnung bringen ließ, keine Heilung. Die Niere seiner Tochter wurde einfach rausgeschnitten. Alles war so endgültig, dauerhaft. Es gab keine Diskussion, sondern es hieß: „So wird es gemacht!“ Wir mögen solche Nachrichten nicht. Und damit sind wir bei unserem heutigen Predigttext angekommen.

Wieso? Nun das „Evangelium“, das der Apostel heute verkündigt, scheint nicht zu passen. Er bezeichnet es als „Evangelium“, aber was für eine Art Evangelium ist das? Es ist kein Evangelium, das gekommen ist, um die Dinge besser zu machen. Kein Evangelium, dass die Dinge verbessert. Eine Botschaft wird verkündigt, und die eine Gruppe von Menschen wird gerettet, während die andere Gruppe vollständig zerstört und abgeschnitten wird; sie wird von der Gegenwart Gottes weggenommen. Es gibt keine zweite Chance! Und das alles aufgrund eines Wortes, einer Botschaft. Das ist das Ende. Keine Diskussion mehr.

Und schauen wir, was für ein Ende unser Text beschreibt. Aus welchen Gründen auch immer, die Leute, die unsere Lesereihen zusammengestellt haben, gaben uns nur zwei Verse und das sind nahezu die schönsten Verse im ganzen Kapitel. Hier sehen wir drei Boten, nicht nur einer, wir haben drei Engel in unserem Text, von denen – zack, zack, zack – einer unmittelbar auf den anderen folgt. Die Aufgabe des ersten besteht einfach nur darin zu verkünden, dass das Ende, das Gericht gekommen ist:

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4. Sonntag nach Ostern: Kantate („Singt dem Herrn ein neues Lied“) 2016

Singen ist nicht jedermanns Sache. Viele Menschen wollen heute nicht mehr singen, sie lassen lieber singen. Wo man geht und steht laufen Menschen mit Kopfhörern herum oder lassen sich aus den Lautsprechern ihrer Handys mit Musik beschallen. Aber selber singen wollen die wenigsten Menschen selber.

Der heutige Sonntag Kantate ruft uns zum Singen auf. „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“ lautet der Eingangspsalm für den heutigen Sonntag. Vielleicht singen viele Menschen heute nicht mehr, weil sie keinen Grund dafür haben. Doch wir haben einen Grund. Wir wollen unserem Gott ein Lied singen, weil er uns so viele wunderbare Dinge gibt, Dinge, die uns niemand nehmen kann, Dinge die dauerhaften, unermesslichen Wert haben.

Im letzten Buch der Offenbarung finden wir sieben Brief an sieben altkirchliche Gemeinden. Dort redet Jesus selber zu diesen Christen und durch die Bibel auch zu uns. Er tröstet, ermahnt, tadelt und lobt seine Christen. Heute wollen wir gemeinsam über den Brief an die Gemeinde in Philadelphia nachdenken. Er zeigt uns vier Gaben, die uns Grund genug zum Singen geben. Singt unserm Herrn ein neues Lied, denn…

1. … er öffnet uns eine Tür.
2. … er schenkt uns Treue.
3. … er bewahrt uns in der Versuchung.
4. … er gibt uns die Krone des Lebens.

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