Sermons on “1. Korintherbrief”

Buß- und Bettag 2018

Vielleicht ist Ihnen das auch schon einmal passiert: Sie schreiben einen Brief, stecken ihn in den Briefkasten und nach ein paar Tagen erhalten sie einen verwunderten Anruf von einem ihrer Freunde, der sich fragt, wieso sie ihm einen Brief geschickt haben, der für jemand ganz anderen bestimmt war. Sie wählen am Telefon eine Nummer, um ihren besten Freund anzurufen, weil sie eine Sache, die ihnen auf der Seele brennt, mit ihm besprechen müssen – und sobald die Verbindung hergestellt ist fangen sie an zu erzählen. Doch schon ein paar setzen werden sie unterbrochen, von einem wildfremden Menschen – sie haben die falsche Nummer gewählt. Solche Verwechslungen ereignen sich in unserem Alltag immer wieder. Manchmal sind sie lediglich peinlich. Wenn wir einen Brief an die falsche Adresse schicken, dann ist es unangenehm in die Geburtstagskarte für die Tante bei unserem Bruder gelandet ist. Es kann aber auch sein, dass es gefährlich wird, wenn wir in einem Brief oder bei einem Telefonat versehentlich vertrauliche Informationen an jemanden weitergeben, für den sie gar nicht bestimmt waren.

Unsere zwei Verse aus dem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth enthalten unter anderem die Anrede des Apostels Paulus an die Christen in dieser Gemeinde. Er bezeichnet sie als die „Heiligen“. Doch wenn wir einen Blick auf die Zustände in dieser Gemeinde werfen, dann können wir uns schon fragen: Lieber Paulus, weißt du eigentlich, was du da sagst? Bist du dir sicher, dass du deinen Brief an die richtigen Menschen geschrieben hast? Heilige, das sind doch die mit den guten Werken, die Menschen die vollkommen sind oder bei denen zumindest das Gute das Böse überwiegt, das sie tun.

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11. Sonntag nach Trinitatis 2018

Wenn ein Mensch eine Sache einmal als wahr und richtig erkannt hat, dann ist es wichtig, wenn er daran festhält. Auch in der Bibel werden wir oft dazu ermuntert, das festzuhalten, was wir haben. Jesus ruft uns zu:

Offb 2,25: „Doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme.“

Und Paulus ermuntert seinen Schüler Timotheus und uns:

2. Tim 3,14: „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist.“

Diese biblische Ermunterung bezieht sich nicht nur auf das christliche Leben, sondern auch und zuallererst auf die Lehre. Denn unser Leben folgt auf die Lehre, unser Verhalten fließt aus dem, was und wie wir glauben.

Das ist bis heute die große Gefahr, dass wir Christen von der richtigen Lehre, der Lehre der Bibel, abweichen. Unser Predigttext hält uns das Beispiel der Gemeinde in Korinth vor Augen. Einige von ihnen leugneten die leibliche Auferstehung von den Toten. Was tut Paulus? Er hält ihnen zunächst den Kern der christlichen Lehre, das einfache Evangelium wieder vor Augen: „Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium…“. indem er sie nur daran erinnert, hat er die falsche Lehre schon halb überwunden.

In der gleichen Gefahr, von der wahren Lehre abzuirren, stehen auch wir immer wieder. Doch nicht, weil wir absichtlich von dem abweichen wollen, was wir gelernt haben. Falsche Lehre hat meist kleine, harmlos aussehende Anfänge: in der Hast und Eile unserer Zeit, fehlt uns die Zeit oder die Freudigkeit, uns mit Gottes Wort zu beschäftigen. Manches erscheint uns als nebensächlich oder nicht mehr ganz zeitgemäß. Und daraus entwickelt sich dann im Laufe der Zeit falsches Leben und falsche Lehre. Darum ist es nötig, dass wir uns immer wieder gerade auch an das Evangelium erinnern lassen. Halten wir daran fest, dann werden wir auch in keiner anderen Lehre vom Weg abkommen. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Das Evangelium von der Gnade Gottes in Jesus Christus. Wir betrachten…

1. … seinen Inhalt.

2. … seine Bezeugung.

3. … seine Frucht.

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Ostersonntag 2018: Die Auferstehung des Herrn

Welche Bedeutung hat Ostern? Nun, die meisten Erwachsenen würden wohl sagen, dass sie sich auf die vier freien Tage freuen, vielleicht im Urlaub, vielleicht im Kreis der Lieben. Die Kinder denken wohl eher an Schokoosterhasen und -eier, die versteckt werden und freuen sich auf die Suche.

Und obwohl Karfreitag und Ostern der Höhepunkt des Kirchenjahres und das Zentrum des christlichen Glaubens bilden, verliert dieses wunderbare Fest immer mehr an Boden, besonders gegenüber Weihnachten. Das liegt wohl vor allem daran, dass unsere Umwelt, und auch die meisten Christen, mit der Osterbotschaft nicht mehr viel anfangen können: „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“ Das sind für viele nur noch Worte, ohne tiefere Bedeutung.

Dieses Problem ist nicht neu. Schon die ersten Christen, z. B. die Gemeinde in Korinth, hatten damit ihre Probleme. Im Gegensatz zu vielen Menschen heute zweifelten sie nicht ausdrücklich an der Auferstehung Jesu von den Toten. Aber sie hatte ihre Probleme mit der Auferstehung der Gläubigen. Paulus fragt direkt:

„Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten?“

Der Apostel zeigt, dass es eine unverbrüchliche Verbindung zwischen der Auferstehung der Gläubigen und der Auferstehung Christi gibt. Leugnet man die eine, dann auch die andere. Deshalb macht Paulus den Korinthern klar:

„Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden.“

Die Korinther haben die Auferstehung des Herrn Jesus falsch verstanden. Sie haben sie nicht geleugnet, aber sie haben nicht verstanden wozu, zu welchem Zweck er auferstanden ist. Also fragen wir uns: Wovon reden wir, wenn wir von der Auferstehung reden, seiner und unserer? Ja, wir bekennen, Gott sei Dank, Sonntag für Sonntag, dass wir an die leibliche Auferstehung der Toten glauben, an seine und an unsere.

„…am dritten Tage auferstanden von den Toten… Auferstehung des Leibes und das ewige Leben.“

Das haben wir vor wenigen Minuten gemeinsam bekannt. Doch wie sehr liegt uns diese Sache am Herzen? Das große Thema des Neuen Testaments ist die Predigt vom gekreuzigten Christus, der auferstanden ist – und was das für uns zu bedeuten hat. Es geht ja nicht nur um die historische Tatsache: das Grab war leer; Jesus ist zu neuem Leben auferstanden. Untrennbar damit verbunden ist die Frage: Was hat das leere Grab am Ostermorgen zu bedeuten? Für mich, für dich? Lasst uns deshalb über den Tellerrand von Ostern hinausblicken.

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Gründonnerstag 2018: Tag der Einsetzung des heiligen Abendmahls

Was ist ein Testament? Ein Testament ist der letzte Wille eines Menschen, es ist unser letzter Wille. Hier geben wir die Dinge, die wir besitzen, an die Menschen weiter, die wir lieben. Etwas Ähnliches spielte sich am Gründonnerstagabend in Jerusalem ab. Jesus feierte mit seinen Jüngern das jüdische Passahfest. Und weil es das letzte Mal sein sollte, dass sie vor seinem Tod beisammen waren, machte er sein Testament.

Jesus hatte kein Haus zu verschenken, keine Schätze. Doch er hatte etwas viel Wertvolleres. Das wollte er denen weitergeben, die er liebte. Deshalb setzte Jesus das heilige Abendmahl ein und feierte es mit seinen Jüngern. Das Abendmahl ist sein Testament, sein Vermächtnis an seine Kirche, sein Vermächtnis an dich und mich.

Heute, am Jahrestag dieser Einsetzung, denken wir an dieses wunderbare Vermächtnis unseres Heilandes und an die Liebe, die sich in diesem Mahl wiederspiegelt. Anhand der Worte des Apostels Paulus aus dem 1. Korintherbrief wollen wir jetzt gemeinsam betrachten: Das Abendmahl ist eine Feier der Liebe Gottes. Drei Gründe nennt uns unser Text dafür:

1. Es schenkt uns den Preis unserer Erlösung.

2. Es schenkt uns Gemeinschaft mit unserem Erlöser.

3. Es schenkt uns die Gemeinschaft miteinander.

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Estomihi: Sei mir ein starker Fels 2018

„Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts!“ Dieser Satz zeigt eine doppelte Wahrheit, die uns durch-aus geläufig ist: 1. Geld ist nicht alles: Geld allein macht nicht glücklich; viele Dinge, die im Leben wichtig sind, kann ich mir mit Geld nicht kaufen. 2. Aber ohne Geld ist alles nichts: in dieser Welt brauchen wir Geld, denn Rechnungen wollen bezahlt werden, denn allein von Luft und Liebe kann man nicht leben. „Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts!“

Übertragen auf unseren Predigttext könnte man den zweiten Teil dieser Aussage übernehmen. Paulus lenkt unsere Aufmerksamkeit auf etwas, das für uns ganz wichtig ist: Paulus sagt freilich nicht: „Ohne Geld ist alles nichts!“ – sondern – und das soll unser Thema sein: Ohne Liebe ist alles nichts.

1. Die Liebe verleiht echten Wert.

2. Die Liebe wird niemals müde.

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Septuagesimä: 70 Tage vor Ostern 2018

Mit dem heutigen Sonntag richten wir den Blick nach vorn. In der Epiphaniaszeit haben wir zurückgeschaut auf das Kind der Krippe und gesehen, was sich dahinter verbirgt. Wir haben gehört, wie und wo sich Christus als Retter und Heiland der Welt offenbart. In der Passionszeit und den drei Sonntag vorher, die diese Zeit vorbereiten schauen wir nach vorn, auf Karfreitag und auf Ostern. So, wie Christus sich in seinen Christen offenbart, sehen wir nun den Christen, den er mit seinem Blut erkauft hat.

Und als erstes erklingt ein warnender Ton. Ja, Christus hat uns durch sein Blut erkauft. Er hat uns den Glauben geschenkt, die Vergebung unserer Schuld und Sünde und damit das ewige Leben. Zur gleichen Zeit, finden wir in der Schrift immer wieder Warnungen vor dem Abfall, vor Gefahren, die unseren Glauben schädigen oder sogar vernichten können und Aufrufe, treu zu sein im Glauben und Leben.

Jesus weist z. B. darauf hin, wenn er uns darauf hinweist, welchen Nutzen wir davon hätte, die ganze Welt zu gewinnen, aber Schaden an unserer Welt zu nehmen? Stell dir vor, du wärst Herr dieser Welt, Milliardär und könntest dir all deine Wünsche und Träume erfülle. Doch was nützt das, wenn du am Ende deine Seele, deine Seligkeit verlierst, weil dein Glauben gestorben ist? Was bringt dir alle Macht, alles Geld, aller Ruhm in diesem Leben, wenn du die Ewigkeit in der Hölle verbringst? Deswegen ruft Paulus uns in unserem heutigen Predigttext zu: Erlangt den unvergänglichen Siegeskranz! Um uns dann drei Dinge mit auf den Weg zu geben:

1. Das ist völlig unmöglich.

2. Das ist ziemlich schwierig.

3. Das ist ganz einfach.

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Ostermontag: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ 2016

Was antworten wir, wenn andere Menschen uns auf unseren Glauben ansprechen, gerade jetzt zu Ostern? „Glaubt ihr wirklich daran, dass Menschen wieder auferstehen?“ In einer Umfrage sagen nur noch 26% aller Deutschen, dass sie an ein Leben nach dem Tod glauben, noch weniger glauben an eine leibliche Auferstehung. Es widerspricht ja auch allen menschlichen Erfahrungswerten. Wenn einer erst einmal tot ist und in seinem Sarg und Grab liegt, steht er nicht wieder auf, auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche.

Schon die Korinther hatten Probleme mit der Botschaft von der Auferstehung der Toten. Es gab Glieder in der korinthischen Gemeinde, die sagten: „Es gibt keine Auferstehung der Toten!“ Nun brauchen wir nicht abfällig auf die Korinther herabzublicken, nach dem Motto: „So etwas kann uns nicht passieren.“ Ich habe bei Gemeindebesuchen mit Leuten gesprochen, die genau so denken und reden. Was denken und glauben wir? Was feiern wir heute? – Paulus zeigt uns in unserem Predigttext, dass Ostern und Karfreitag untrennbar zusammengehören. Christlicher Glaube ist Osterglaube, ist Auferstehungsglaube oder er ist gar kein Glaube. Das ist das Zentrum unseres Glaubens:

„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“

Ja, jeder von uns bekennt und glaubt es, „die Auferstehung des Leibes und ein ewiges Leben“. Deshalb wollen wir heute über unseren Text schreiben: Mit Ostern steht oder fällt alles.

1. Unsere Botschaft.
2. Unser Glaube.
3. Unsere Hoffnung.

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Gründonnerstag: „Einsetzung des heiligen Abendmahls“ 2016

Manchmal erhalten wir Geschenke, die uns an etwas erinnern sollen. Gäste aus fremden Ländern bringen etwas mit, damit wir uns an ihren Besuch erinnern. Kinder und Enkel schenken uns Fotos oder kleine Basteleien. Und wenn ein lieber Mensch gestorben ist, sind es oft scheinbar wertlose Kleinigkeiten, die uns besonders wertvoll werden, weil wir viele schöne Erinnerungen damit verbinden.

Geschenke, Fotos oder Dinge helfen uns, uns zu erinnern. Können wir einen lieben Menschen trotzdem vergessen? Hoffentlich nicht. Aber es ist nur zu menschlich die Vergangenheit ruhen zu lassen. Ich denke, manchmal ist das auch notwendig. Wir können nicht unser ganzes Leben damit verbringen, in Gedanken bei Menschen zu sein, die wir einst kannten und liebten. Unser Gehirn ist so ausgerichtet, dass wir weitergehen. Doch manchmal wollen wir uns an diese Menschen und ihre Liebe erinnern, selbst wenn ihr Verlust uns schmerzt. Die Geschenke, die sie uns gegeben haben, helfen uns dabei uns an all das, was wir über diese Menschen wussten oder an ihnen schätzten, zu erinnern.

Damit wir Jesus immer für das zu schätzen wissen, was er für uns getan hat, hat er uns auch etwas gegeben, was uns an ihn erinnert – das heilige Abendmahl. Heute stehen wir mit Jesus in jenem Raum und hören, wie er zu uns sagt: „Das tut zu meinem Gedächtnis.“

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