Sermons on “Gottes neue Welt”

7. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott zeigt uns unseren Zustand und unsere Erlösung

Es gibt Dinge und Ereignisse, die wir zwar sehen, aber nicht begreifen können, es sei denn, sie werden uns erklärt. Was Blitz und Donner sind, warum wir atmen oder essen müssen – und viele weitere Dinge – das können wir erst dann richtig verstehen, wenn es uns jemand erklärt hat. Das Menschen ohne Luft ersticken, bzw. ohne Nahrung und Wasser elend umkommen, können wir sehen. Doch die Gründe dahinter, das Warum? und Wie? muss uns erst jemand erklären.

Ähnlich geht es uns auch mit Gottes Wort. Gottes Wort zieht den Vorhang zurück. Es erklärt uns Dinge, die wir allein nicht erkennen oder verstehen können. Auch die Plagen, die Gott über Ägypten brachte, fallen darunter. Hier zeigt uns Gott unseren Zustand und seine Lösung.

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11. Sonntag nach Trinitatis 2019

Wir alle kennen Sprichworte wie „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ Oder: „Manchmal sagt Schweigen mehr als tausend Worte.“ Bei einem geht es darum, dass oft besser ist, erst einmal den Mund zu halten, zuzuhören und seine Unwissenheit sofort hinauszuposaunen. Es geht darum nachzudenken, ehe man eine Antwort gibt. Das andere Sprichwort beschäftigt sich damit, dass auch Schweigen lauter und deutlicher reden kann als viele Worte. Schweigen kann ein Schuldeingeständnis sein, aber auch eine Liebeserklärung oder Zustimmung, je nachdem was mein Gegenüber zu mir sagt. Nur, weil mir die Worte fehlen, heißt das noch lange nicht, dass ich etwas zu sagen haben.

Ein solches Schweigen finden wir auch in unserem heutigen Predigttext. Beim ersten Lesen scheint es sich hier um eine Aneinanderreihung verschiedener Schlaglichter aus dem Dienst unseres Herrn Jesus zu handeln. Da finden wir eine Heilung (V. 1-6), ein Gleichnis (V. 7-11) und dann geht es darum, wie man sich gegenüber armen und verachteten Menschen verhalten soll (V. 12-14). Doch wenn wir uns diesen Text etwas genauer betrachten, können wir erkennen, dass all das bei einem einzigen Anlass geschah. Jesus war am Sabbath in das Haus eines Pharisäers zum Essen eingeladen worden. Der Text beginnt mit einem Hinweis auf ein Mahl am Sabbath im Haus eines Obersten der Pharisäer und erst im V. 25 verlassen wir diesen Anlass wieder.

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Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr 2018

Jeder Mensch ist einzigartig: durch seine Größe, seine Haarfarbe, sein Aussehen. Spätestens jedoch durch die Fingerabdrücke und die DNS lässt sich jeder Mensc+ eindeutig ermitteln. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Menschen: Fröhliche und traurige, gute und schlechte, fleißige und faule. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Auch die Bibel redet immer wieder von unterschiedlichen Arten von Menschen: Gläubige und Ungläubige, Kinder Gottes und Kinder der Welt. Unser heutiger Predigttext stellt uns eine Frage, die wir heute gemeinsam beantworten wollen: Welche Art von Menschen sollen wir angesichts von Gottes Gericht sein? Vier Antworten finden wir in unserem Text:

1. Menschen, die sich vor Gott verantwortlich fühlen.

2. Menschen die Gottes Geduld nicht missbrauchen.

3. Menschen, die sich auf Gottes neue Welt freuen.

4. Menschen, die ihr Leben danach einrichten.

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6. Sonntag nach Ostern – Exaudi 2018: Herr, höre meine Stimme

Jeder von uns braucht einen Ort, ein Fleckchen, dass er Heimat nennen kann. Ohne einen Ort, an dem wir uns wohlfühlen und entspannen können, sind wir wie entwurzelt. Haben wir dann so ein Fleckchen gefunden, dann setzen wir alles daran, es wirklich gemütlich einzurichten. Wer je seine Heimat verlassen musste, gezwungenermaßen, aus Altersgründen oder aus beruflichen Gründen, der weiß, wie schwer und schmerzhaft das sein kann.

Das Wort Gottes nutzt dieses Bild auch für geistliche Dinge. Es sagt, dass wir als Christen Flüchtlingen und Obdachlosen gleichen. Wir leben noch in dieser Welt, aber wir sind hier nicht mehr zu Hause. Diese Welt, dieses Land, der Ort und das Haus oder die Wohnung, in der wir jetzt leben, sind nicht mehr unser eigentliches Zuhause. Diese Welt ist durch die Sünde verdorben. Bosheit, Neid, Streitsucht, Not und Elend machen sie zu keinem sehr schönen Platz. Wie viel Leid haben wir vielleicht selber schon erlebt und erleben wir noch.

Da kommt die Sehnsucht nach einem Plätzchen auf, wo wir uns geborgen und sicher fühlen können. Durch unsere Taufe hat sich das geändert, weil wir verändert wurden. Die alte, sündige Natur in uns hat einen Gegner bekommen, den neuen Menschen. Der ist heilig und gerecht. Er fühlt sich hier überhaupt nicht wohl. Zugleich sichert uns Gott durch sein Wort zu, dass er eine Heimat für uns vorbereitet hat.
Der Prophet Jesaja weissagt in unserem heutigen Predigttext von dieser Heimat. Seine Worte wecken in uns: Die Sehnsucht nach der ewigen Heimat.

1. Jetzt haben wir sie nur unvollkommen.

2. Dann haben wir sie vollkommen.

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1. Sonntag nach Ostern 2018: Quasimodogeniti – Wie die neugeborenen Kinder

Zu Ostern feiern die Auferstehung Jesu von den Toten. Doch es ist wichtig, dass wir Auferstehung nicht mit wieder lebendig machen verwechseln. Jesus hat nach seiner Auferstehung nicht so mit seinen Jüngern gelebt, wie vorher. Nein, schon die Tatsache, dass er ihnen während der 40 Tage nach Ostern immer nur erschienen ist, macht deutlich, dass sich für ihn alles verändert hat. Auferstehung bedeutet ein neues Leben, ein Auferstehungsleben. Es ist z. B. ein Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat. Die Bibel redet auch von der neuen Schöpfung, die mit Ostern angefangen hat.

Dieses neue Leben haben auch wir. Der heutige Sonntag macht es uns mit seinem Namen deutlich: Quasimodogeniti: „Wie die neugeborenen Kinder“. Wir sind wie neugeborene Kinder, denn wir haben ein neues Leben, im Glauben an Jesus, im Glauben an sein Werk, seinen Tod, seine Auferstehung. Die Tür zu diesem neuen, zum ewigen Leben ist unsere Taufe. D. h. wir haben das ewige Leben schon. Das Auferstehungsleben hat schon in uns angefangen. Die Frage ist: Wie sieht es aus?

Dazu nutzt die Bibel verschiedene Bilder und Vergleiche. Einen davon finden wir in unserem Text. Doch zuerst eine Frage: Wofür ist Alexander der Große bekannt? Innerhalb weniger Jahre hatte dieser junge Mann die gesamte damals bekannte Welt erobert, von Makedonien ausgehend Griechenland, bis Indien und Ägypten. Er war der erste in der westlichen Welt bekannte Welteroberer und Weltüberwinder. Vor und nach ihm gab es viele andere, die versucht haben, dieses Ziel zu erreichen. Aber es ist bis heute keinem gelungen. Kein Mensch hat jemals die ganze Welt überwunden und erobert.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Was hat das mit uns zu tun? Nun, im Auferstehungsleben, in der neuen Schöpfung, zu der wir schon gehören, in der wir anfangen zu leben, sind wir Welteroberer, Weltüberwinder, wie Johannes in seinem Brief schreibt. Wir sind Weltüberwinder. Von Johannes wollen wir es uns zeigen lassen, und im Osterglauben und in der Osterfreude gestärkt werden.

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Ostersonntag 2018: Die Auferstehung des Herrn

Welche Bedeutung hat Ostern? Nun, die meisten Erwachsenen würden wohl sagen, dass sie sich auf die vier freien Tage freuen, vielleicht im Urlaub, vielleicht im Kreis der Lieben. Die Kinder denken wohl eher an Schokoosterhasen und -eier, die versteckt werden und freuen sich auf die Suche.

Und obwohl Karfreitag und Ostern der Höhepunkt des Kirchenjahres und das Zentrum des christlichen Glaubens bilden, verliert dieses wunderbare Fest immer mehr an Boden, besonders gegenüber Weihnachten. Das liegt wohl vor allem daran, dass unsere Umwelt, und auch die meisten Christen, mit der Osterbotschaft nicht mehr viel anfangen können: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ Das sind für viele nur noch Worte, ohne tiefere Bedeutung.

Dieses Problem ist nicht neu. Schon die ersten Christen, z. B. die Gemeinde in Korinth, hatten damit ihre Probleme. Im Gegensatz zu vielen Menschen heute zweifelten sie nicht ausdrücklich an der Auferstehung Jesu von den Toten. Aber sie hatte ihre Probleme mit der Auferstehung der Gläubigen. Paulus fragt direkt:

„Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?“

Der Apostel zeigt, dass es eine unverbrüchliche Verbindung zwischen der Auferstehung der Gläubigen und der Auferstehung Christi gibt. Leugnet man die eine, dann auch die andere. Deshalb macht Paulus den Korinthern klar:

„Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.“

Die Korinther haben die Auferstehung des Herrn Jesus falsch verstanden. Sie haben sie nicht geleugnet, aber sie haben nicht verstanden wozu, zu welchem Zweck er auferstanden ist. Also fragen wir uns: Wovon reden wir, wenn wir von der Auferstehung reden, seiner und unserer? Ja, wir bekennen, Gott sei Dank, Sonntag für Sonntag, dass wir an die leibliche Auferstehung der Toten glauben, an seine und an unsere.

„…am dritten Tage auferstanden von den Toten… Auferstehung des Leibes und das ewige Leben.“

Das haben wir vor wenigen Minuten gemeinsam bekannt. Doch wie sehr liegt uns diese Sache am Herzen? Das große Thema des Neuen Testaments ist die Predigt vom gekreuzigten Christus, der auferstanden ist – und was das für uns zu bedeuten hat. Es geht ja nicht nur um die historische Tatsache: das Grab war leer; Jesus ist zu neuem Leben auferstanden. Untrennbar damit verbunden ist die Frage: Was hat das leere Grab am Ostermorgen zu bedeuten? Für mich, für dich? Lasst uns deshalb über den Tellerrand von Ostern hinausblicken.

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Neujahrstag 2018

„Ein gesegnetes neues Jahr.“, so wünschen wir uns als Christen an diesem Tag gegenseitig, weil wir wissen, dass alle guten Gaben von Gottes Segen kommen. Doch heute wollen wir uns einmal fragen, was ist denn eigentlich ein „neues“ Jahr? Das Wort „neu“ kann bedeuten, dass eine Sache durch eine andere ersetzt wird. Oder es kann auch bedeuten, dass etwas Altes überarbeitet und „neu“ gemacht wird. Ein „neues“ Auto ist entweder ein neu gebautes oder ein altes, das neu aufgebarbeitet wurde.

Auf das „neue“ Jahr trifft sicher beides zu: es ist ganz neu und frisch mit 365 neuen Tagen und doch sind viele Dinge wie vorher: unsere Welt ist dieselbe, die Menschen sind dieselben, Jahreszeiten und Feste sind dieselben. Die Jahreslosung für das Jahr 2018 steht in der Offenbarung des Johannes. Nun ist die Offenbarung sicherlich nicht das am leichtesten zu verstehende Buch der Bibel. Ihre große Botschaft ist leicht: „Christus ist der Sieger und wir mit ihm.“ Erst in den Einzelheiten gibt es Stellen, die nicht leicht zu verstehen sind.

Doch die letzten beiden Kapitel reden von der Vollendung der Erlösung, davon wie Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und alles neu machen wird. Gott will und wird die gefallene Schöp-fung neu mache, freimachen von aller Sünde, von dem Fluch und Zorn, die seit dem Sündenfall der Menschen auf ihnen liegen. In diesem Zusammenhang steht dann auch unser Predigtvers und passt damit zum „neuen“ Jahr. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Durch Christus macht Gott alles neu.

1. Denn er hat alles vollbracht.

2. Darum kommt zur Quelle des lebendigen Wassers.

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Ostersonntag: „Der Tag der Auferstehung des Herrn“ 2017

Was erwartet ihr von Ostern? Was geht unseren Kindern als allererstes durch den Kopf? Süßes! Ostereier! Geschenke suchen! – Was erwartet ihr von Ostern? Um ein Bild aus dem heutigen Festevangelium auszuborgen: Was erwartet ihr, wenn ihr auf den Friedhof geht? – Du gehst nicht gern auf den Friedhof? Verständlich! Jeder Besuch auf dem Friedhof ruft uns ins Gedächtnis, dass hier auch das Ziel unseres Lebens liegt.

Doch weil wir ja an unseren Ostererwartungen arbeiten wollen, lasst uns gemeinsam auf den Friedhof gehen, lasst uns gemeinsam unsere Osterwartungen bedenken.

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2. Sonntag nach Epiphanias 2017

Eine Hochzeit ist ein schönes Fest, ganz gleich ob es sich um die eigene, die der eigenen Kinder oder Enkel handelt, oder ob wir nur zur Hochzeit von guten Freunden oder Bekannten eingeladen werden. Ein fröhlicher Anlass – Mann und Frau, die den Bund fürs Leben geschlossen haben – ein gutes Essen und die Gesellschaft von Familie, Freunden und Bekannten an diesem besonderen Tag, machen eine Hochzeit zu etwas ganz Besonderem.

Zu so einer Hochzeit waren auch Jesus und seine Jünger, zu diesem Zeitpunkt waren es fünf, und die Mutter Jesu eingeladen. Die Hochzeit fand in Kana statt, etwa 10 Kilometer von Nazareth entfernt. Nun stellen wir uns vor, du und ich hätten ebenfalls eine Einladung erhalten, an dieser Hochzeit damals in Kana teilzunehmen. Schick angezogen, mit unserem kleinen Hochzeitsgeschenk in der Hand, kommen wir dort an. Das Haus ist geschmückt, fröhliche Musik erklingt. Die Diener sind damit beschäftigt, den Gästen das Essen zu bringen. Alle sind guter Laune und feiern zusammen mit dem Paar. Wir bereiten uns auf ein paar schöne Tage vor, denn damals wurde eine Hochzeit für gewöhnlich sieben Tage lang gefeiert.

Der bemerkenswerteste Gast aber ist Jesus. Seit einer Woche ist er nun öffentlich unterwegs. Er war draußen am Jordan, bei Johannes dem Täufer, wo er sich hatte taufen lassen. Und Johannes hatte mit dem Finger auf ihn gezeigt und deutlich gemacht: Jesus ist der auf den wir gewartet haben, er ist der für den ich den Weg bereiten sollte.

Joh 1,29: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“

Das hatte der Täufer seinen Jüngern gesagt. Daraufhin waren zwei von ihnen mit Jesus gegangen und hatte auch andere eingeladen. Nun waren sie alle hier zusammen auf diesem Hochzeitsfest. Und damit sieht es so aus, als würde es keine gewöhnliche Hochzeitsfeier werden. Du und ich auf der Hochzeit zu Kana.

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3. Advent 2016

Der Gefangene liegt in seiner Zelle und wirft sich unruhig von einer Seite auf die andere. Er fragt sich, ob er sich richtig entschieden hat. Zwei Männer betreten seine Zelle. Sie begrüßen ihren Meister und im Gespräch schildert er ihnen seine Zweifel und dann erteilt er ihnen einen Auftrag: „Geht zu Jesus und fragt ihn, ob ich richtig lag. Ist er wirklich der lang ersehnte Retter oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Derjenige, der so spricht, ist Johannes der Täufer, der Vorläufer und Botschafter des Herrn Jesus. Er ist ins Grübeln gekommen, er zweifelt, ob Jesus der Richtige ist. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Christen und ihre Zweifel an ihrem Herrn und Erlöser.

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