Sermons on “2. Buch Mose”

10. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Das Passahmahl – ein Bild unserer Erlösung

Eines der wichtigsten Feste im alten Volk Israel war das Passahfest. Kein Jude hätte es verpasst. Bis heute gehört dieses Fest zu den ganz wichtigen Feiertagen unter Juden, ganz gleich ob gläubig oder nicht, auch wenn die Feier heute anders abläuft als zu den Zeiten, als es in Jerusalem noch einen Tempel gab. Das Passahfest ist der Unabhängigkeitstag der alten Israeliten, der Tag der Erlösung aus Ägypten; der Tag der Vorschau auf den kommenden Messias. Dieses Fest zeigt, was für einen Gott die Israeliten haben, wie er zu ihnen steht.

Doch das gilt auch für uns, denn aus Gottes Gnade, dürfen auch wir zu seinem Volk gehören. Im Einklang mit der alttestamentlichen Geschichte von Gottes Volk, hat Gott auch im Neuen Testament einen besonderen Tag und ein besonderes Mahl eingesetzt, um an seine große Gnade zu erinnern und sie zu schenken. Genau deshalb hat Jesus auch bei der Feier des letzten Passahmahls, das Abendmahl, das Passahmahl der neutestamentlichen Kirche eingesetzt. Wir wollen diese beiden heute miteinander vergleichen: Das Passamahl – Bild unserer Erlösung.

1. Die Voraussetzung unserer Erlösung.

2. Der Trost unserer Erlösung.

3. Die Auswirkung unserer Erlösung.

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9. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Alles dreht sich um das Kreuz Jesu.

Manchmal fällt es uns schwer Dinge einzuordnen. Wir hören von einem Vorfall, einem Unfall, einem Verbrechen, der Verhaltensweise eines Menschen – und dann sind wir schnell mit einem Urteil zur Hand. Doch erst hinterher wird deutlich, dass alles ganz anders war. Es kommen neue Einzelheiten ans Licht, die uns helfen Vorgänge richtig einzuordnen und zu beurteilen.

Mit vielen biblischen Berichten geht es uns ganz ähnlich, gerade im Alten Testament. Mit unseren modernen Augen und Ohren betrachtet, erscheint uns vieles als grausam, blutig, finster – unverständlich. Und dann stellen wir schnell die Frage nach der Liebe Gottes. Viele Christen haben heute große Probleme mit dem Alten Testament. Sie sehen schon beinahe zwei Götter, den zornigen des Alten und den lieben Gott des Neuen Testaments. In unserem heutigen Text wollen wir sehen, worin der Schlüssel liegt, um Gottes Wort richtig zu verstehen: Alles dreht sich um das Kreuz Jesu.

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8. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott gibt uns nicht auf

Manchmal sind schlechte Nachrichten schlimmer als das Böse, von dem sie uns berichten. Vielleicht kennen sie das auch, wenn eine Nachricht nach der anderen hereinkommt und jede ist schlimmer als die letzte, oder fühlt sich zumindest so an, einfach, weil wir uns so sehr gute Nachrichten wünschen, aber es kommen einfach nur noch mehr schlechte.

Das macht auch die – sprichwörtlich gewordenen – Hiobsbotschaften so furchtbar. Abgesehen von ihrem Inhalt ist schon die Tatsache, das eine unmittelbar auf die andere folgt, so schrecklich. Hiob hätte sich wohl nichts sehnlicher gewünscht als eine gute Nachricht oder wenigstens eine Pause von den schlechten Nachrichten. Doch unaufhaltsam folgte eine Katastrophe auf die nächste.

Ganz ähnlich geht es uns, wenn wir die Berichte über die Plagen in Ägypten hören. Auch wenn wir nicht direkt betroffen sind, ist doch diese scheinbar nie endende Folge von Katastrophen und schlechten Nachrichten ermüdend. Wir fühlen uns wie ein Marathonläufer – am Ende unserer Kräfte – aber noch nicht am Ende der Strecke, angekommen. Doch genau darin liegt auch eine Absicht, und eine Erkenntnis, wie hart das menschliche Herz ist, wie lange es dauert, bis Pharao nachgeben muss – und zugleich dürfen wir hier auch Gottes Gnade und Liebe erkennen. Gott gibt uns nicht auf!

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7. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott zeigt uns unseren Zustand und unsere Erlösung

Es gibt Dinge und Ereignisse, die wir zwar sehen, aber nicht begreifen können, es sei denn, sie werden uns erklärt. Was Blitz und Donner sind, warum wir atmen oder essen müssen – und viele weitere Dinge – das können wir erst dann richtig verstehen, wenn es uns jemand erklärt hat. Das Menschen ohne Luft ersticken, bzw. ohne Nahrung und Wasser elend umkommen, können wir sehen. Doch die Gründe dahinter, das Warum? und Wie? muss uns erst jemand erklären.

Ähnlich geht es uns auch mit Gottes Wort. Gottes Wort zieht den Vorhang zurück. Es erklärt uns Dinge, die wir allein nicht erkennen oder verstehen können. Auch die Plagen, die Gott über Ägypten brachte, fallen darunter. Hier zeigt uns Gott unseren Zustand und seine Lösung.

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6. Sonntag nach Trinitatis 2020 – Gott stärkt seinen Boten und erweist seine Macht gegenüber Pharao

Gott hatte Mose und Aaron erst zu seinem Volk und dann zum Pharao geschickt, um sein Volk zu befreien. Doch anstatt eines schnellen Erfolgs erreichen seine Boten zunächst das genaue Gegenteil. Pharao bedrückt Gottes Volk noch mehr. Und die Israeliten wenden sich gegen Mose und Aaron.

Doch Gott sagt seine Hilfe weiter zu. Er will die Ausdauer seiner Boten, er will seine Kraft, Herrlichkeit gegenüber Pharao und seine Gnade für sein Volk beweisen. Wieder wendet Mose ein, dass er „unbeschnittene Lippen“ habe, dass er ein schlechter Redner sei. Und so stärkt Gott seinen zögerlichen Boten und fängt an, seine Macht gegenüber Pharao zu erweisen.

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6. Sonntag nach Ostern: Exaudi – „Herr, höre meine Stimme“ – 2020: Gott allein tut sein Werk und steht treu zu seinem Wort.

Was tun wir, wenn es eng wird? Wenn wir nicht mehr aus noch ein wissen? Wenn wir uns einsam und verlassen fühlen? Wenn wir spüren, wie die Verzweiflung in uns hochkriecht? Wir beten, vielleicht sogar mit den Worten des heutigen Eingangspsalms:

„Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe. Mein Herz hält dir vor dein Wort: ‚Ihr sollt mein Antlitz suchen.‘ Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir.“

Hier scheint uns diese Stimmung eines verzweifelten Christen gut wiedergegeben zu sein. Er bittet Gott, ihn zu hören, wenn er ihn anruft. Aber er scheint sich nicht sicher zu sein, ob Gott ihn wirklich hört. Deshalb hält er ihm seinen Befehl vor, dass er ja genau deswegen zu ihm kommt und ihn bittet. Er schließt mit den Worten, dass Gott sich nicht vor ihm verstecken möge.

Ist das nicht genau das, was wir als Kinder Gottes immer wieder erleben. Es gibt gute Zeiten, da läuft in unserem Leben alles mehr oder weniger glatt. Auch in Glaubensdingen haben wir durchaus das Gefühl zu wachsen, und im Leben immer wieder auch Dinge richtig zu machen. Doch dann bricht alles wie ein Kartenhaus um uns herum zusammen. Die guten Zeiten enden, wir oder ein lieber Mensch werden krank, Freunde wenden sich ab, auf Arbeit läuft es schlecht. Und dann – sozusagen als Krönung – scheint sich auch Gott vor uns zu verbergen. Wir haben das Gefühl, dass er unsere Gebete nicht mehr zu hören scheint, dass alles sich gegen uns wendet; ja, manchmal scheint Gott selbst der Feind zu sein.

Doch Gott tut sein Werk und steht treu zu seinem Wort.

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5. Sonntag nach Ostern: Rogate – „Bittet, so werdet ihr nehmen“ – 2020: Vom Gebet zu Gott in schweren Zeiten.

„Rogate!“ – „Bittet!“ so lautet der Name des heutigen Sonntags. Es ist ein Sonntag, der sich besonders mit dem Thema „Gebet“ beschäftigt. Beten ist Reden mit Gott, so könnte man kurz und knapp sagen, was wir als Christen meinen, wenn wir vom Gebet sprechen. Gott redet zu uns in seinem Wort, wir antworten im Gebet. Wir bringen alles zu ihm, er erhört uns, weil wir seine Kinder sind. Soweit die Theorie.

„Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.“

So beginnt der Eingangspsalm des heutigen Sonntags. Aber ist es wirklich so einfach? Wir bitten Gott, er erhört und alle sind glücklich? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten von uns sicherlich auch diese Erfahrung mit dem Gebet und mit Gott machen durften. Doch genauso oft scheint es so, als ob Gott uns nicht hört, als wäre er weit weg, ja, als wäre Gott selbst das Problem. Genau so geht es auch Mose in unserem heutigen Textabschnitt aus dem 2. Buch Mose. Reden wir als über das Gebet, über unser Gebet zu Gott in schweren Zeiten. Wie soll es sein?

1. Offen und ehrlich, …

2. …aber doch voller Zuversicht.

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4. Sonntag nach Ostern: Kantate – „Singt dem Herrn ein neues Lied“ – 2020: Gottes Geduld und seine Wunder lassen uns singen

„Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ Gott loben, weil er großartige Dinge für uns getan hat, tut und tun wird. So könnte man das Thema dieses Sonntags mit einem Satz zusammenfassen. Doch was meinen wir, was meint die Bibel, Gottes Wort, wenn sie von Wundern redet und welche Auswirkungen haben diese Wunder, dass sie uns zum Singen bringen, selbst dann, wenn uns vielleicht gerade gar nicht nach Singen zumute ist? Unser heutiger Text lässt uns einen Blick auf die Gründe dafür werfen, Gott zu loben, ihm zu singen: Gottes Geduld und seine Wunder lassen uns singen.

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3. Sonntag nach Ostern: Jubilate – „Jauchzt dem Herrn!“ – 2020: Gott beruft Mose und nennt uns seinen Namen.

„Jubilate!“ heißt dieser Sonntag: „Jauchzt! Jubelt!“ Nun könnten wir denken, dass wir im Augenblick wohl kaum oder doch zumindest wenig Grund zum Jubeln und Jauchzen haben. Die meisten machen sich Sorgen um ihre Gesundheit, viele um ihr Einkommen oder ihren Arbeitsplatz oder ihre Kinder. Was ist da Grund zum Jubeln? Nun, wir feiern immer noch die Osterzeit: Jesus ist auferstanden! Er lebt! Damit rettet er uns von unserer Schuld zum ewigen Leben! Er herrscht auch hier und heute in unserer Zeit und Welt. Er hält das Ruder fest in den von Nägeln durchbohrten Händen. Das ist Grund zum Jauchzen! Das sehen wir schon im Alten Testament, wo Gott Mose beruft und uns seinen Namen nennt!

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