Sermons on “Sieg”

4. Sonntag nach Epiphanias 2019

Was meinen wir, wenn wir sagen: „Heute ist ein ganz normaler Tag?“ bzw. wenn wir von unserem „Alltag“ reden? Das klingt nach Langeweile, Alltagstrott, sich wiederholenden Ereignissen und Pflichten. Das klingt wenig interessant, wenig aufregend. Und ja, es gibt sicherlich aufregender Texte in der Bibel als den, den wir gerade gehört haben: Mose, der das Meer teilt; Simson, der Tempel zum Einsturz bringt; Prophetendiener, die das himmlische Heer sehen dürfen, dass die gewaltige Armee der Feinde, die vor einer scheinbar wehrlosen Stadt liegen, besiegt; Engel, die Hirten terrorisieren oder weise Männer, die sich in der Wüste verirren und feurige Zungen, die vom Himmel auf die Köpfe von Menschen fallen.

Was uns unser Predigttext verkündigt ist einfach nur ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben des Jesus von Nazareth. Es ist ein Tag wie jeder andere auch: eine Synagoge in der zu predigen ist, etwas lehren, ein paar kranke Menschen besuchen, Kranke heilen. Am nächsten Morgen versuchte er, etwas Zeit für sich zu haben. Aber das war nicht möglich, denn die Menschen folgten ihm bis in die Wüste. Vielleicht wisst ihr, wie das ist: irgendjemand will immer irgendetwas von einem, besonders an den Tagen, an denen man auf der Suche nach etwas Ruhe und Einsamkeit ist.

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21. Sonntag nach Trinitatis 2018

Es gibt wohl kaum ein Kinderspiel, dass so gern gespielt – und von den Erwachsenen so kritisch beäugt wird – wie Krieg spielen. Kinder mit Stöcken, die als Schwerter dienen oder vielleicht sogar mit richtigen Schwertern und Schilden aus Holz, aber auch mit Holzpistolen oder -gewehren, die gegeneinander kämpfen. Die Älteren unter uns wissen noch aus eigenem Erleben, wie furchtbar ein Krieg ist, und die Erwachsenen kennen es aus Film und Fernsehen. Sie können, wenn auch nicht aus eigenem Erleben, so doch verstandesgemäß erfassen, wie furchtbar ein Krieg ist. Und das versuchen sie auch, ihren Kindern zu vermitteln. Und doch übt es auf Kinder einen beinahe unwiderstehlichen Reiz aus.

Nun greift der Apostel das Bild vom Soldaten in unserem Text mit einem sehr bekannten Bild auf. Die für die damaligen Menschen allgegenwärtige Rüstung eines römischen Legionärs, eines römischen Fußsoldaten, und der Beruf des Soldaten, wird als Vorbild für unser christliches Leben selbst genutzt. Ja, wir stehen im Krieg. Immer wieder vergleicht die Heilige Schrift unser Leben als Kinder Gottes mit einem Kampf. Wir wollen uns heute im Licht dieses Bildes betrachten und über diesen Text schreiben: Christen als Kämpfer, als Soldaten im Heer Christi. Dabei wollen wir uns heute drei Fragen herausgreifen, die uns unser Text beantwortet:

1. Wo tun wir Dienst?

2. Wer ist unser Feind?

3. Wie verwenden wir unsere Waffe?

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1. Sonntag nach Ostern 2018: Quasimodogeniti – Wie die neugeborenen Kinder

Zu Ostern feiern die Auferstehung Jesu von den Toten. Doch es ist wichtig, dass wir Auferstehung nicht mit wieder lebendig machen verwechseln. Jesus hat nach seiner Auferstehung nicht so mit seinen Jüngern gelebt, wie vorher. Nein, schon die Tatsache, dass er ihnen während der 40 Tage nach Ostern immer nur erschienen ist, macht deutlich, dass sich für ihn alles verändert hat. Auferstehung bedeutet ein neues Leben, ein Auferstehungsleben. Es ist z. B. ein Leben, über das der Tod keine Macht mehr hat. Die Bibel redet auch von der neuen Schöpfung, die mit Ostern angefangen hat.

Dieses neue Leben haben auch wir. Der heutige Sonntag macht es uns mit seinem Namen deutlich: Quasimodogeniti: „Wie die neugeborenen Kinder“. Wir sind wie neugeborene Kinder, denn wir haben ein neues Leben, im Glauben an Jesus, im Glauben an sein Werk, seinen Tod, seine Auferstehung. Die Tür zu diesem neuen, zum ewigen Leben ist unsere Taufe. D. h. wir haben das ewige Leben schon. Das Auferstehungsleben hat schon in uns angefangen. Die Frage ist: Wie sieht es aus?

Dazu nutzt die Bibel verschiedene Bilder und Vergleiche. Einen davon finden wir in unserem Text. Doch zuerst eine Frage: Wofür ist Alexander der Große bekannt? Innerhalb weniger Jahre hatte dieser junge Mann die gesamte damals bekannte Welt erobert, von Makedonien ausgehend Griechenland, bis Indien und Ägypten. Er war der erste in der westlichen Welt bekannte Welteroberer und Weltüberwinder. Vor und nach ihm gab es viele andere, die versucht haben, dieses Ziel zu erreichen. Aber es ist bis heute keinem gelungen. Kein Mensch hat jemals die ganze Welt überwunden und erobert.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Was hat das mit uns zu tun? Nun, im Auferstehungsleben, in der neuen Schöpfung, zu der wir schon gehören, in der wir anfangen zu leben, sind wir Welteroberer, Weltüberwinder, wie Johannes in seinem Brief schreibt. Wir sind Weltüberwinder. Von Johannes wollen wir es uns zeigen lassen, und im Osterglauben und in der Osterfreude gestärkt werden.

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Septuagesimä: 70 Tage vor Ostern 2018

Mit dem heutigen Sonntag richten wir den Blick nach vorn. In der Epiphaniaszeit haben wir zurückgeschaut auf das Kind der Krippe und gesehen, was sich dahinter verbirgt. Wir haben gehört, wie und wo sich Christus als Retter und Heiland der Welt offenbart. In der Passionszeit und den drei Sonntag vorher, die diese Zeit vorbereiten schauen wir nach vorn, auf Karfreitag und auf Ostern. So, wie Christus sich in seinen Christen offenbart, sehen wir nun den Christen, den er mit seinem Blut erkauft hat.

Und als erstes erklingt ein warnender Ton. Ja, Christus hat uns durch sein Blut erkauft. Er hat uns den Glauben geschenkt, die Vergebung unserer Schuld und Sünde und damit das ewige Leben. Zur gleichen Zeit, finden wir in der Schrift immer wieder Warnungen vor dem Abfall, vor Gefahren, die unseren Glauben schädigen oder sogar vernichten können und Aufrufe, treu zu sein im Glauben und Leben.

Jesus weist z. B. darauf hin, wenn er uns darauf hinweist, welchen Nutzen wir davon hätte, die ganze Welt zu gewinnen, aber Schaden an unserer Welt zu nehmen? Stell dir vor, du wärst Herr dieser Welt, Milliardär und könntest dir all deine Wünsche und Träume erfülle. Doch was nützt das, wenn du am Ende deine Seele, deine Seligkeit verlierst, weil dein Glauben gestorben ist? Was bringt dir alle Macht, alles Geld, aller Ruhm in diesem Leben, wenn du die Ewigkeit in der Hölle verbringst? Deswegen ruft Paulus uns in unserem heutigen Predigttext zu: Erlangt den unvergänglichen Siegeskranz! Um uns dann drei Dinge mit auf den Weg zu geben:

1. Das ist völlig unmöglich.

2. Das ist ziemlich schwierig.

3. Das ist ganz einfach.

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3. Sonntag in der Passionszeit: Okuli („Meine Augen sehen stets auf den Herrn“) 2017

Der heutige Sonntag trägt den Namen „Okuli“. Es das erste Wort des Eingangspsalms, Ps 25, auf Latein. Dieser Psalm beginnt mit den Worten: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn; denn er wird meinen Fuß aus dem Netz, aus der Falle, ziehen.“ Wir sehen auf unseren Herrn, auf den Sohn Gottes, Jesus Christus, denn er zieht uns aus der Falle, in der wir stecken. Warum kann Jesus das? Warum tut er das?

Der Täufer Johannes weist am Anfang seines Dienstes auf Jesus. Als die Menschen, die zu ihm an den Jordan kamen, überlegten, ob er nicht der verheißene Messias und Retter sei, sagte er ihnen:
Lk 3,16: „Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“
Dieser Stärkere ist Jesus. Er ist der Messias, der Heiland und Retter aller Menschen. In unserem heutigen Predigttext greift Jesus dieses Bild vom Stärkeren auf und wendet es auf sich an. Lasst uns heute gemeinsam betrachten:

Jesus ist der Stärkere. Wir sehen drei Dinge:

1. Seinen Sieg über den Starken.

2. Seine Beute, die er austeilt.

3. Die Feindschaft ihm gegenüber.

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1. Sonntag in der Passionszeit: Invokavit („Er ruft mich an“) 2017

Unser heutiger Predigttext schließt sich unmittelbar an die Taufe Jesu an. Mit reichlich dreißig Jahren war Jesus aus Nazareth weggegangen, um sein öffentliches Wirken anzufangen. Sein erster Weg führte ihn an den Jordan, zu Johannes dem Täufer. Dort ließ er sich taufen und trat dadurch an unsere Seite, um uns zu erlösen. Die öffentliche Erscheinung der anderen beiden Personen der Dreieinigkeit macht das deutlich. Der Heilige Geist erschien in Form einer Taube und Gott der Vater sprach vom Himmel zu seinem Sohn:

„Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

Gott zeigt seine Freude darüber, dass nun die Erlösung der gefallenen und verlorenen Menschheit begonnen hat. Und dann nimmt Gott dieses große Werk sofort in Angriff. Unmittelbar im Anschluss an die Taufe berichtet uns Matthäus von der Versuchung Jesu durch den Teufel. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Die erste Schlacht des Heilands mit dem Erzfeind.

1. Wir standen auf dem Spiel.

2. Versuchung ist die Angriffswaffe.

3. Gottes Wort ist die Siegeswaffe.

4. Die Siegesbeute gehört uns.

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