Sermons on “Matthäusevangelium”

20. Sonntag nach Trinitatis 2017

Es ist die letzte Woche vor Jesu Tod, die Karwoche. Wie Wellen in Sturm, die gegen den Strand oder einen Felsenabhang anbranden, branden die Angriffe der Pharisäer, Schriftgelehrter und Priester gegen Jesus an. Wieder und wieder versuchen sie ihn zu Fall zu bringen, während sie es nicht wagen, Jesus zu verhaften, aus Angst vor dem Volk. In dieser Zeit erzählt Jesus dieses Gleichnis, einer Zeit, in der mehr und mehr Menschen sich gleichgültig, ängstlich oder offen feindselig von ihm abwandten. Es ist auch ein Gleichnis für unsere Zeit, ein Gleichnis von der Großzügigkeit Gottes, und was geschieht, wenn man sie verachtet.

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19. Sonntag nach Trinitatis 2017

Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Noch genießen wir einen schönen Herbst, mit Sonne, Regen, recht angenehmen Temperaturen und vielen prächtigen, buntbelaubten Bäumen. Zugleich wird uns in den meisten Supermärkten schon die letzten sechs Wochen Süßes für die Weihnachtszeit angeboten. Mit dem Ende des Jahres nähern wir uns auch dem Ende des Kirchenjahres. In diesen letzten Wochen verweisen die Texte und Lesungen, die die christliche Kirche für ihre Gottesdienste ausgewählt und festgelegt hat, immer deutlicher auf die so genannten „letzten Dinge“. Den Höhepunkt erreichen wir dann am letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem Ewigkeitssonntag.

So, wie der Herbst uns an das bevorstehende Jahresende erinnert, so erinnert auch der Ende des Kirchenjahres daran, dass unser Leben und diese Welt ein Ende finden werden. Die Evangelien der kommenden Sonntag richten den Blick darauf, weshalb Christen dem Ende ihres Lebens als auch dem Ende dieser Welt und dem kommenden Gericht Gottes zuversichtlich entgegensehen können. Einer der Gründe dafür ist die Vergebung, die Vergebung der Sünden, die wir haben dürfen und von der auch unser heutiger Text handelt. Unser Heiland Jesus und der gläubige Gelähmte.

1. Jesus vergibt.

2. Jesus heilt.

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18. Sonntag nach Trinitatis 2017

Denen hat es Jesus mal so richtig gezeigt! Richtig ist das. Denen hat er das Maul gestopft! Das war aber auch nötig! Gemeint sind die Sadduzäer, die über den Glauben an ein Leben nach dem Tod nur müde lächeln konnten. Und die bringt Jesus zum Schweigen. „Gut so…!“ sagen wir da vielleicht. So sind wir. Wir freuen uns, wenn es die anderen trifft und wir fühlen uns noch gut dabei. Doch wenn es um uns geht, um die wunden Punkte in unserem Leben, auf dem Ohr sind wir oft ganz schön taub.

Und das ist ein echtes Problem. Die Feinde, die uns am meisten zu schaffen machen, die sind nicht da draußen. Die hartnäckigsten Angriffe kommen aus unserem Innern. Aus unserem eigenen Herzen. Sei es unsere Selbstzufriedenheit, Bequemlichkeit und Selbstsicherheit. Oder seien es meine Zweifel, meine Mutlosigkeit, Schwachheit, Sünde, wenn ich sehe, wie es in meinem Leben aussieht!

Nach der Tempelreinigung kommen immer wieder Leute zu Jesus, um ihn auf die Probe zu stellen, um ihn zu versuchen: erst die Schriftgelehrten und Phari-säer, dann die Sadduzäer und jetzt wieder die ande-ren. Obwohl die Pharisäer und die Schriftgelehrten nicht gut auf die Sadduzäer zu sprechen waren, einte sie doch eins: Ihre feindselige Haltung gegenüber Je-sus. Dieser Jesus war schlecht für ihren Ruf, schlecht für ihr Ansehen, schlecht fürs Geschäft. Mit seinen Predigten, Wundern und mit seinem Leben macht er ihnen das Volk abspenstig und sorgte außerdem da-für, dass die Römer argwöhnisch in ihre Richtung blickten. Und so kommen sie einmal mehr, um Jesus eine Falle zu stellen, um ihn in seinen eigenen Worten zu fangen.

Immer wenn sie, mit ihren Fragen oder Problemen, kommen, verfolgen sie damit ein bestimmtes Anlie-gen. Doch Jesus lässt sich nicht darauf ein. Er ist nicht bereit, zu ihren Bedingungen zu reden. Er wechselt das Thema und bringt es auf den Punkt, so auch in unserem Text. Die Pharisäer versuchten Je-sus in eine ihrer zahllosen, endlosen Diskussionen über das Gesetz zu verstricken. Sie hatten das Ge-setz 613 Einzelbestimmungen aufgeteilt – 248 Gebote und 365 Verbote. Und sie diskutierten endlos dar-über, welches dieser Gebote nun das wichtigste und größte sei. Jetzt versuchten sie, Jesus in diese Auseinandersetzung hineinzuziehen, denn hier konnte er nur verlieren. Doch Jesus lässt sich nicht auf diese Diskussion ein, er lenkt ihre Aufmerksamkeit auf zwei Fragen. Und diese Fragen wollen auch wir heute betrachten und beantworten: Jesus lenkt unser Herz auf die wichtigen Fragen.

1. Liebst du Gott und deinen Nächsten?

2. Was hältst du von mir, von Christus?

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2. Sonntag in der Passionszeit: Reminiszere („Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit“) 2017

Wer wünscht sich das nicht: der Erste, Beste oder Schnellste in der Schule zu sein, sei es beim Wettlauf im Sportunterricht, beim Kopfrechenwettbewerb in Mathe oder wenn am Jahresende die Zeugnisse ausgeteilt werde. Wenn es dann heißt, du bist der Beste, denn auf dei-nem Zeugnis stehen nur Einsen…! Wenn du als erster die Ziellinie überläufst, beim Fußballspielen die meisten Tore schießt – oder hältst, wäre das nicht super? Auf Arbeit der Beste sein, der die gründlichste, ordentlichste und sauberste Arbeit abliefert und dafür nicht nur vom Chef gelobt, sondern vielleicht auch mit einer Prämie bedacht wird, wäre das nicht toll?

Auch als Christen nehmen wir uns diese Denkweise an. Ich möchte gern regelmäßig beten oder Andachten lesen. Wenn Anfechtungen kommen, möchte ich gern standhaft bleiben. Gern möchte ich anderen Menschen von unserem gemeinsamen Heiland erzählen. Wäre es nicht wunderbar, wenn ich einen so starken Glauben hätte – wie die Frau in unserem Predigttext. Sie ist einer von zwei Menschen im Matthäusevangelium, deren Glaube von Jesus als „groß“, als besonders bemerkenswert gerühmt werden. Doch wenn wir auf diese Frau schauen, ist es wichtig, ihr genau ins Herz zu sehen, denn dann sehen wir nicht zuerst ihren großen Glauben, sondern wir sehen Jesus – das Geheimnis eines großen Glaubens. Mit den Worten, die Jesus ihr sagt, wollen wir uns heute über großen Glauben unterhalten und sehen, was unseren Glauben groß macht: „O Frau, dein Glaube ist groß.“

1. Groß, weil er Jesus als Davids Sohn annimmt.

2. Groß, weil er Jesu Macht und Gnade erkennt.

3. Groß, weil er demütig bleibt.

4. Groß, weil er sein ganzes Leben von Jesus verändern lässt.

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1. Sonntag in der Passionszeit: Invokavit („Er ruft mich an“) 2017

Unser heutiger Predigttext schließt sich unmittelbar an die Taufe Jesu an. Mit reichlich dreißig Jahren war Jesus aus Nazareth weggegangen, um sein öffentliches Wirken anzufangen. Sein erster Weg führte ihn an den Jordan, zu Johannes dem Täufer. Dort ließ er sich taufen und trat dadurch an unsere Seite, um uns zu erlösen. Die öffentliche Erscheinung der anderen beiden Personen der Dreieinigkeit macht das deutlich. Der Heilige Geist erschien in Form einer Taube und Gott der Vater sprach vom Himmel zu seinem Sohn:

„Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“

Gott zeigt seine Freude darüber, dass nun die Erlösung der gefallenen und verlorenen Menschheit begonnen hat. Und dann nimmt Gott dieses große Werk sofort in Angriff. Unmittelbar im Anschluss an die Taufe berichtet uns Matthäus von der Versuchung Jesu durch den Teufel. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Die erste Schlacht des Heilands mit dem Erzfeind.

1. Wir standen auf dem Spiel.

2. Versuchung ist die Angriffswaffe.

3. Gottes Wort ist die Siegeswaffe.

4. Die Siegesbeute gehört uns.

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Letzter Sonntag nach Epiphanias 2017

Am heutigen letzten Sonntag in der Epiphaniaszeit sehen wir noch einmal darauf, wie sich Jesus uns offenbart. Wir haben bisher gesehen, wie Gott ihn offenbart, durch Wunder und sein Wort vor Heiden, durch sein Wort bei Jesu Taufe. Jesus offenbart sich selber durch sein Wort und sein Verhalten als Zwölfjähriger im Tempel. Er heilt den Aussätzigen, er stillt den Sturm, ja er verwandelt Wasser zu Wein für ein fröhliches Hochzeitsfest.

Doch Jesus, in seinem öffentlichen Wirken, hat nicht nur Wunder getan, sondern vor allem gelehrt und gepredigt. Und immer wieder hören wir davon, wie Menschen staunen, wenn er mit Vollmacht Gottes Wort lehrt und auslegt. Jesus offenbart sich durch sein Wort, durch seine Lehren. Oft hat Jesus in Gleichnissen gelehrt. Unser heutiger Predigttext enthält auch eines dieser Gleichnisse. Anhand dessen wollen wir heute gemeinsam betrachten: Die Herrlichkeit Jesu wird im Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen offenbart.

1. Wir sehen seine Liebe.

2. Wir sehen seine Toleranz.

3. Wir sehen seine Gerechtigkeit.

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4. Sonntag nach Epiphanias 2017

Die Epiphaniaszeit will uns mit ihren Evangelientexten dabei helfen, unseren Heiland besser zu erkennen und zu verstehen. Wer ist das Kind in der Krippe, wer ist der Heiland, der Herr, der zu Weihnachten in der Stadt Davids, in Bethlehem geboren wurde? Bisher haben wir gesehen, wie er den Heiden offenbart wird, die kommen, um ihn anzubeten. Wir sehen, wie er sich in der Freude einer Hochzeit als gnädiger und großzügiger Helfer offenbart. Aber auch im Elend der Menschen ist er da, als er den Aussätzigen von seinem Aussatz heilt.

Heute nun sehen wir Jesus in noch viel größerem Ausmaß in seiner Herrlichkeit als Heiland und Herr über die Schöpfung. Die meisten von uns waren schon einmal am Strand des Meeres, wenn die Wellen sich am Strand brachen, vielleicht nicht bei einem Sturm, aber doch bei stärkerem Wind. Es ist ein beeindruckendes Naturereignis. Einen Sturm haben wir vielleicht im Fernsehen gesehen, wie Wellen alles wegfegen, was ihnen im Weg steht: Dünen, Häuser, Deiche, Schiffe oder Menschen.

Am Ende eines anstrengenden Tages voller Heilungswunder, Predigten und Gespräche mit Menschen, erteilt Jesus seinen Jüngern den Befehl mit einem Schiff auf die andere Seite des Galiläischen Meeres, des Sees Genezareth zu fahren. Nicht nur die zwölf Apostel, sondern auch andere Jünger und Anhänger Jesu, steigen in die Boote und fahren über den See, wie wir von Markus erfahren. Es ist der größte See des Landes. Er liegt etwa 210 m unter dem Meeresspiegel, hat eine Fläche von 166 km² und ist von Hügeln und Bergen umgeben. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass am Ende des Tages heftige Winde oder Stürme auf dem See herrschen.

Doch dieser Sturm ist ungewöhnlich heftig. Die Wellen schlagen über dem nicht gerade kleinen Boot zusammen. Unter den Jüngern befanden sich vier erfahrene Fischer, die ihr ganzes bisheriges Leben am oder auf diesem See verbracht hatten. Auch sie sind mit ihrem Wissen am Ende. Sie können sich nicht mehr helfen und wenden sich schließlich voller Verzweiflung an Jesus, der – oh Wunder – hinten im Boot liegt und schläft.

Jesus tadelt ihren Kleinglauben und bedroht den Wind und das Meer. Und plötzlich, von einem auf den anderen Augenblick herrscht auf dem See vollkommene Stille! Keine Wellen, kein Wind! Die Boote, die eben noch drohten unter den Wellen zu verschwinden und die Menschen darin in den Untergang zu reißen, liegen ganz still im Wasser. Und hier ist der Höhepunkt unseres Textes. Die Menschen, die Apostel mit Jesus im Boot, und auch die anderen Jünger in den anderen Booten, fragen sich:

„Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?“

Sie waren gerade Zeugen eines gewaltigen Wunders geworden. Sie hatten erlebt, wie Jesus mit ein paar Worten sofort einen Sturm zum Verstummen gebracht und den eben noch aufgewühlten See geglättet hatte. Der Sturm war nicht abgeflaut, die Wellen hatte sich nicht nach und nach beruhigt, sondern von jetzt auf gleich herrschte eine große Stille. Mit ihnen werden auch wir Zeugen: Wind und Meer sind ihm gehorsam. Und anhand dessen wollen wir heute gemeinsam drei Dinge betrachten.

1. Wind und Meer sind ihm gehorsam, doch er starb am Kreuz.

2. Wind und Meer sind ihm gehorsam, doch seine Jünger leiden und sterben.

3. Wind und Meer sind ihm gehorsam, doch Menschen weigern sich zu glauben, dass er unser allmächtiger Heiland ist.

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3. Sonntag nach Epiphanias 2017

Die Ereignisse von Weihnachten, die Geburt Jesu in Bethlehem, die Engel auf den Feldern Bethlehems, die Hirten, Simeon und Hanna im Tempel, das alles geschah eher im Verborgenen. Nur ein kleiner Kreis von Menschen hat etwas davon mitbekommen.

Doch Epiphanias, die Epiphaniaszeit zeigt uns nun, wie Gott sozusagen an die Öffentlichkeit tritt. Jesus zeigt sich selber als der, der er ist: Gottes Sohn und der Erlöser der ganzen Welt, sei es beim Besuch der Weisen, als der zwölfjährige Jesus im Tempel, bei seiner Taufe im Jordan und auf der Hochzeit in Kana, wo er seine Herrlichkeit offenbarte und seine Jünger an ihn glaubten.

Jesus zeigt sich uns und der Welt. Bei seinem ersten Wunder bewahrt er nicht nur ein Hochzeitspaar vor der Blamage, sondern er zeigt uns auch, mit Jesus haben wir allen Grund zur Freude. Doch was, wenn es bei dir und mir ganz anders aussieht? Was wenn wir das Gefühl haben: Mir ist Jesus noch nicht erschienen. Ist er überhaupt da in meinem Leben? Heute dürfen wir sehen, Jesus ist auch da, ist auch für Menschen da, zu denen niemand freiwillig hingehen würde, bei den Ausgestoßenen, die am Rand stehen, denen, die von draußen hereinschauen und sich wünschen dazuzugehören.

Kennen wir Orte, an die wir nicht freiwillig gehen würden? Ein verseuchter Atomreaktor? Urlaub in Tschernobyl oder Fukushima? Oder einem Krisengebiet? Nicht unbedingt unsere erste Wahl, oder? Kennen wir Menschen, mit denen wir nichts zu tun haben wollen? Arbeitskollegen, die uns mobben? Vorgesetzte, die uns schikanieren oder ausnutzen? Menschen, mit denen wir nicht gesehen werden wollen. Doch es geht auch weniger offensichtlich. Wie wäre es mit einem Besuch im Altersheim? Ein Verwandter, Bekannter – vielleicht ein ehemaliger Kollege. Nur noch ein Schatten seiner selbst. Vielleicht erkennt er dich überhaupt nicht. An ein Gespräch ist überhaupt nicht zu denken.

Was sind Orte, wo man nicht unbedingt freiwillig hingehen würde? Wer sind die Menschen, mit denen wir uns, wenn wir es vermeiden können, nicht abgeben? Und wenn, dann nur mal auf einen Kurzbesuch, der nicht weiter weh tut?

Jesus kommt vom Berg herunter, wo er gerade vor einem erstaunten Publikum eine beeindruckende Rede gehalten. Sie ist als die „Bergpredigt“ in die Geschichte eingegangen. Es ist eine Rede, die sogar Leute beeindruckt, die ansonsten nicht viel mit Jesus zu tun hat, die von seiner Art und Weise begeistert sind, sich ihm aber noch nicht angeschlossen haben: die große Menge von Menschen, die ihm gehört hat und die ihm nun weiter folgt, ohne ihm nachzufolgen.

Doch einer von ihnen hat diesen Schritt gemacht, er steht außerhalb der Menge, ist getrennt von ihr, aber er folgt nun Jesus. Und mit seinem Problem, ja mit seiner großen Not wendet er sich an Jesus und Jesus wendet sich nicht von ihm ab, sondern er wendet sich ihm zu. Jesus erscheint für die Ausgestoßenen.

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3. Advent 2016

Der Gefangene liegt in seiner Zelle und wirft sich unruhig von einer Seite auf die andere. Er fragt sich, ob er sich richtig entschieden hat. Zwei Männer betreten seine Zelle. Sie begrüßen ihren Meister und im Gespräch schildert er ihnen seine Zweifel und dann erteilt er ihnen einen Auftrag: „Geht zu Jesus und fragt ihn, ob ich richtig lag. Ist er wirklich der lang ersehnte Retter oder sollen wir auf einen anderen warten?“ Derjenige, der so spricht, ist Johannes der Täufer, der Vorläufer und Botschafter des Herrn Jesus. Er ist ins Grübeln gekommen, er zweifelt, ob Jesus der Richtige ist. Lasst uns heute gemeinsam betrachten: Christen und ihre Zweifel an ihrem Herrn und Erlöser.

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1. Advent 2016

Wissen sie, warum „Schach“ als das königliche Spiel bezeichnet wird? Das hängt zum einen mit der Entstehungsgeschichte dieses Spiels zusammen. Es stammt wohl aus dem heutigen Iran. Dort hießt der König „Schah“, wovon sich unser Wort Schach ableitet. Der andere Grund ist folgender. Es gibt viele verschiedene Figuren in diesem Spiel: Die Bauern rücken unerbittlich, in großer Zahl vor, die Läufer kann man hin und her ziehen; die Springer springen quer, vorwärts und rückwärts, die Türme ziehen gerade. Die Dame kann in einem Zug das ganze Feld überqueren, sie zu besitzen ist der größte Vorteil, sie zu verlieren der herbste Verlust. Doch die wichtigste Figur ist der König. Wird der König genommen, ist das Spiel aus und verloren, auch wenn noch so viele Figuren auf dem Feld stehen.

So ist es nicht nur bei diesem Spiel, sondern auch in unserem Leben. Ohne unseren König macht diesen Leben keinen Sinn. Ohne unseren König, Jesus Christus, kann in unserem Leben noch so viel los sein, es ist alles sinnlos. Der große Unterschied ist der, dass jeder, der auch nur ein klein wenig Ahnung vom Sachspiel hat, das weiß. Es ist die allererste Regel, die man lernt: Der König ist die wichtigste Spielfigur. Ihn gilt es um jeden Preis zu schützen. Doch ist uns das in unserem Leben auch immer so bewusst? Wissen wir, dass es ohne unseren König nicht geht?

Mit dem heutigen Sonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Wieder wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten die großen Taten Gottes bedenken, der uns von Herzen liebt und uns erlöst hat, der uns nicht uns selbst überlassen hat, sondern der uns retten will. Den Anfang macht die Adventszeit. Hier denken wir darüber nach, dass Gott selber zu uns kommt. Dein König, Jesus Christus, kommt zu dir, um dir zu helfen.

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